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Was war - was ist - Nach 6 Monaten ColoStoma Rückverlegung – Seite 1

Oft ist das Stoma nur vorübergehend notwendig. Aber die Situationen nach der Rückverlegung sind so unterschiedlich wie die Ursachen, die zum Stoma geführt haben. Tauscht hier eure Fragen und Erfahrungen zur Stoma-Rückverlegung aus.
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9 Beiträge • Seite 1 von 1

Was war - was ist - Nach 6 Monaten ColoStoma Rückverlegung

Beitrag von Klabautermann » 30.11.2018, 20:21

Hallo zusammen,

das Forum hat mir in der Zeit während ich ein Stoma gut geholfen. Daher meine Geschichte als positive Rückmeldung zur Rückverlegung.

Anfang März 2018 Einweisung in Notaufnahme wegen Diverkulitis mit Loch im Darm ,aber gedeckt

Bis Mitte März Antibiotika Therapie im Krankenhaus

Mitte April ins Krankenhaus zur Operation am Darm Bereich Sigma, CT Kontrastmittel Allergie wurde festgestellt, Darmreinigung mit 2.5 Liter Abführmittel, folgenden Tag Op, entfernen von ca. 20 cm Darm, Methode minimal invasiv

Nach 5 Tagen illeus Darmverschluss, am folgenden Tag früh morgens Not Op und Bauchschnitt von links nach rechts ca. 30 cm und Anlage Col. Stoma links ziemlich weit oben. Hartmann Stumpf ca. 25cm

Danach ca. 40 Tage mit Komplikationen Wundheilungsstörungen im Krankenhaus, Behandlung mit VAC Therapie also Schwamm im Bauch. Insgesamt 9 Vollnarkosen u.a. für jeden VAC Tausch

Entlassung Ende Mai mit offener Bauchwunde und folgend ca. 1 Monat täglicher Kontrolle und Verbandswechsel im Krankenhaus. Die Wunde hatte 2 Hypergranulationen. Interessierte die Ärzte nicht, macht aber die Stoma Versorgung schwierig. Es wurde vom Stoma Therapeuten etwas gebastelt. Mit schaumpflaster. 3 Stoma Hersteller wurden probiert bis es mit der Haut klappte.
Ein Großteil aller Informationen habe ich immer mühselig im Internet herausgesucht .Grundsätzlich bin ich bis heute extrem müde und schnell erschöpft.

Juni bis Ende Oktober leben mit dem Stoma, täglich 20 Minuten Beckenboden Training, mindestens 30 Minuten spazieren, großer Bauchwandbruch, Stoma bekommt Prolaps

Ende Oktober, Rückverlegung in einem anderen Krankenhaus diesmal schnitt von oben nach unten, Entfernung Hypergranulation und Narbenkorrektur des alten schnitt von links nach rechts, nähen des Bauchwandbruchs, Stuhlgang 3 Tage nach Rückverlegung, Essen 1 Tag nach OP, Entlassung Anfang November

Anfang November bis 21. November Stuhlgang in den ersten 5 tagen ca. 5 bis 8 mal mit häufig Durchfall. Ab Tag 6 ca. 3 bis 4 mal kontrollierter geformter Stuhlgang. Stoma Narbe nach 14 Tagen zugewachsen

21. November bis 21 Dezember 2018 Reha
Hier habe ich erst erfahren, das man die Narben eincremen soll. Gefühl ist komisch an der Stoma Narbe, gehe mal von starken Verwachsungen aus. Extrem fest um die Narbe Creme Ringelblume. Wird hoffentlich noch besser. Blähungen ohne Ende...

Seit der Krankheit habe ich ein seborrhoisches Ekzem, chronische Hautkrankheit. Hatte vorher nie Probleme mit der Haut....

Ich bin so glücklich :) :) :) Bei Fragen fragen :super:


Viele Grüße aus der Rehabilitation der Klabautermann aus Hamburg :winke:

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Klabautermann

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Beitrag von Webkänguru » 07.12.2018, 06:19

Hallo Klabautermann,

nach allem was du in diesem Jahr durchgestanden hast ist es gut zu lesen, dass deine Rückverlegung so positiv verlaufen ist :super:

Ich wünsche dir weiter alles Gute und auch, dass die Kraft und Ausdauer bald wieder zurückkehren.

Viele Grüße,
Christian

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Webkänguru

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Beitrag von BabyFeather » 12.12.2018, 22:38

Hi Klabautermann,
Vielen Dank für die positive Feedback. Meinen Mann hat genau dasselbe durchgemacht. Am 22.10.2018 müsste er ins KH wegen sehr hoher Entzündungswerte. Es wurde ebenfalls Diverticulitis mit gedeckten Perforation festgestellt. danach würde eine Woche stationär Antibiotika verabreicht. Am 31.10.2018 der erste OP mit Sigmaresektion. Am 03.11.2018 Not OP wegen Darm Inhalt in der Drainagebeutel. Der Klammernaht war undicht. Jetzt hat er eine Kolostoma. Die Wundheilung erfolgte ebenfalls mit VAC Schwamm. Er ist jetzt auch noch auf der Reha. Die rück Verlegung wird voraussichtlich in October 2019 gemacht. Deine positive feedback gibt uns Hoffnung. Danke :)

Ich wünsche dir weiterhin eine gute Besserung .
Viele Grüße

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BabyFeather

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Beitrag von Klabautermann » 20.12.2018, 17:06

Hallo,

ich hoffe die Reha hilft und unterstützt bei der Genesung von deinem Mann, BabyFeather. Mir hat sie sehr geholfen. Ich habe sie aber nach der zweiten OP gemacht, da es wohl nur im Sonderfall 2 Rehas innerhalb des Zeitraums gibt.
Ansonsten sind jetzt seit der OP ca. 2 Monate vergangen. Ich versuche wenig am Schreibtisch zu sitzen bzw. stehe häufiger auf. Weil mein Beruf am Schreibtisch ist... Ansonsten merke ich das Blähungen und allg. Wohlbefinden bei mir stark mit der Natur und Bewegung zusammenhängen. Daher gehe ich mindestens 1 bis 2 Stunden am Tag bei jedem Wetter raus. An Sport habe ich mich noch nicht getraut. Ich habe ca. 4 Restaurantbesuche hinter mir und keine weiteren Probleme gehabt. Also auch z.B. Indisch. Insgesamt sind Narben bzw. Umgebungen noch hart und ich arbeite mit meinem Physiotherapeuten daran. Stuhlgang habe ich 1-2 Mal am Tag genau wie früher. Ist halt immer die Frage wo und wieviel Darm entfernt wurde.

Ich habe leider nur überall Entzündungen im Gesicht und auf dem Kopf, so Eiterpusteln. Das hatte ich nie. Ich werde mal mein Stuhlgang untersuchen lassen und ggf. eine Darmsanierung machen. Wobei ich allerdings denke, dass dies auch psychisch begründet sein kann... Ist halt für einen selber nicht leicht und für den Partner auch nicht. Da heißt es zusammenhalten und entspannt bleiben.
Bei der Rückverlegung muss man sich einfach selber beruhigen und sagen das es keine Entzündung mehr im Darm gibt, alles geordnet ist und es keinen Grund gibt warum diese OP nicht klappen sollte. Auch wenn das Vertrauen in die Klinik nicht so stark ist sollte man überlegen in ein anderes Krankenhaus zu gehen. Das muss aber jeder für sich entscheiden. Ich hätte nicht nochmals in dem ersten Krankenhaus operiert werden wollen.

Also BabyFeather alles Gute für euch.

Klabautermann :DD :winke:

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Klabautermann

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Beitrag von Wilfi3434 » 30.12.2018, 00:17

Hallo Klabautermann,

vielen dank, das du deine Erfahrung mit uns teilst. Alles davon und dein Leid und Hoffung kann ich nur allzugut nachvollziehen, ich wünsche dir weiter eine erfolgreiche Genesung & Erholung und viel Kraft und positive Energie das alles wieder so wird, so wie du es dir gewünscht hast, ohne Leid, Angst-Schmerzen und Sorgen!!!!!

Bei mir sind es jetzt genau 142 Tage seit meiner akuten Sigma Diverdiculities & Hartmann Op, seit letzter Woche habe ich einen Termin &Tag für die Rück Op , es sind noch ca. 138 Tage, als irgendwie Halbzeit für mich. Ich freu mich darauf, kann es kaum erwarten, aber zugleich habe ich auch Respekt und Angst was danach kommt, wie es wird. ??

Nachdem ich von heute auf morgen in einer Notoperation ein Kolostoma angelegt bekommen habe.(wusst bis zu dem Zeitpunkt nicht was ein Stoma eigentlich ist). Und ich keinerlei Vorindikation zu dieser Erkrankung hatte, also Not Op wegen Bauchschmerzen-Sigma Darm Perforation und Buchfellenzündung. Nach der Operation noch 2 Monate eine Wundinfektion und NarbenHernie...

Es fällt mir schwer die letzten 142 Tage im Details zu beschreiben , mein Leben hat sich um 360 Grad verändert! Die ersten 60 Tage war ich grösstenteils damit beschäftigt, wieder so fit zu werden das ich mich ohne Einschränkung & Freude und Begeisterung wieder bewegen konnte (zb Auto fahren), vieles das vorher normal erschien für mich war plötzlich schwierig, der Stoma und auch meine Wundinfektion&Hernie machten wir sehr zu schaffen. Die Heilung war sehr langsam, ich hatte viele Sorgen und Angst/Schmerzen.
Ohne meiner ganz lieben Partnerin, wäre es noch schwieriger gewesen das alles zu bestreiten, ich danke ihr von ganzen Herzen, für alles was sie für mich getan hat. (heute kennen wir uns 17jahre :roseSchenken: )
Diese Krankheit hat mir vieles gezeigt, was vorher verschlossen war in mir. Ich beschäftige mich viel mit meiner Gesundheit, Ernährung, Psyche, mit den Menschen um mich herum, auch geniesse ich das Leben um mich herum intensiver als vorher, es sind viele Kleinigkeiten die mir jetzt bewusster wurden, ich lerne wieder dazu und kämpfe mich zurück in ein neues & anderes Leben. Nein sagen fällt mir leichter. Ich sage mir selbst, du musst bereit sein und es in die eigene Hand nehmen, gibt alles für dich selbst! Ich lese viel.

Prioritäten gibt es jetzt andere, aber es fällt mir manchmal noch immer schwer positiv und lachend herumzulaufen, wie auch nach dieser Überraschung, aber ich arbeite daran, das wichtigste ist die eigene innere positive Einstellung zur Krankheit- zum Stoma , aber eine starke Haltung zu dem Weg in die Gesundheit, sich selbst zu spüren jeden Tag, viel Zeit nehmen für sich selbst!

Ich hatte die Chance schon ca 90 Tage nach der OP, eine 3 wöchige Reha zu machen, das hat mich körperlich weiter gebracht, noch immer lebe ich meine Bewegungstherapie weiter ist ein 'Muss'. So fit wie jetzt, war ich die letzten 20 Jahre nicht mehr, regelmässiges gesundes Essen, kein Alkohol, sehr viel Bewegung helfen mir das alles zu verarbeiten, ich geniesse die Tage intensiver, und bin stolz diese Veränderungen nachhaltig eingeleitet zu haben, trotzdem habe ich auch Angst was noch alles kommen kann und wird, wer hat das denn nicht ? Jeder Tag ist ein neuer Tag, positive Gedanken sind das um und auf in der Selbstheilung- ich belohne uns mit Kurzurlauben um den Kopf frei zu bekommen.

Heute war ich das erste mal schwimmen, mit Stomakappe! War nervös, (undicht) alles hat aber geklappt, und ich war emotional kurzzeitig berührt. In der Zeit, seit ich zum Club der Beuteltiere gehöre, habe ich viele Sorten von Pflaster Entferner, Cremes und Stoma Beutel etc ausprobiert, den Wechsel der Beutel in Restaurants, Büro, Öffentlichen Toiletten, Freundes Toiletten, Hotels ausprobiert und getestet, sodass ich Übung und das Vertrauen in das Gerät/Methode und meinen Körper bekomme, das wichtigste ist immer, nimm dir für alles viel mehr Zeit, verwöhne deinen Stoma, pflege ihn und respektiere ihn, er ist Ein Teil von dir/mir.

Ich schäme mich nicht dafür, meine Familie aber auch Freunde und Arbeitskollegen wissen von meiner Einschränkung, manchmal erzähle ich etwas darüber, wie es mir damit geht, nicht viel aber ich denke es schadet niemanden sowas zu hören, Why not??

Zu den ganzen Erfahrungen hab ich auch meine ärtzlichen Nach-Kontrollen und Untersuchungen gemacht, ich wollte auch sicher sein das ich für die Rück OP gut vorbereitet bin, zusätzliche probiere ich viel Arten von Entspannungs-Atem und Bewegungsübungen aus, um mich weiter mental zu stärken. Angst und Respekt habe ich trotzdem weiterhin.
Der erste Ärztliche Vorschlag schon nach 6 Monaten rückzuoperieren, habe ich vor 2 Wochen aufgeschoben ( :cry: ), ein 2 Gespräch mit einem anderen Arzt hat mich überzeugt noch 2 Monate anzuhängen, um die Ausheilung der Entzündung zu verbessern, weniger Risiko. Bis zu meiner Rückoperation werde ich mich weiterhin um mich kümmern, sodass mein Körper aber auch meine Psyche vollständig fit sind.... es ist schon schlimm aber wir können selbst viel positives beitragen, Leid&Angst zu reduzieren und positiv in das Neue Jahr zu gehen. Alle mit einer ähnlichen Krankheitsgeschichte, wünsche ich jetzt schon mal alles Gute und viel Kraft & Liebe & Ausdauer das Lächeln dürfen wir nicht vergessen. :winke:

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Wilfi3434

Mitglied

Was war - was ist - Nach 6 Monaten ColoStoma Rückverlegung

Beitrag von Wilfi3434 » 27.05.2019, 06:06

nach ca 280 Tagen am 16.05.2019 hatte ich meine Rückoperation. Ich bin dankbar über das erlebte in dieser Zeit, jetzt konzentriere ich mich auf meine Genesung. Die Operation verlief ohne Komplikationen, die Funktionen meines Colon ist noch anders , aber ich bin sehr glücklich und zufrieden das ich nach 7 Tagen aus dem KH entlassen wurde , jetzt arbeite ich an meiner weiteren Heilung.
alles Gute und auf Wiedersehen!

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Wilfi3434

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Was war - was ist - Nach 6 Monaten ColoStoma Rückverlegung

Beitrag von Webkänguru » 02.06.2019, 17:40

Hallo Wilfi,

behalte deine Einstellung, achte auf dich :gut: Weiter Gute Besserung.

Viele Grüße,
Christian

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Webkänguru

Moderator

Was war - was ist - Nach 6 Monaten ColoStoma Rückverlegung

Beitrag von Wilfi3434 » 03.06.2019, 07:13

Lieber Christian Dank :winke: :winke: !
seit meiner ersten (Akut) OP, bzw Rück OP habe ich in meiner persönlichen Lebenseinstellung vieles neues gelernt , positive Impulse aber auch schmerzliche Erfahrungen gemacht.
Trotzdem ist es sehr wichtig die innere Balance immer zu finden und positv nach vorne zu blicken, damit können die Selbstheilungskräfte den eignen Körper und Geist in der Heilungsphase sehr positiv unterstützen.
ich wünsche allen die ähnliche Krankheiten erfahren haben einen weiteren positiven und gesunden Lebensweg.
viele herzliche grüße
markus (alias Wilfi3434)

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Wilfi3434

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Was war - was ist - Nach 6 Monaten ColoStoma Rückverlegung

Beitrag von Klabautermann » 24.12.2019, 09:59

Hallo Markus,

einfach nur kurz! Ich kann deine Worte nur bestätigen und bin jeden Tag dankbar die Krankheit gehabt zu haben und mich als Mensch weiterentwickelt zu haben. Auch wenn viele schwere Tage dabei waren. Es gibt Menschen in diesem Forum deren Weg viel steiniger ist, die aber so schöne Worte und so eine Lebenskraft ausstrahlen, dass ich beeindruckt bin.

Es hat sich bei mir wohl eine Autoimmunerkrankung der Haut ergeben, das hängt sicherlich auch damit zusammen. Mit Wertschätzung gegenüber der Nahrung und des Essverhaltens kann man schon viel steuern. In dem Zusammenhang kann ich nur ein Buch von Prof. Dr. Andreas Michalsen empfehlen.

Ich wünsche allen hier ein gutes Jahr 2020!

In ewiger Dankbarkeit fürs Leben,

der Klabautermann ;-)

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Klabautermann

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