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Rückverlegung ja oder nein? – Seite 2

Oft ist das Stoma nur vorübergehend notwendig. Aber die Situationen nach der Rückverlegung sind so unterschiedlich wie die Ursachen, die zum Stoma geführt haben. Tauscht hier eure Fragen und Erfahrungen zur Stoma-Rückverlegung aus.
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30 Beiträge • Seite 2 von 31, 2, 3

Rückverlegung ja oder nein?

Beitrag von Börgi » 11.04.2019, 18:43

Grüß Dich,
naja, wenn die RV erfolgreich war, braucht der Darm und der Körper einige Zeit sich an die neue Situation zu gewöhnen.
Da kann das schon sein, das Du in der ersten Zeit so an die 20mal aufs Töpfchen mußt. Und auch nachts.Penatencreme und Babyfeuchttücher waren meine besten Freunde und nachts vorsichtshalber eine Windel. Ich hatte mein Stoma 5 Jahre, da dauert das mit der Umgewöhnung!!!Am schlimmsten waren die Blähungen und die Dinger reisen ja nicht alleine, die kommen immer mit Anhang raus.Manchmal konnte ich gar nicht so schnell aus dem Bett, ist Mist aber die Wahrheit!!!

Das läßt dann irgendwann nach einigen Wochen nach, bis Pounch und Darm sich daran gewöhnt haben.
Auch der Druck auf den Schließmuskel läßt allmählich nach!!

Wichtig, schon jetzt Schließmuskeltraining und Beckenbodenübungen machen!!! :brief:

Ich bin ja an die 10mal operiert worden ,aber ich hab nie eine PDA(Rückenkatheter) oder Schmerzpumpe gehabt. Keiner sticht mir eine Nadel in meinen Rücken, den verklag ich bis in die Steinzeit!!
Selbst nach meinem Darmverschluß nicht. Hab ich auch nicht gebraucht. Ich hatte bis auf einmal , immer einen Zugang auf der Hand, einmal einen ZVK am Hals und dort wurde bei Bedarf Schmerzmittel gespritzt und auf Station gab es dreimal täglich Tropfen. Schmerzen in dem Sinne, hatte ich nach der OP nicht verspürt. Bin auch nächsten Tag schon aufgestanden zum waschen ins Bad, natürlich auf einem Hocker vorm Waschbecken mit einer Schwester. Je eher man aus dem Bett kommt und sich bewegt, desto schnell heilt es.

Wie eine Pounch-OP ist, weiß ich nicht, ich hatte keine. Bei mir wurde der Dünndarm an mein Mastdarmstummelchen angeschlossen!!! MC-Patienten bekommen keinen Pounch, zu gefährlich,wegen der Entzündungen!!!
Man hat mich aufgeschnitten. Darm angenäht und zu getackert, neues Stoma gelegt zwecks Ausheilung der Anschlußnähte und 3 Monate später das Stoma entfernt. Das war dann eine kleine OP!!
Nach 10Tagen bin ich wieder nach Haus marschiert!! :D

Angst haben ist normal, aber mach Dich nicht verrückt!! Schreib Dir einen Fragezettel und nerv den Doc beim Vorgespräch, auch den Narkosearzt!!!Egal, was die von Dir denken, Du liegst auf dem Tisch, es ist Dein Körper. also frag!!!!

Liebe Grüße von Börgi!!! :winke:

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Börgi

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Rückverlegung ja oder nein?

Beitrag von Butterfly » 11.04.2019, 20:39

Hallo Virgi

war es denn die erste OP? Dann ist der grosse Bauchschnitt schon ungewöhnlich, wenn die Kolektomie planmässig erfolgte - gerade über 30 cm :o
Bei mir fand die erste OP (auch Kolektomie) laparoskopisch statt. Erst mit der Pouch-Anlage wurde ein Bauchschnitt notwendig. Wenn einmal eine Bauch-OP gemacht wurde, werden meist alle anderen OPs über Bauchschnitt gemacht, wegen der Verwachsungen ist sonst die Verletzungsgefahr zu gross. Bei einer Laparaskopie wird "blind" aufgrund von Erfahrungswerten in den Bauch gestochen und dann kommt erst das Gas und die Kamera, wo der Arzt dann sieht, ob er richtig ist. Das funktioniert später nicht mehr, wenn Darmschlingen o.ä. zusammenkleben - und das weiss man eben nicht.

Ich hatte auch eine Colitis ulcerosa und war 29 Jahre alt. Mir wurde auch gesagt, statistisch super, da kommt i.d.R. ein super Ergebnis mit dem Pouch raus. Ich bin allerdings der Fall für die Statistik. D.h. mit der Pouch-Anlage ging es stark bergab. Ich habe in 4 Wochen 10kg Gewicht verloren, dann kam die künstliche Ernährung über ZVK, die RV, eine Not-OP kurz nach der RV (der Dünndarm war dort festgewachsen, wo vorher der Dickdarm gelegen hatte), dann Sepsis und nächste Not-OP. Der Pouch hat niemals seine Funktion aufgenommen. Ich musste alle 1,5-2h auf Toilette (auch nachts), habe Loperamid (nach jedem Stuhlgang), Tinctura Opii (10x am Tag 5-10 Tropen), Colestyramin, Aplona und Opti Fibre bekommen. Ich hatte bei jedem Stuhlgang starke Bauchschmerzen und habe nach der Sepsis aufgrund der Schmerzen auch nicht die Morphine reduzieren können (75er-Fentanyl-Pflaster, 120mg Oxy, Lyrica, Arcoxia uvm.). Nach 8 Monaten mit diesen Medikamenten (wohlbemerkt alle zusammen) habe ich drum gebeten mich von diesem Pouch zu befreien, damit ich wenigstens wieder nachts schlafen kann. Nach mittlerweile 13 OPs, davon 7 Bauch-OPs, sind mir nur noch zwei Meter Dünndarm geblieben, der Rest wurde auch irgendwann entfernt.

Mich hat also die Idee "Pouch" auch noch 2,4m Dünndarm gekostet, wahrscheinlich viele Hirnzellen durch die Medikamente, viele Schmerzen, viele Nerven.

Heute bin ich zufrieden mit meinem Ileostoma. Ich habe es geschafft die Schmerzmittel abzusetzen, Schritt für Schritt. Zum Eindicken für den Stuhl nehme ich nichts mehr. Mit den ganzen Medis zum Eindicken ist es genauso schlecht, wie ohne gut. Die künstliche Ernährung ist geblieben.

Ich hatte sehr viele Schmerzkatheder, ich schätze um die neunmal. Über ZVK oder Tabletten hätte es definitiv nicht gereicht und mit jeder Bauch-OP bin ich empfindlicher geworden, was die Schmerzen angeht.

Meine Situation ist sicherlich nicht normal. Auch Börgis Vorgehen, wie sie das Stoma wieder losgeworden ist, ist ungewöhnlich und hat viel Durchhaltevermögen benötigt. Du hast also damit jetzt zwei sehr gegensätzliche Fälle von "RV geglückt" und "RV sehr schief" gegangen.

Du musst für dich entscheiden, ob du dieses Risiko eingehst. Wenn ich gewusst hätte, was passiert, hätte ich der Pouch-Anlage niemals zugestimmt. Da ich es nicht wissen konnte, würde ich wahrscheinlich wieder zustimmen.

Ich war definitiv informiert, habe sehr viel gelesen, mit unterschiedlichen Ärzten und mit Leuten mit Pouch gesprochen. Mein Chirurg war auch sehr gut und wurde mir sogar von der Charité empfohlen (besser könnten sie es auf keinen Fall). Ich wusste auch, was an Komplikationen bei Bauch-OPs auftreten kann und habe es im eigenen Familienkreis ein Jahr zuvor auf der ITS selbst erlebt. Aber ich habe auch der Statistik geglaubt, dass ich noch jung bin und wieso soll es schon wieder unsere Familie treffen? ...tja, und dann kam das Schicksal mal schnell vorbei.

Toitoitoi
Butterfly

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Beitrag von doro » 12.04.2019, 10:32

Meine Kolektomie wurde,weil der Dickdarm geplatzt wurde auch durch Bauchschnitt durch geführt.
Ich denke aber,das der Darmplatzer dafür verantwortlich war. :aah:

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doro

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Beitrag von Butterfly » 12.04.2019, 12:41

Hoi

Bei einem Darmplatzer ist ein Bauchschnitt normal. Deswegen schrieb ich ja, dass ich es bei einer planmässigen Kolektomie ungewöhnlich finde. Das hört sich „old fashioned“ an.
Aber vllt hat es dafür Gründe gegeben, die wir nicht kennen.

Viele Grüsse
Butterfly

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Beitrag von Börgi » 12.04.2019, 13:09

Hallo Butterfly,
kommt immer auf den Patienten und deren Vorerkrankungen bzw. Vor-OP's an.
Meine Kolektomie war auch nicht geplant, sollte eigentlich nur eine Entfernung einer Stenose werden.
Aber gut, das die Doc's mich aufgeschnitten haben, da konnten sie das Ausmaß der "Zerstörung" im vollen Umfang sehen. Den Blinddarm haben sie auch gleich mit raus geschnitten, der sah auch nicht mehr gesund aus.
Was solls, faules Fleisch muß weg und macht keine Probleme mehr!!! ;) :D

Liebe Grüße von Börgi!!! :winke:

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Beitrag von doro » 12.04.2019, 13:19

Das hört sich „old fashioned“ an
:) das vermute ich auch,denn es war 2004 ;)

@Börgie vielleicht hatte Dein Doc eine Ahnung das Dein Innenleben eine Überraschung parat hat.

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doro

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Beitrag von Börgi » 12.04.2019, 13:46

Hallo Doro,
sicherlich, wir hatten im Vorgespräch ja auch darüber gesprochen!

Und zu der Zeit war ich ja schon "Wiederholungstäter" auf der Station, die kannten meine "inneren Werte" schon. :D :D
Ich hatte vor dieser OP ja noch das Colonstoma und mit dem Teil häufiger einen Prolaps, die dort schon operiert wurden.

Auch meine vorherigen Unterleibs-OP's wurden in dem Haus gemacht, zwar auf der "Gyn", aber die Akten lagen ja vor!!!

Gott,war das eine üble Zeit!!! :cry: :( :krank:

Liebe Grüße von Börgi!!! :winke:

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Börgi

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Rückverlegung ja oder nein?

Beitrag von Butterfly » 12.04.2019, 14:27

Hallo Börgi

Bei dir war es dann ja auch nicht die erste OP. Ich hatte auch geschrieben „Wenn einmal eine Bauch-OP gemacht wurde...“
Man kann zwar mehr als einmal über Schlüsselloch operieren, aber die Wahrscheinlichkeit sinkt je mehr Vor-OPs, unklare Befunde usw. Die Chance via Schlüsselloch operiert zu werden, hat man als Patient häufig nur bei planmässigen und ersten OPs mit abgeklärten Befund. Anders habe ich es selbst nicht erlebt, weder persönlich, noch im Bekanntenkreis.

Auch eine Unterleibs-OP wurde bei mir nur noch über Bauchschnitt gemacht wegen den Vor-OPs (bei einer Erst-OP wäre es laparoskopisch operiert worden).

Viele Grüsse
Butterfly

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Rückverlegung ja oder nein?

Beitrag von Börgi » 12.04.2019, 17:10

Hallo Butterfly,
klar, hast ja recht.
Wir haben schon ganz schön was durch an Op's und unseren Soll mehr als erfüllt!!! :(

Ich wünsch Dir ein schönes Wochenende!!! :roseSchenken:

LG von Börgi!!!

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Börgi

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Rückverlegung ja oder nein?

Beitrag von Butterfly » 12.04.2019, 19:50

Hoi Börgi

Definitiv. Wobei ich glaube, dass es mich die nächsten Jahre schon noch ab und an treffen kann. Who knows? Wenigstens bekomme ich keinen Dickdarmkrebs mehr und keine Blinddarmentzündung. Auch viel Dünndarm gibt es nicht mehr wegzurationalisieren. Es wird also übersichtlicher :ichKannsNichtGlauben:

Liebe Grüsse
Butterfly

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