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Warum auf einmal mehr Schleimproduktion Hartmannstumpf?

Mit einem Stoma ist das Leben anders, aber nicht weniger lebenswert. Trotzdem stellt es uns vor so manche Herausforderung. Hier ist das Forum für eure Fragen und Erfahrungen zum Alltag mit einem Stoma.
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13 Beiträge • Seite 1 von 21, 2

Warum auf einmal mehr Schleimproduktion Hartmannstumpf?

Beitrag von jupiter9999 » 07.01.2019, 11:28

Hallo zusammen,
ich war schon längere Zeit nicht mehr hier und habe nur ab und zu mal reingeschaut zum lesen. Ich hoffe ich darf trotzdem meine Frage stellen. Seit fast sechs Jahren habe ich nun mein Ileostoma. Hinzu kam ja noch die Erblindung links und der Gesichtsfeldausfall rechts. Irgendwie scheine ich vom Pech verfolgt. Nun ja, zu meiner Frage. In den letzten sechs Jahren war es so dass mein Darm alle zwei bis vier Wochen einen Schleimpfropf produziert hatte. Auf der Toilette kam ich dann damit klar und er löste sich so dass ich wieder zwei bis vier Wochen total meine Ruhe hatte. Und nun, seit ca 2 Monaten ist es kein Schleim mehr sondern nur noch eine klare Flüssigkeit. Absolut klar wie Wasser und nur eine geringe Menge.
das Problem ist, dass dies vier bis fünfmal am Tag passiert. Dann muss ich meistens relativ schnell zur Toilette. Obwohl das nicht viel ist, nicht Mal ein halber Teelöffel, und selbst wenn es in die Unterhose gehen würde dann würde es trotzdem niemand merken. Aber seither traue ich mich kaum mehr aus dem Haus. Ständig ist die Angst da das wieder diese Flüssigkeit kommt. Ich habe auch schon in der Suchfunktion Beiträge gefunden aber wollte trotzdem um euren Rat bitten. Eine Möglichkeit wäre natürlich Einlagen. Ich habe mir auch schon welche bestellt die eigentlich für Harninkontinenz sind aber von der Menge was da rauskommt würden die locker reichen. Kann sich das auch wieder ändern oder muss ich jetzt mein Leben lang mit diesem Mist Leben. Ich kriege jetzt dann die Krise weil jeden Monat irgendein neuer Mist bei mir hinzukommt. Diabetes, Polyneuropathie, und starke psychische Probleme mit hypochondrischen Gedanken. Das Leben macht so keinen Spaß mehr. Ich habe keine Lebensqualität. Habe auch schon eine Psychotherapie gemacht aber die war für den Arsch. Ich freue mich auf eure Antworten.

Lieber Gruß Jupiter

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jupiter9999

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Warum auf einmal mehr Schleimproduktion Hartmannstumpf?

Beitrag von Monsti » 07.01.2019, 18:51

Hallo Jupiter,

wenn Du in der Suche den Begriff "Hartmannstumpf" eingibst, wirst Du einiges dazu lesen.

Mein Hartmann war nur 2,5 Jahre lang unproblematisch. Dann plötzlich fing er mit starker Schleimbildung an, die in den nächsten Monaten so heftig wurde, dass ich den Stumpf im 30-Minuten-Takt entleeren musste. Ansonsten bekam ich ekelhafte Krämpfe, die bis in die Kniekehlen zogen. Die wasserdünne Soße kriegte ich nur mit manueller Nachhilfe raus (Morbus Hirschsprung).

Nach langen Diskussionen mit dem Chirurgen wurde mir das Rektum entfernt. Seitdem habe ich da unten himmlische Ruhe. Ich habe die Rektumamputation nie bereut, zumal bei mir eh keine Rückverlegung vorgesehen war.

Liebe Grüße
Angie

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Monsti

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Warum auf einmal mehr Schleimproduktion Hartmannstumpf?

Beitrag von jupiter9999 » 07.01.2019, 19:10

Hallo Angie,
vielen Dank für deine Zeilen. Oje, das hört sich ja nicht gut an, hoffe das es vielleicht doch wieder besser wird. Irgendwas ist doch immer gell!!!
Rektum Amputation? Da wird mir ganz anders. Ich dachte vielleicht gibt's Medikament, die ein wenig die Schleimproduktion eindämmen oder verhindern.

Ich wünsche dir einen schönen Abend

Gruß Siggi

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jupiter9999

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Warum auf einmal mehr Schleimproduktion Hartmannstumpf?

Beitrag von Monsti » 07.01.2019, 20:48

Hallo Siggi,

meine Situation war anders als bei Dir. Der MH saß bei mir auch im Rektum, und der Dickdarm war eh schon komplett weg, bis eben auf diesen nervigen Hartmannstumpf. Die Rektumamputation war für mich eine echte Erlösung.

Bei Dir ist tatsächlich die Frage, inwieweit da medikamentös etwas zu machen ist. In meiner Not spritzte ich damals verdünntes Nasenspray ins Rektum, was dann tatsächlich auch wirkte. Nachteil: Die Schleimhaut entzündete sich auf die Dauer, und ich bekam wieder heftige Perianalthrombosen. Wir kennen das ja: keine Wirkung ohne Nebenwirkungen ...

Ist denn bei Dir eine Rückverlegung geplant? Falls ja, so würde ich von einer Rektumamputation natürlich absehen, falls nein: Überlege es Dir! Ich fand die OP trotz postoperativer Nekrose nicht wirklich schlimm.

Liebe Grüße
Angie

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Monsti

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Beitrag von jupiter9999 » 08.01.2019, 09:59

Hallo Angie,
Ich habe noch ungefähr knapp 40 cm Dickdarm. Damals sagte man mir ich könnte rückverlegt werden. Aber mit diesen knapp 40 cm habe ich zu große Angst dass ich überhaupt nicht mehr aus dem Haus kann. Also werde ich höchstwahrscheinlich mein Stoma behalten. Ich werde mal mit meiner Ärztin reden ob irgendein Medikament helfen könnte. Vielleicht Immodium was ja den Darm beruhigt. Auf jeden Fall muss ich eben wenn ich aus dem Haus gehe irgendwelche Einlagen rein machen damit ich ein klein wenig beruhigt bin. Vielen Dank für deine Antworten.

Liebe Grüße Siggi

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jupiter9999

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Warum auf einmal mehr Schleimproduktion Hartmannstumpf?

Beitrag von doro » 08.01.2019, 10:48

Hallo Siggi,

mein zurück zu verlegendes Ileo hat nach 3-5 Jahren auch ständig Schleim abgesondert.Mit und ohne Schmerzen wobei ich dann festgestellt habe,das ohne zu drücken der Schmerz sich in Grenzen hielt.
Aber nun komme ich zum Punkt,denn ich habe seit Jahren kein Problem mehr mit der Schleimerei. :DD
Damit möchte ich nur sagen,es besteht Hoffnung.

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doro

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Warum auf einmal mehr Schleimproduktion Hartmannstumpf?

Beitrag von jupiter9999 » 08.01.2019, 18:36

Hallo Doro,
das freut mich für Dich! Und hoffentlich auch für mich :aah:
Dann besteht ja noch Hoffnung, dass es vielleicht wieder besser wird.

Liebe Grüße Siggi

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jupiter9999

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Warum auf einmal mehr Schleimproduktion Hartmannstumpf?

Beitrag von Börgi » 09.01.2019, 13:27

Hallo Jupiter,
40cm Dickdarm sind doch was!!!! :super:
Ich hab gar keinen mehr, da ist der Dünndarm direkt an Mastdarmstummelchen (ca.6cm) angenäht- kein Pounch!
Ich hab tagsüber fast gar keine Probleme mehr, gut abends und nachts muß ich dann doch des Öfteren!!! Alles was man oben rein stopft, will dann irgendwann hinten mal wieder raus!!! :D ;) Aber man kann halt nicht alles haben! Ich nehme morgens 2 Lopra (Immonium) und meine Flohsamen zum eindicken und dann paß ich auf ,was ich esse.
Einmal im Monat gibt es eine Vitamn-B12-Spritze bei meinem Darmdoc !
Man lernt ziemlich schnell, was man verträgt und was nicht. Ausprobieren statt studieren. ;) :D
Ich bin fast jeden Tag unterwegs, ohne ängstlich zu sein! :super:
Ich hatte auch einen Hartmannstumpf, der sehr aktiv war und ich immer mit Vorlagen und Mull unterwegs war +Stoma!!!Dazu kam eine Fistel neben dem Anus, die immer lustig vor sich her eiterte!!!
Was für ein Schietkram, denn ich jetzt los bin!

Alles Gute wünscht Börgi!!!! :winke:

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Börgi

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Warum auf einmal mehr Schleimproduktion Hartmannstumpf?

Beitrag von jupiter9999 » 09.01.2019, 15:39

Hallo Börgi,

Vielen Dank für deine Nachricht. Hut ab, du hast sehr viel Mut!! Momentan traue ich mir eine Rückverlegung nicht zu. :( Dafür sind meine Nerven nicht stabil genug, leider. Ich hatte schon vor meinem Stoma Probleme mit Reizdarm und häufigem Durchfall. Wie das mit knapp 40 cm gehen soll mag ich mir nicht vorstellen. Vielleicht unbegründet aber leider zur Zeit unvorstellbar. Ich danke Dir fürs Mut machen und vielleicht bringt die Zukunft mir wieder die nötige Kraft.

Liebe Grüße Siggi

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jupiter9999

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Warum auf einmal mehr Schleimproduktion Hartmannstumpf?

Beitrag von Smile » 09.01.2019, 16:12

Moin,

@Börgi: bleibt die Wirkung bei Dir mit dem Loperamid oder meinst Du das lässt mit der Zeit nach und man braucht mehr Tabletten davon?

@ Jupiter: ich habe das Ileostoma jetzt auch seit ein paar Jahren und das mit der Schleimausscheidung ist mal mehr und mal weniger und auch mal fester und flüssiger. Insgesamt ist es eher mehr geworden, hält aber meist nur zwei Tage an und dann ist wieder einige Zeit Ruhe. Mein Restdarm ist allerdings auch entzündet. Ich spülte aktuell mit Budenofalk, kurzkettigen Fettsäuren und mache auch mal einen Einlauf mit Wasser oder Kamillentee. Ich weiß leider auch noch nicht, ob die Menge der Ausscheidungen mit dem Grad der Enztündung zusammenhängt - bin noch am testen und kann diesbezüglich leider kein Ergebnis liefern und nur meine Erfahrungen schildern.

Viele Grüße
Smile

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Smile

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