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Verzweifelt nach Darmperforation

Oft ist das Stoma nur vorübergehend notwendig. Aber die Situationen nach der Rückverlegung sind so unterschiedlich wie die Ursachen, die zum Stoma geführt haben. Tauscht hier eure Fragen und Erfahrungen zur Stoma-Rückverlegung aus.
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Verzweifelt nach Darmperforation

Beitrag von doro » 15.04.2019, 22:32

Die VAC Pumpe leistet sehr gute Arbeit.Sie hat meinen Platzbauch, nach endlosen vergeblichen Heilversuchen, sehr gut und schnell zu einem guten Ergebnis verholfen. :gut:

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doro

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Verzweifelt nach Darmperforation

Beitrag von Lotta » 16.04.2019, 13:07

Liebe Doro,

deine Nachricht hat dahingehend geholfen, dass ich es geschafft habe, nicht zusätzlich zu recherchieren. Und das will was heißen.... Eines beschäftigt mich diesbezüglich allerdings, dass er Blutverdünner (so allg. geschrieben, da sie auch wechselten) wg. der Blutgerinnung bekommt. Aber das haben die Ärzte ja sicher berücksichtigt. Sage ich mir wohl besser.

Ich vermute, dass die VAC-Pumpe zusätzlich zur Wundheilung auch eingesetzt wurde, da der Keim aufgrund des Wundenabstrichs entdeckt wurde.

Hinsichtlich des von Nicki zusätzlich erwähnten, möglichen Durchgangssyndroms frage ich mich, ob man dem nicht bestmöglich vorbeugen bzw. entgegenwirken kann.

Und ein neuer Gedanke. Aufgrund der vielen Zugänge und der Wunde. Da er zwar isoliert wurde, aber in einem Zweibettzimmer ist, frage ich mich, ob der Keim (es werden ja nur Patienten mit selbem Keim zusammengelegt) vom Bettnachbarn wieder auf ihn überspringen könnte.

Werde nachher versuchen, dies noch zu hinterfragen.

Herzlichen Gruß, Lotta

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Lotta

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Beitrag von Nicki86 » 16.04.2019, 20:18

Liebe Lotta!

Die VAC Pumpe ist bei diesen Spülbäuchen völlig normal nicht nur wegen dem Keim, sondern auch wegen der Stuhlverunreinigung im Bauch. Wenn der Keim weg ist und der Bauch soweit „sauber“ kann der Bauch verschlossen werden. Das er „Blutverdünner“ bekommt ist auch normal. So eine Sepsis bringt die ganze Gerinnung durcheinander. Und um Embolien zu vermeiden werden diese vorübergehend eingesetzt. Dem Durchgangssyndrom kann man leider nicht vorbeugen. Aber nicht jeder Patient bekommt es!

Gruß Nicki

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Nicki86

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Beitrag von doro » 16.04.2019, 20:44

Hallo Lotta,

Durchgangssyndrom kann man leider nicht vorbeugen. Aber nicht jeder Patient bekommt es!
das ist leider so ;) bei mir hat es sich, vor allen Dingen,bei Dunkelheit mit Träumen bemerkbar gemacht.
Damit hat es wohl niemand bemerkt.Bei meinem Gatten war es deutlicher zu merken,denn er hat mir von kleinen Elfen erzählt die bei ihm auf dem Bett saßen. :cry:
Das habe ich dem Arzt weiter gegeben und man hat diesbezgl. wohl etwas unternommen.
Aber wie Nicki86 schrieb,nicht jeder bekommt es.

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doro

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Beitrag von Lotta » 17.04.2019, 10:40

Ihr Lieben,

mein gestriger Besuch....

Vom Personal erhielt ich zunächst die Aussage, dass unverändert zum Vortag (dem ist vermutlich auch so im beruflichen Alltag, man hat andere Maßstäbe). Als Angehörige sah ich aber folgende Veränderungen:

Leukos gestiegen (knapp noch im oberen Normbereich), CRP minimal gesunken (211), Temp. weiterhin 37,7, O² auf 30 gesenkt worden. Intravenöse Ernährung peu à peu heruntergenommen, jetzt 10 (war auf 60 noch vor 2 Tagen). Noch keine neuen Abstrichergebnisse vorliegend.

Aufsetzen an der Bettkante erfolgt vormittags durch Physiotherapeut(in), erfuhr ich zusätzlich.

Reflux/Erbrechen war wohl recht hoch. Hoffentlich kommt die Nahrungslösung auch dort an, wo sie ankommen soll, und wird dort verarbeitet! Kann das zunächst normal sein? Habt ihr diesbezüglich Erfahrungswerte?

Viel Schleimabsaugung wohl erforderlich. Atmung ab 10.00 Uhr selbständig, soweit ich das am Diagramm richtig sah, dann zunächst durchgehend. Während meines Besuchs wurde kurz das "Plättchen" zum Sprechen erstmalig aufgelegt. Er war aber gestern sehr schlapp und konnte sich nicht so gut auf das Sprechen konzentrieren. Erst Husten und Schleim (hat er geschluckt, Abtransport über Schlauch, wäre nicht schlimm, und es wurde anschließend auch noch der Mund abgesaugt). Das Husten wäre bei anderen Patienten durchaus schon mal weitaus schlimmer gewesen, wurde mir gesagt. Dann Reden, Stimme kam sofort dann, aber nicht verständlich. Wirkte, als würde er den Moment nutzen, um zu meckern. schnelle durchgehende, unverständliche Sätze. Kann aber auch fehlgedeutet sein, war schwer. Das war sicher kein gutes Gefühl, dass wir ihn nicht verstanden. Aber für den ersten Versuch vielleicht auch normal.... ?!

Den linken Unterarm hob er mehrfach an (empfand ich als gut, ging vorher noch nicht, Händedruck war aber dafür schwächer), und, so hatte ich das Gefühl, deutete Richtung Bauch und Richtung Hals. Ich weiß nicht, ob ich es richtig deutete. Entweder er war zu schlapp oder gab irgendwann auf, mir etwas mitteilen zu wollen, weil ich vielleicht die falschen Antworten gab. Vor 3 Tagen noch war alles einfacher zu deuten. Nun wirkt er eher zu schlapp für klare Mitteilungen.

Die Schwellungen sind nun auch an den Füßen zurückgegangen. Die Haut wirkt nun aber, eher an den Händen, sehr schlaff.

Gestern wurde ich auch nicht von ihm rausgeworfen. Er schlief immer wieder ein. Auch kein Nicken oder Kopfschütteln, als ich fragte, was er lieber möchte. Habe noch versucht mitzuteilen, dass ich die Brille nun wieder abnehme und verabschiedete mich. Ich weiß nicht, ob er das noch mitbekam. In dem Moment habe ich an Doro's Worte gedacht, dass der Besuch zunächst belastend sei, und brach schweren Herzens auf.

Zum Durchgangssyndrom wurde mir gesagt, dass man fast damit rechnen müsse, nach der Dauer. Nicht so erbauend.

Doro, ich habe herausgelesen, dass dein Mann auch Ähnliches durchgemacht hat. Bitte grüße ihn auch einmal nett von mir.

So, nun werde ich dem heutigen Besuch entgegensehen, hoffend auf Besserung und ängstlich, dass kaum Veränderungen oder nicht die richtigen. Die Richtung sollte möglichst bitte zumindest wieder stimmen!! Es gibt mir auch Kraft, wenn es in die richtige Richtung geht, wenn auch in kleinen Schritten!

Euch zunächst einen sonnigen Tag, eure Lotta

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Lotta

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Verzweifelt nach Darmperforation

Beitrag von doro » 17.04.2019, 11:55

Hallo Lotta,

Deine Berichte wecken sehr viele Erinnerungen an meine schlimme Zeit,das ist aber nicht belastend für mich.Im Gegenteil,so freue ich mich, denn ich habe es gut überstanden. :)

aber nicht verständlich. Wirkte, als würde er den Moment nutzen, um zu meckern. schnelle durchgehende, unverständliche Sätze. Kann aber auch fehlgedeutet sein


Ja, während der Koma Zeit drang doch so einiges vom Geschehen rund im die Intensiv Station zu mir durch.Auch etwas was man normalerweise kommentieren möchte, weil so kleine alltägliche Selbstverständlichkeiten eben nicht so laufen,wie man es gerne hätte.
So wollte ich meinem Mann etwas mitteilen, aber er hat mich,logisch, nicht verstanden.
Es war eine Lappalie, aber für mich in dem Moment, wichtig . :(

So habe ich versucht,es auf einen Zettel zu schreiben, funktionierte natürlich auch nicht.
So habe ich mit meiner Beschwerde warten müssen, bis ich sprachlich wieder fit war :

Sehr schön,wenn er schon auf die Bettkante durfte, :gut: Das macht Deinem Partner sicher auch Mut und zeigt der Weg geht weiter.
Aber es kostet auch unendlich viel Kraft.Weiter viel positive Ergebnisse.

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doro

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Beitrag von Mariele » 17.04.2019, 21:00

Hallo Lotta
Ich verfolge seit Tagen Deine Berichte und hoffe immer mit Dir .
Ich denke jedoch, dass Du Dir zu viele Gedanken machst was wäre wenn. Die Blutwerte schwanken immer wieder , aber sie werden auch bald wieder normal sein. Ich spreche aus eigener Erfahrung. Mein letzter uroseptischer Schock liegt jetzt 4 Wochen zurück und ich liege immer noch 90% des Tages. Es dauert leider.

Ich wünsche Dir eine ruhige Nacht und Deinem Mann viel Kraft .

Mariele :winke:

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Mariele

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Beitrag von Nicki86 » 17.04.2019, 21:40

Liebe Lotta!

So wie es bei dein Mann ist kenne ich es von den anderen Patienten. Also ein „normaler“ Verlauf!
Wie schon gesagt ist das Abtrainieren der Beatmung sehr anstrengend wie du auch schon merkst.
Das Sprechen und der Kampf mit dem Schleim das ist am Anfang leider so. Du brauchst jetzt Geduld!
Sei einfach da! Bring ihm zur Orientierung ein Wecker mit. Ein digitalen der die Uhrzeit anzeigt( 6 Uhr und 18 Uhr) und ein Kalender den du ihm auf dem Nachtschränkchen stellen kannst.
Schreiben ist im Moment zwar noch anstrengend aber eine kleine Kinderschreibtafel wäre einfacher zu bedienen und hilft bei der Verständigung!

Gruß Nicki

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Nicki86

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Beitrag von Lotta » 17.04.2019, 22:03

Liebe Mariele,

dass du mit uns hoffst, sendet bestimmt positive Energie! Danke dir!!!!

LG und die besten Genesungs- und Erholungswünsche, Lotta

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Lotta

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Beitrag von Lotta » 17.04.2019, 22:54

Liebe Nicki,

ja, der Oberarzt, mit dem ich heute sprach, meinte auch, die Werte dürften auch mal schwanken, das wäre in dem Rahmen für die Erkrankung "okay".

Heute kam noch eine Sorge hinzu, man müsse aber abwarten. Heute wurde ein CT gemacht und ein Abszess (am oder Nähe Stoma innen entdeckt). Mehr könne man aber per CT nicht sehen. Wichtig wäre, dass keine Luft ersichtlich ist. Es war keine zu erkennen. Man müsse nun abwarten, einige Woche, wie sich das entwickelt. Denn im momentanen Zustand wäre auf keinen Fall an eine OP zu denken (obwohl er als Chirurg am liebsten gleich nachsehen würde, sagte er), da dies nicht zu verkraften wäre. Nun geht es wieder los mit den Gedanken (sorry Mariele, kommen automatisch, ganz dagegen wehren, klappt nicht). Was ist, wenn der Abszess bleibt oder gar platzt....

Zur VAC-Pumpe meinte er noch, dass der Bauch so weit offen wäre, dass ein "normales" Zusammenwachsen nicht möglich wäre. Zum Stabilisieren wäre ein Netz besser, doch das ist natürlich nicht möglich. Es bliebe auch auf jeden Fall ein Nabelbruch, eine Beule, die irgendwann später mal behoben werden könnte.... Vielleicht sollte ich darüber nicht auch noch nachgrübeln, zumindest jetzt noch nicht.

Hauptaugenmerk wird gerade auf die Lunge gesetzt. Er antwortete mir heute, dass das Atmen nicht schwerfiele. Hatte gar nicht darüber nachgedacht. Habe mich dann leicht geärgert, überhaupt gefragt zu haben.

Nun zum Positiven!!!! Ohne den Abszess wäre der Tag super gewesen! Ich wurde mit offenen Augen empfangen und begrüßt. Eigene Lagerung der Beine, hatte er vorher noch nicht so recht bewegt. Nach kurzer Zeit wurde der Aufsatz zum Sprechen genommen. Nach dem Öffnen (noch vor dem Aufsetzen), Husten ja, aber wieder relativ kurz, Schleim ganz schön viel, kam auch mit Druck aus der Öffnung. Der Mundraum wurde gereinigt und gecremt. Danach der Aufsatz gesetzt. Dann schien es, als fördere er selbst ab. Hustete und räusperte bestmöglich und dann floss richtig was durch den Schlauch, danach war der Schlauch klar.

Und dann.... die Sätze sprudelten heraus. Klar verständlich, korrekte Satzbildung meist. Wenn es so weiter geht, werden wir die Tafel nicht benötigen. Wir haben uns richtig unterhalten können (aber danke für den Tipp, hätte ich sonst umgesetzt), obwohl das Durchgangssyndrom klar erkennbar ist. Er weiß aber viel, kennt Namen, kann fast alles zuordnen, was die Realität anbelangt.

Hat gefragt, was denn überhaupt los sei, ob er einen Autounfall hatte....

Dann wiederum erzählt er, dass er in Bangkok war, ich aber erst eine Genehmigung für die Rückreise organisieren musste, da er seine Genehmigung verloren hatte. Ein Glück hatte..... unfassbar, wie das klingt, wenn man darüber nachdenkt.

Er hat mich nur ganz kurz mal nicht erkannt, und meinte, wir bleiben aber beim "DU". Sah Leute im Raum und meinte, ach, die machen wohl sauber. Er habe seit Tagen Durst und Hunger, bekäme aber nichts (geflüstert, die wären zu faul). Okay, er wusste, bei der Aussage zu flüstern. Er habe auch keinem mehr vertraut, deshalb manchmal nicht reagiert. Fragte immer wieder nach Trinken und auch Essen ("wo ist denn meine Suppe", "habe Appetit auf einen Apfel"). Dann fragte er noch nach einem Bier, da musste ich echt grinsen. Dass er noch keine Kohlensäure dürfte, war für ihn ein akzeptables Argument.

Was wirklich noch der Hammer war, als ich wieder erklärte, dass er mehrere Tage (vorsichtig anfangen, dachte ich, habe bislang ja nur von sehr tiefem Schlaf erzählt) in tiefer Narkose war, fragte er, wo war ich denn dann aber. Er meinte, wir hätten doch viel miteinander unternommen. Was er an Träumen/Erlebnissen schilderte, konnte auch klar manchen meiner Erzählungen, als er noch im tiefen Koma lag, zugeordnet werden. Unfassbar. Somit.... ich würde immer wieder täglich hinfahren. Eure Schilderungen kann ich nun aus eigener Erfahrung bestätigen. Ich glaube auch fest daran, dass das die Gehirnzellen durchgehend stimuliert.

Gegenüber vom Bett hängt eine Uhr, allerdings mit Zeigern. Ob er sie sieht, habe ich schon gefragt, doch wenn es zu kompliziert sein sollte, daran habe ich gar nicht gedacht, werde ich den Wecker mitbringen. Ein sehr guter Rat. Mit dem Kalender warte ich besser noch, bis er realisiert, wie lang der Schlaf tatsächlich war. Der Pfleger erwähnte ganz unbedarft, dass er mehrere Woche schon dort wäre. Das habe ich aber leicht ausgebremst. Weil er auch meinte, das wäre doch kein Leben dort, man bekäme kein Essen und Trinken. Habe auch für später alle Tageszeitungen aufgehoben, damit er dann weiß, was in der Welt geschah.

Richtig unangenehm findet er, dass er festgeschnallt ist. Klar, verständlich. Doch mich wiederum beruhigt es auch ein wenig.

Das einzige, was ich nicht so gut fand, war, dass er viel zu weit unten im Bett lag. Habe ich auch angesprochen, da an einem Fuß eine bläuliche Druckstelle war, obwohl die Schwellungen nun gänzlich weg sind.

Ich blieb die Besuchszeit über komplett da. Wir haben uns nahezu durchgehend unterhalten. Die Mimik passt sogar. Er wollte auch schon scherzen und boxen, als er der Meinung war, ich solle etwas dem Pfleger nicht erzählen.

Wir haben nahezu durchgehend über 2 Stunden geredet / kommuniziert. Es flossen zwar auch Tränen bei ihm bei einem Thema, aber nur kurz. Es war trotz der leider nicht so guten Nachricht ein ganz erhebender Tag! Damit hätte ich in der Form noch nicht gerechnet.

Schlaft gut, eure Lotta

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