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Ich kann absolut nix essen.

Mit einem Stoma ist das Leben anders, aber nicht weniger lebenswert. Trotzdem stellt es uns vor so manche Herausforderung. Hier ist das Forum für eure Fragen und Erfahrungen zum Alltag mit einem Stoma.
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11 Beiträge • Seite 1 von 21, 2

Ich kann absolut nix essen.

Beitrag von Vasco » 17.06.2017, 11:10

Hey,
ich habe vor 4 Wochen eine Hemikolektomie auf Grund eines Sigmakarzinoms durch Hnpcc gehabt. Vor 2 Wochen wurde dann eine Anastomoseinsuffiziens fest gestellt und ich bekam ein protektives Ileostoma. In der ersten Woche lief noch alles gut, Kostaufbau u.s.w., nun wird es aber immer schlimmer ich kann so gut wie nix mehr essen, selbst bei Toast wird mir übel bzw. hab ich gar keinen Hunger mehr. Ich nehm mcp und Zofran und irgendwie hilft nichts. Langsam werde ich echt schlapp über Wasser halten mich zur Zeit echt nur noch die Drinks von Fortimel.
Ich mach mir sorgen da ich für die Chemo und auch irgendwann die Rückverlegung ja irgendwie Kraft sammeln sollte und ich noch nie der Mensch mit vielen Reserven war.


Vielen Dank euch

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Vasco

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Ich kann absolut nix essen.

Beitrag von doro » 17.06.2017, 14:20

Hallo Vasco,

hab Geduld,wenn es nur einache Appetitlosigkeit ist, so ging es mir ebenso.Ich mochte nichts essen,war ein dünnes Klappergestell und nur die Vernunft hat mich gezwungen,mir häppchenweise
etwas an fester Nahrung in den Mund zu schieben.
Das regelt sich,denn so ein Körper hat nach einer schweren OP andere Ziele.Biete ihn immer wieder etwas zu essen an.Möglichst viel Eiweiss.Den Rest regelt die Natur.
Fortimel ist gut,aber optimaler wäre leicht verdauliche Kost.Mit "nur Fortimel" bekommst Du Kalorien,aber es entwöhnt den Darm auch etwas vom der Arbeit.
Schau einmal über den Wochenmarkt Deines Ortes,denn gerade jetzt gibt es jede Art von Obst und Gemüse Top erntefrisch :gut:

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doro

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Ich kann absolut nix essen.

Beitrag von Marly » 17.06.2017, 16:22

Hallo Vasco,

herzlich willkommen hier im Forum. :)

Ich kann mich da doro nur anschließen, es dauert eine Weile, bis der Appetit wiederkommt. Dein Körper sagt dir, was er haben will.

Speziell zu Toast aber noch eine eigene Erfahrung. Ich mochte Brot immer sehr gerne, aber als ich nach dem Krankenhaus das erste Mal wieder eins gegessen hatte, fühlte ich mich drei Tage lang absolut verklebt und konnte garnichts mehr essen, und war körperlich fix und fertig. Weißbrot zieht sehr viel Wasser und wird dann pappig, ich hatte das Gefühl mein Körper war nur noch damit beschäftig, das Zeug wieder loszuwerden. Vor drei Tagen hab ich mal wieder Toast probiert, es sehr lange gekaut und einen halben Liter Wasser dazu getrunken. War schon besser, aber müde war ich trotzdem mehr als sonst.

Wenn die Appetitlosigkeit noch länger anhält, sprich mal mit deinem Arzt. Vielleicht hält er eine vorübergehende parentale Ernährung für sinnvoll, wegen der anstehenden Chemo.

Marly

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Marly

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Ich kann absolut nix essen.

Beitrag von Merlina » 17.06.2017, 17:34

Hallo Vasco,

hast Du darüber mit Deinem Arzt gesprochen?
Wirst Du in einem Darmkrebszentrum betreut? Wie sind Deine Laborwerte? Und wurde die Anastomoseninsuffizienz noch weiter überwacht?
Ich würde in jedem Fall nochmal mit dem Onkologen sprechen. Es kann auch sinnvoll sein, einmal einen Ultraschall des Oberbauchs und der Leber zu machen.

Der Körper hält erstaunlich viel aus, aber trotzdem ist es gut, wenn Du Dich um eine ausreichende Stabilität für die Chemo bemühst.
Es kann auch hilfreich sein, den Vit B-Wert, Vit D, Ferritin, Folsäure, Zink und Selen zu überwachen und bei Mängeln auszugleichen.
Es ist für den Körper besser, eine Eiseninfusion zum Aufbau des Ferritins bzw. bei einer Anämie/Eisenmangel zu nehmen, auch wenn die Ärzte als Standard Transfusionen geben. Der Körper kann Eisen besser annehmen, als fremdes Eiweiß.

Sehr interessant waren in letzter Zeit auch die Berichte über Methadon als Begleitmittel und Verstärkung für die Chemo und als Heilungsunterstützung.
Guck mal hier:
http://www.uniklinik-ulm.de/methadon.html

Die Kritik an Methadon, z.B. dass es abhängig machen soll, ist unberechtigt, weil die Dosis viel geringer ist als bei der Drogenersatztherapie. Im Netz findest Du mehr Informationen dazu, evtl. auch noch in der 3sat- Mediathek.

Wenn es Dir nicht gut geht, hole Dir Hilfe, lass Dich nicht vertrösten. Belastende Symptome, Angst und Verunsicherung sollen nicht sein, es geht jetzt auch darum, Dich auf stabile Füße zu stellen, um die Selbstheilungsanteile Deines Körpers zu unterstützen. :roseSchenken:

LG, Merlina

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Merlina

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Ich kann absolut nix essen.

Beitrag von Hanna70 » 17.06.2017, 17:37

Hallo Vaso,

nimmst Du evtl. noch irgendwelche Schmerzmittel? Starke Schmerzmittel, auch Fentanylpflaster, sind bei mir die absoluten Appetithemmer. :schlecht:

Meine Erfahrung mit Toast ist eine ganz andere. Ich halte mich gerade mit Toast (und täglich 3 Flaschen Fortimel) über Wasser! Wenn gar nix ist mit Appetit und Essen, dann geht bei mir immer noch ein Toast. Da ich trotz Colostoma nahezu immer flüssigen Stuhl habe, kommt mir da eben der von Marly angesproche Entzug von Flüssigkeit entgegen.

Was wieder mal beweist - jeder ist und isst anders. ;)

Wegen der anstehenden Chemo würde ich beim Arzt auch einmal nach einer vorübergehenden parenteralen Ernährung fragen.

LG Rosi

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Hanna70

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Ich kann absolut nix essen.

Beitrag von Vasco » 18.06.2017, 13:26

hey,
Erst mal danke für die Antworten.

Ja klar ich bekomm oxicodon und tramal.
Aber das komische ist eher das ich richtig Hunger habe und mir was mache auf das ich Lust habe und dann wenn es vor mir steht mir übel wird.
Manchmal hab ich das Gefühl mein Pförtner reicht das nicht weiter. Der Darm ist leer und ich stoße selbst fortimel stundenlang auf.

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Vasco

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Beitrag von Vasco » 18.06.2017, 13:26

hey,
Erst mal danke für die Antworten.

Ja klar ich bekomm oxicodon und tramal.
Aber das komische ist eher das ich richtig Hunger habe und mir was mache auf das ich Lust habe und dann wenn es vor mir steht mir übel wird.
Manchmal hab ich das Gefühl mein Pförtner reicht das nicht weiter. Der Darm ist leer und ich stoße selbst fortimel stundenlang auf.

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Vasco

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Beitrag von doro » 18.06.2017, 13:54

Abscheu vor Speisen ist häufig ein Anzeichen dafür,dass mit dem Magen etwas nicht stimmt.Oxycodon ist manchmal für Verstopfungen verantwortlich,magenmässig ist mir dabei nichts bekannt.Mit Tramal habe ich keine Erfahrung.

Sprich am Besten mit Deinem Arzt über Dein Problem.

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doro

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Beitrag von Hanna70 » 18.06.2017, 14:47

Hallo Vasco,

mir geht es mit Tramal ähnlich, leider nicht nur mit Tramal. :(

Welche Sorte von Fortimel trinkst Du? Ich trinke seit nunmehr 9 Jahren nur Schoko. Die anderen Sorten schmecken mir zu sehr nach den künstlichen Geschmacksstoffen. Mit der Schokosorte kann man gut experimentieren - z.B. mit etwas Milch als Kakao (in der Mikrowelle kann man das gut heiß machen) oder auch auf Eis als Eisschokolade. Aufgestoßen ist mir das noch nie. Wie doro schreibt, würde ich auch den Arzt fragen.

Nur um mein (Unter)gewicht zu halten, müsste ich täglich 3500 kcal zu mir nehmen. Das schaffe ich auch mit 3 Flaschen Fortimel nicht und muss deshalb immer mal wieder über den Port aufgepäppelt werden.

LG Rosi

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Hanna70

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Beitrag von Peter51 » 18.06.2017, 16:51

Hallo und einen schönen Tag im Raum,
Hallo Vasco,
Nach einem so relativ kurzen Zeitraum, einen extrem schweren operativen Eingriffen und unter Beachtung deine weiteren körperlichen Belastungen mit derartigen nachhaltigen Erkrankung, muss man einfach dein Körper mehr Geduld/Zeit aufbringen.

Auch ich kenne das sogar schon über Jahre, wenig essen zu wollen (aus Angst noch mehr Schmerzen zu haben) und ich zwinge mich phasenweise mehrmals am Tage kalorienhaltig zu essen.
Natürlich sind alle Hinweise die du schon hier bekommen hast hilfreich und ganz besonders die Hinweisen von Merlina zum Methadonn (eine von vielen Optionsmöglichkeiten) , solltest du mit Notwendigkeit bei deinen Fachärzten anregen.

Es gibt viele hilfreiche Möglichkeiten den Körper per Infusionen zu unterstützen und gerade du Vasco must deinen Körper die beste Grundlage für weitere Therapien geben.
Leider lasen sich persönliche Erfahrungen nicht immer verallgemeinern, aber als Anregungen als eine von vielen Möglichkeiten sicher schon.

Gerade die Fachärzte der Onkologen/Schmerztherapeuten und Innere Fachtherapie mit ihren umfangreichen Erfahrungen, können ganz im Detail bei deiner komplexen Situation behilflich sein.

Ich bleibe persönlich dabei, in vergleichbaren Situationen wie deine, generell Zweitmeinungen einholen zu wollen, es geht ja um das wichtigste was man hat, seine persönliche Zukunft.
Nicht ein Arzt den ich sogar gerne davon in Kenntnis gesetzt habe, hat es mir das übel genommen den Rat eines Kollegen zu holen.

Auch wenn es enorm schwer fällt, sich zwingen was zu machen was einen alles abverlangt, ist enorm schwer, aber nur wir selbst können unseren Körper das abverlangen was für die Therapien auch notwendig ist.
Alles Gute Vasco, ganz besonders wünsche ich dir viel Hilfe, Unterstützung in Liebe und Geborgenheit bei deinen lieben daheim. Jeder Körper der auf Achtung geschaltet ist, braucht besonders die Phasen des inneren Frieden und Geborgenheit.

GLG aus Berlin Peter51

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Peter51

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