Forum für Stomaträger, Angehörige und Interessierte
Neu hier? | schnell registrieren!

Ein Jahr "after" Rückverlegung, Ileostoma – Seite 1

Oft ist das Stoma nur vorübergehend notwendig. Aber die Situationen nach der Rückverlegung sind so unterschiedlich wie die Ursachen, die zum Stoma geführt haben. Tauscht hier eure Fragen und Erfahrungen zur Stoma-Rückverlegung aus.
Antwort erstellen
5 Beiträge • Seite 1 von 1

Ein Jahr "after" Rückverlegung, Ileostoma

Beitrag von Filipendula » 08.01.2018, 17:53

Hallo zusammen,

ich suche irgendwie Antworten....
Hatte im April 2017 meine Rückverlegung des Ileostomas. Hatte ihn "nur" vier Monate. Grund des Stomas: tief infiltrierte Endometriose im Enddarm, 14 cm wurden entfernt :-(
Da ich (50) eine 10 cm große Eierstockzyste entfernt bekam, entdeckten sie, dass sich innerhalb der Zyste, ein Karzinom gebildet hatte. Also folgte eine neunstündige OP :krank: .
Gebärmutterentfernung, großes Netz, zich Lymphen, das volle Programm :( In dieser OP, überraschten sie mich durch erstmaliges Realisieren nach erst drei Tagen, dass sie mir einen Ileostoma zaubern mussten. Ich fands nicht tragisch.....Fentanyl ist einfach wunderbar und so dermaßen von Nöten gewesen !!! ...... 14 Tage komaartiges Zurechtfinden .
Ich hatte ein riesen Glück !!!!!! Keine Chemotherapie und nix. Das Karzinom war hermetisch abgeriegelt. Grund zum Feiern :super: Möge es so bleiben.
An den Stoma gewöhnte ich mich relativ rasch. Fand es sogar irgendwann recht witzig...hin und wieder aber auch zum K..... . Schlafmangel und für die Nacht, zu kleine Beutel, was sehr ärgerlich ist, wenn die Kasse da kein Einsehen hat und nur die kleinen Tagbeutel spendiert (hatte wohl den falschen Pass !)
Leben mit einem Stoma war für mich durchaus vorstellbar. Ich konnte sogar Motorrad damit fahren :gut:

Soooooo......nach der Rückverlegung:
Das Gehen, eine Katastrophe :cry: Schmerzen ....da war der große Bauchschnitt ein Kinderspiel dagegen !!!
Erster "Kack"- Absatz, 10h nach OP. Täglich wurde es mehr, wegen Nahrungsumstellung! Ich pendelte mich so zwischen 8 -15 x "Kacken" ein. Das ging etwa 2 Monate so weiter..... Irgendwann traute ich mich an Fleisch und Wurst heran. Man muss ja ALLES testen, was man da so in sich schaufelt. Fleisch sollte suuuuuper gut gekaut/zermalmt werden, bis es breiig ist. Bei Salaten/Rohkost lernte man erstmals, wie Geduld beim Essen erlernt wird :D Da verstrichen bei einer kl. Schüssel Mischsalat, schon mal 45 Minuten ins Land.
Ich probierte einmal in der Woche eine andere Speisse, Mahlzeit, Frucht, Gemüsesorte, Brotsorte etc. aus. Damit ich auch merkte, was, ob und wieviel ich davon vertrage. So fuhr ich recht gut damit. Pektin ist gut, um den Stuhl geschmeidig zu halten (Gummibärchen!)
Nicht gut sind: Schokolade, Weizenmehlprodukte wie: Semmeln, Bretzeln, Salzstängelchen, Weizenbrot.
Sauerkraut, Schweinefleisch, Flips <---- (tödlich!) All diese Nahrung, verursacht entweder Verstopfungen oder schmerzhafte Blähungen)
Vor kurzer Zeit erst, wagte ich mich an frischen Knoblauch :D Und ???? geht gut :) Ich liiiiiebe Knoblauch.
Meine Kacksituation hat sich relativ eingependelt auf 2-3 x Kacken am Tag. Meist, direkt nach dem Mittagessen/Hauptmahlzeiten. Manchmal muss ich ein Tag/Nacht gar nicht....dann gibt es Tage, an denen ich bis zu 8 x muss.....aber zum Großteil 1-3 mal am Tag :-) Kann man gut mit leben :)))

Was mir gerade akut etwas Sorgen bereitet ist, dass ich hin und wieder stechende Schmerzen im Enddarmbereich (ca. 3-4 cm vom After in den Darm rein und dort bei fünf Uhr) habe/bekomme. Wie ein Krampf an dieser Stelle. Manchmal strahlt dieser Schmerz ins Steißbein aus, oder Ischias. Wenn es dort sticht, fängt es auch in der Nähe des (sich damals noch befindlichen) Blinddarms an zu "ziehen". Das geht dann am Tag so bis zu 5 x je 30 Min. - 1 h! , oder auch mal ein 2-3 Tage in verschiedenen Abständen.....dann ist aber auch mal wieder Tage lang nichts zu spüren. Das macht mich noch ganz verrückt. Vllt doch von Unverträglichkeiten her? Kennt das jemand?

Ich hatte auch ein paar Wochen. vllt auch 3-4 Monate lang, heftigen Juckreiz am After und Damm, was zu nässen begann und recht stark anschwellte, je nach Kratzintensität meinerseits. Dieses viele Abführen und das Ausprobieren verschiedener Klopapiere, haben da ganze Arbeit geleistet :-(
Ich dachte erst: Pilz? Da ich wegen Blasenentzündung Antibiotika nehmen musste.... aber ich tippe eher, es waren diese kleinen Verletzungen um den After vom vielen Wischen. Feuchttücher sensitiv waren auch nicht der Brüller und zum ersten Mal sehnte ich mich nach einem Bidet :-P
Das würde ich echt sehr empfehlen !!!!! Die jenigen, die die Rückverlegung vor sich haben: duscht mehr !!!!!!!!!! statt euch mit Klopapier wund zu juckeln !!!! Ich würde mir ein Bidet 100% anbringen lassen ! https://wacor.de/duschwc-mewatec-e900.h ... gLQM_D_BwE

Meine Frage: Wie nehmt Ihr Verdauungsprobleme wahr? Zwickt und zwackt es bei Euch??? Was genau spielt sich bei Euch ab und wo tuts jeweils weh? Wäre um jede Beschreibung dankbar !
Vielen Dank für`s Lesen meiner Kurzgeschichte :gut:

kein Profilfoto
Filipendula

Mitglied

Ein Jahr "after" Rückverlegung, Ileostoma

Beitrag von Käthchen » 10.01.2018, 21:26

Hallo Filipendula,

vielen Dank für deine ausführliche Informationen.

Ich habe seit November ein Ileostoma auch nach Endometriose.

Die Schmerzen die du beschrieben hast, kommen mir bekannt vor. Ich hatte solche Schmerzen durch die Endometriose vor der Op und jetzt weil die Narbe sich zusammen gezogen hat. Seitdem es etwas geweitet wurde, ist es besser geworden.

Weiterhin gute Besserung,
liebe Grüße

kein Profilfoto
Käthchen

Mitglied

Ein Jahr "after" Rückverlegung, Ileostoma

Beitrag von Star85 » 11.01.2018, 10:06

Hallo Filipendula,

danke für deine Geschichte. Es ist immer wieder gut die Rückverlegungs-Geschichten zu lesen.

Ich hatte auch ein Stoma (erst Kolo- dann Ileostoma), aber 1 1/2 Jahre.

Das heißt eigentlich du hast deinen ganzen Darm noch?

Also diese Schmerzen kenn ich fast so wie du sie beschreibst. Ich habe so ein Ziehen im Unterleib und weiter runter... es krampft ja.
Das ist manchmal 2 Tage un dann wie weggeblasen. Ich weiß bis heute nicht, woran das liegt. Dachte immer an den inneren Nähten!?

Du hast es gut, dass du gut mit den Stuhlgängen zurecht kommst. Ich bin fast etwas am verzweifeln, da ich tagsüber soweit keine Probleme habe - bis zu 3 Stuhlgänge tagsüber - und nachts fängt es an.... Hölle :( . Heute Nacht war ich 10 mal auf Toilette, obwohl die Rückverlegung über 3 Monate her ist.
Wird das noch?

Ich hab trotzdem noch von anfangs 20-22 Stuhlgänge, jetzt 10 Stuhlgänge.
Das ist noch eindeutig zuviel. Und es ist stundenlang Ruhe und dann bis zu 5 mal hintereinander - besonders abends beim Essen, dann mal auf der Couch und am meisten und sehr oft nachts.

Ich bin echt am Ende und hoffe so mein Körper arbeitet und das wird noch :? :? :? :? :? .

@Börgi: wenn du das liest, vielleicht kannst du mir mal schildern wie das bei dir war und ob ich noch Geduld haben muss bzw. was kann ich noch tun!?

Lg
Star

kein Profilfoto
Star85

Mitglied

Ein Jahr "after" Rückverlegung, Ileostoma

Beitrag von Star85 » 11.01.2018, 10:10

Ach: das jucken am Enddarm hab ich auch - klar das sind die Hämoirrhoiden. Manchmal bluten die, wenn man zuviel juckt.
Aber man kann es gut in den Griff bekommen - ist halt heftig am Anfang.

Mittlerweile hab ich auch mein Popo gut im Griff, also der Körper kann es schaffen, das sieht man. Es braucht halt alles seine Zeit.

Und noch zum Thema Bidet: hat mir meine Chirurgin auch empfohlen haha.... klar ich lass mir ein Bidet in ne neue Wohnung machen.. ne ne.
Ich hab die Badewanne nebenan, putz mich nur ab dass nix tropft und steig in die Wanne und dusche so oft ab wie es geht. Das hilft sehr! :gut:
So hab ich es in den Griff bekommen und Tannolact Sitzbäder und ab und an cremen, wenns nicht mehr geht.

Bei mir ist übrigens Burger Kind und fettige Sachen am Besten. Ich versteh es zwar nicht, aber ist so. Also am Essen allgemein kann ich nicht zuordnen, was mir gut tut und was nicht. Aber das konnte ich noch nie während meiner Crohn-Zeit. Für mich ist alles gleich gut oder mist.

kein Profilfoto
Star85

Mitglied

Ein Jahr "after" Rückverlegung, Ileostoma

Beitrag von Börgi » 11.01.2018, 13:37

Hallo Star,

ja so abgedroschen wie das ist, Geduld, Geduld und nochmals Geduld!!!
Ich weiß, aber das hab ich auch durch. :troesten:

Bei mir werden es im Juno 3Jahre nach der RV. :super:

Es ist manchmal anstrengend, so wie Du es schilderst besonders nachts! Ich weiß auch nicht mehr, wie es ist durchzuschlafen!!! Mindestens einmal steh ich auf, meistens sind es Blähungen mit Anhang!
Hab ich Stress , dann renn ich auch schon öfters mal. :cry: Aber das war mit Beutel auch nicht anders! :hmm:
Tagsüber ist es ok! Alle 4-6 Stunden, kommt auch darauf an, was ich esse und wie meine psychische Verfassung ist. Mein persönlicher Rekord liegt bei 10 Stunden ohne Keramik!!! :super: :super:

Aber dafür, das ich kein Speicher mehr hab, bin ich sehr zufrieden mit mir!!!!
Ich wußte was auf mich zukommt und das hab ich akzeptiert!!!
Ich versuch nicht dran zu denken und leb mein Leben. Es klappt ganz gut!!! :gut:

Krämpfe hab ich nicht, ab und zu mal Narbenschmerzen.
Zum Anfang hab ich auch Sitzbäder gemacht, heute nicht mehr.
Penatencreme steht immer noch im Bad, wenn es mal ein ganz doofer Tag war, hilft die mir immer!!! :gut:

Nicht verzweifeln, es wird von Tag zu Tag besser, aber es dauert halt!!!
Wir haben es so gewollt, also müssen wir da durch, hilft nichts!!!!

Liebe Grüße von Börgi!!!! :winke:

kein Profilfoto
Börgi

Mitglied

Antwort erstellen
5 Beiträge • Seite 1 von 1


Beiträge der letzten Zeit anzeigen:
Sortiere nach: