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Bericht meiner Rückverlegung – Seite 1

Oft ist das Stoma nur vorübergehend notwendig. Aber die Situationen nach der Rückverlegung sind so unterschiedlich wie die Ursachen, die zum Stoma geführt haben. Tauscht hier eure Fragen und Erfahrungen zur Stoma-Rückverlegung aus.
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9 Beiträge • Seite 1 von 1

Bericht meiner Rückverlegung

Beitrag von novinia » 04.05.2008, 14:36

Hallo Ihr Lieben,
am 29.04. sollte meine RV erfolgen, aber an dem Tag gab es nur die Rektoskopie und CKE-Untersuchung, wobei beide ergaben, dass mein Darm sauber verschlossen ist:)
Abends gab es 2 l Flüssigkeit zum Abführen und das war auf Grund meines Prolaps richtig ätzend. Ich stand anderthalb Stunden unter der Dusche bis es aufhörte zu spratzen. Sorry für die Ausführlichkeit, aber ich war ziemlich sauer, dass man mir nicht gesagt, welche durchschlagende Wirkung das Zeug hat. So schnell kriege ich jedenfalls meinen Prolaps nicht rein als es wieder läuft.
Am 30.04. war es endlich soweit. Zwar nicht wie angekündigt gegen 15.00 sondern erst nach 20.00 Uhr.

Die OP ist gut verlaufen, es hat eine halbe Stunde gedauert. Die nächsten 48 Stunden waren nicht so klasse, weil ich zum Einen höllische Nacken- und Rückenschmerzen hatte, zum Anderen konnte ich kaum schlafen. Übel war auch, dass ich gestern und vorgestern nur Tee und Joghurt essen dürfte und erst heute, also nach 6 Tagen klare Suppe und Weißbrot bekommen habe. Zugegeben, gestern habe ich verbotener Weise zwei kleine Kartoffeln genascht!

Tja, eigentlich habe ich angenommen, dass ich am Montag ins Khaus komme und spätestens am Samstag wieder zuhause bin. Heute ist Sonntag und ich hänge immer noch am Tropf.

Selbständig konnte die Verdauung auch nicht ansetzen und ich musste mich mit Dulcolax-Zäpfchen quälen... Ich wunderte mich auch, woher ich Verdauung kriegen soll, wenn ich nur Brühe und Joghurt essen konnte.

Es würde mich interessieren, ob ihr genauso lange ohne feste Nahrung verbracht habt oder waren die Ärzte hier nur übervorsichtig, dass die Darmnaht nicht überstrapaziert wird.
Ich fühle mich mit meinem Weißbrot jedenfalls jetzt wie nach einem Gourmet-Essen.
Nur die Wirkung des Abführmittels machen mir zu schaffen, hoffentlich hört es auf, wenn ich gleich Besuch bekomme... :abgedreht:
Liebe Grüße
Iwona

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novinia

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Bericht meiner Rückverlegung

Beitrag von Sabine049 » 04.05.2008, 15:36

Hallo Iwona,

sechs Tage ohne feste Nahrung ist heutzutage verhältnismässig lang :confused:; nach meinen RV der doppelläufigen Stomata begann man nach Einsetzen der Verdauung mit dem Kostaufbau.

Nach meiner endständigen Colostomie im Febr. 04 übermannte mich bereits am 2. postop. Tag ein derartiger Heißhunger, dass ich dem OA beharrlich beteuerte, dass ich so einen Hunger habe. Aus Mitleid :D erhielt ich dann mittags bereits Kartoffelbrei und abends 2 Scheiben Weißbrot mit Streichwurst ("Braunschweiger" - mmmmh) und -käse, lecker.

Leider stellten sich dann zwei Tage vor der Entlassung übelste Koliken ein. Anschließend erbrach ich schwallartig und voluminös den gesamten Magen-Darminhalt literweise :haarezuberge:. Die Schwestern kamen mit dem Entleeren der Waschwannen nicht nach, die eigentlichen Brechschalen reichten nicht aus. Danach veranlaßte der CA :kiss: totale Nahrungs- und Flüssigkeitskarenz, die MS wurde neu gelegt und Infusionen angehängt. Innerhalb von etwa sechs Std. liefen 1.6 l giftgrüne Gallenflüssigkeit ab.

Scheinbar sind die Ärzte übervorsichtig, weil wie ich deinem Bericht entnehme, die eigenständige Verdauung noch nicht richtig wieder eingesetzt hat. Sobald du ohne jedwede Abführmaßnahmen abgeführt hast, wird die Genesung rasant voranschreiten. Nach dem 1. Stuhlgang - ob unten o. über Stoma - gings bei mir immer steil bergauf.

Solange allerdings der Darm nicht seine eigentliche Tätigkeit aufgenommen hat, wirst du wohl oder übel dich noch ein wenig gedulden müssen.

Dir gehts ja schon besser :troest:; allgemein ein gutes Zeichen, wenn sich der Appetit einstellt und die Scheibe Weißbrot einem gourmetmässig mundet :ballon:.

Warte noch ein/zwei Tage, evtl. wirst du dann Mitte der (kommenden) Woche entlassen.

:kiss: und gute Besserung Sabine

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Sabine049

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Bericht meiner Rückverlegung

Beitrag von Webkänguru » 04.05.2008, 20:02

Hallo novinia,

zuerst einmal wünsche ich dir gute Erholung nach der überstandenen OP :) Wie Sabine schon angedeutet hat ist noch ein etwas Geduld angesagt. Die Ärzte wollen sicher erst sehen, das auch wirklich alles funktioniert, bevor sie dich wieder entlassen. Und das ist auch vernünftig.

Viele Grüße,
euer Webkänguru

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Webkänguru

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Bericht meiner Rückverlegung

Beitrag von novinia » 05.05.2008, 19:49

Hallo Ihr Lieben,
gestern Abend habe ich plötzlich ganz normale Vollkost bekommen (Graubrot mit Jagdwurst und Käse, Schonkaffee).
Heute ebenfalls Vollkost mit Brötchen zum Frühstück und Cremesuppe mittags sowie Penne in Tomatensoße. Den Salat habe ich vorsichtshalber weggelassen. Als Nachtisch gab es Bifiteral. Drei Liter Tee (Roiboosh und Früchte) habe ich auch intus.
Und nun passiert gar nichts! Ich sitze mit einem vollgestopften Bauch, denn das heutige Abendessen kommt noch hinzu und ich kann nicht Abführen :shock:

Ich habe mir vorgenommen bis morgen früh zu warten aber dann müsste es doch klappen. Ist es immer so?
Liebe Grüße
Iwona

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novinia

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Bericht meiner Rückverlegung

Beitrag von Meta » 05.05.2008, 22:45

Hallo Iwona,
hauptsache,du hast erstmal die OP soweitgut überstanden!!!!
Der Rest kommt nach und nach!!!:troest:

Was mich doch immer wieder überrascht, dass die KHs doch alle unterschiedlich in der OPvor und Nachsorge verfahren.
Bei meiner RV habe ich vorher kein Abführmittel bekommen,
ich durfte lediglich den Tag vorher nur noch flüssige Dinge,
wie Suppen aber auch Joghurt essen.
Mit der Begründung,dann kommt hinterher die Verdauung besser wieder in Gang,als wenn der Darm ganz leer ist.

Ich wünsche dir das Übliche,Geduld (:D ) und natürlich, dass
du bald wieder fit bist!!!
Liebe Grüße,
Marion

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Meta

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Bericht meiner Rückverlegung

Beitrag von novinia » 06.05.2008, 19:48

Hallo Marion,
vielen Dank für Deine Wünsche.
Ich bin auch schon froh, dass ich schon super fit bin und gehe sogar ausgiebig spazieren, was gerade bei dem Wetter beinahe wie Urlaub ist.

Leider habe ich immer noch keinen Stuhlgang trotz vom Arzt verordnetes Perenterol und von mir gekauften Flohsamenschalen. Die Schalen (1 TL) habe ich mit Joghurt gegessen und ordentlich getrunken. Bin gerade dabei den dritten Liter Tee zu trinken, aber es rührt sich nichts :rolleyes:

Ist das nicht blöde, andere haben Probleme mit Dauerdurchfall und ich komme nicht auf den Pott :abgedreht:

Liebe Grüße
Iwona

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novinia

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Bericht meiner Rückverlegung

Beitrag von Monsti » 06.05.2008, 20:37

Hallo Iwona,

da ich Rückverlegungen lediglich bei Mitpatientinnen kenne, weiß nur, dass es recht unterschiedlich abgehen kann. Dir wünsche ich natürlich beste Gesundung und bald eine möglichst normale Verdauung.

Liebe Grüße
Angie

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Monsti

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Bericht meiner Rückverlegung

Beitrag von Sabine049 » 07.05.2008, 22:26

Hallo Iwona,

versuchs doch mal mit "Movicol"; und eine Sanierung der Darmflora mit Omniflora wäre bestimmt auch sinnvoll.

Perenterol, Bifiteral, Dulcolax sind aus meiner Sicht primär Laxanzien, die den Dickdarm Wasser entziehen und zusätzlich eine Gewöhnung hervorrufen können. Ganz zu schweigen von der schädigenden Wirkung auf die Darmflora.

Lass doch mal den ganzen - sorry - Mist weg, bewege dich möglichst viel an der frischen Luft und erkundige dich mal nach einem Osteopathen, einigen von uns hat die osteopathische Behandlung sehr gut geholfen.

Liebe Grüße Sabine

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Sabine049

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Bericht meiner Rückverlegung

Beitrag von novinia » 08.05.2008, 10:20

Hallo Sabine,
vielen Dank für Deine Tipps. Gestern morgen habe ich "Rohrfrei" bekommen, d. h. Bifeteral mit Laxoberal-Tropfen und es bewirkte nur, dass ich Abends kolikartige Schmerzen bekam.
Heute morgen habe ich einen Beutel Movicol bekommen und dazu noch einen kleinen Einlauf. Es hat mini-minimal geholfen, und langsam wird mir schon schlecht und ich kriege keinen Bissen mehr runter. Nach 3 1/2 Tagen Vollkost :shock: ... Ich sehe aus wie im 5. Monat schwanger.

Ich hoffe, dass heute endlich eine Erlösung kommt und so komme ich Morgen nach Hause.
Aber da muss ich mich mit dem Thema Verdauung etwas mehr befassen. Vor meiner Stomazeit habe ich schon unter einem trägen Darm gelitten, mitunter selbst verschuldet, weil ich einfach zu wenig getrunken habe (1 Liter, davon ca. 3 Becher Kaffee). Aber das habe ich mir zum Glück abgewöhnt.

Geschockt war ich auch, als mir gesagt wurde, dass ich 2-3 Monate lang nur bis 2 kg heben soll damit die Narbe gut verheilt. Das ist wirklich nicht viel und kommt schnell zusammen. Zumal ich so auch nicht mit meinem Hund spazieren kann, denn wenn sie ihre 32 kg in die Leine stemmt, bin ich ausgeliefert. Hmm, was so eine einfache, erfreuliche Rückverlegung noch mit sich zieht...

Zum Glück kann ich hier im KHaus das schöne Wetter geniessen und schön in den Parks spazieren gehen. :) Auch in der Hoffnung, dass es dem Darm zugute kommt.
Liebe Grüße
Iwona

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novinia

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