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Rektovaginale Fistel – Seite 1

Viele Wege führen zu einem Stoma. Hier ist Platz für eure Fragen zu Erkrankungen, Behinderungen und Therapien, die ein Stoma notwendig werden lassen.
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7 Beiträge • Seite 1 von 1

Rektovaginale Fistel

Beitrag von Möni86 » 17.05.2017, 16:23

Hallo Zusammen,

ich melde mich hier, weil ich nach Rat und Erfahrungen suche.
Ich habe vor 10 Wochen meine Tochter spontan entbunden. Dabei habe ich einen Dammriss vierten Grades erlitten. Dieser wurde dann versorgt. Nach 3 Tagen bildete sich eine rektovaginale Fisteln. Stuhl und Luft gingen über die Scheide ab. Daraufhin wurde die Naht wieder komplett eröffnet. Ich lies den offenen Damriss auf anraten des Arztes 8 Wochen ausheilen. Nun wurde vor 14 Tagen die Naht neu angefertigt. Zunächst schien alles gut. Ich wurde nach 8 Tagen Bettruhe aus dem Krankenhaus entlassen. Zu Hause pflegte ich weiter Bettruhe. Nach insgesamt 11 Tagen dann der Schock. Es geht wieder Luft über die Scheide ab. Ich fuhr zur Untersuchung an die Uniklinik Köln. Dort konnte nur ein Hämatom festgestellt werden, dass über die Scheide abläuft. Es war im Ultraschall und per Tastebefund aber keine Fistel zu erkennen. Sie ist also winzig klein.

Nun meine Frage, was soll ich tun? Wer ist im Raum Köln auf sowas spezialisiert? Hatte hier jemand ähnliches?
Kann so eine winzige Fistel vielleicht von alleine heilen, oder kann man damit vielleicht dauerhaft leben?

Ich habe ehrlich gesagt Angst, dass es mit einer erneuten OP vielleicht nur noch wieder schlechter wird.
.
Vielen Dank im Voraus!

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Möni86

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Rektovaginale Fistel

Beitrag von Claudia » 18.05.2017, 10:30

Hallo Möni86,
mir ist das gleiche 1993 passiert. Ebenfalls Dammriss 4. Grades. Später auch Rektum Scheidenfistel. In einer Not OP wurde dann die Fistel verschlossen und wachte mit einem Entlastungs- Ileostoma auf. Nach 3 Monaten sollte Rückverlegung erfolgen. Es wurde mehrmals eine Manometrie gemacht. Schliesmuskel kaum funktionsfähig. Bin dann 3 Monate später ins Prosperkrankenhaus nach Recklinghausen zu Prof. Berg gefahren. Dort wurde dann eine Dammrekonstruktion und eine Analplastik angelegt. 1 Jahr lang dauerte die Wundheilung. OP bzgl. Schliesmuskel leider ohne Erfolg. Garantien dabei gibt es leider nicht. Das kam bei verschiedenen Untersuchungen in Heidelberg heraus. Dort hatte ich mir bzgl. Rückverlegung eine zweite Meinung eingeholt. Blaseninkontinenz seit den Operationen kontinuierlich zunehmend so das ich heute mit Vorlagen lebe. Ich kann dir nur meine persönliche Erfahrung mitteilen und hoffe, dass es bei Dir nicht so verläuft. Ich weiß ja nicht ob dein Schliesmuskel was abbekommen hat. An deiner Stelle würde ich einfach mal ein Gespräch mit Prof. Dr. Kroesen im Klinikum Köln Porz führen. Der ist super und sagt einem welche Möglichkeiten es gibt. Ohne einen gleich auf den OP Tisch zu legen. Alles unverbindlich. Ich wünsche Dir Toi toi toi!!!!
Lieben Gruß
Claudia

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Claudia

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Rektovaginale Fistel

Beitrag von Hanna70 » 18.05.2017, 13:37

Hallo Möni,

bei mir öffnete sich eine Rektum-Scheiden-Fistel ein Jahr nach einer Krebs-OP. Der gesamte Stuhl ging ab sofort ausschließlich über die Scheide ab.

Zunächst wurde versucht, die Fistel ohne Stomaanlage zu schließen. Klappte nicht, nach 4 Tagen war alles wie gehabt. :schlecht: Nach nochmal 3 OPS wurde ich dann mit einer Rektum-Scheiden-Blasen-Fistel und einem Colostoma entlassen. Diese Fistel hat allerdings einen Durchmesser von 4,5 cm.

Mit so kleinen Fisteln kenne ich mich deshalb nicht gut aus. Auch wenn Du offenbar keine andere Darmerkrankung hast und noch jung bist, glaube ich eher nicht, dass so eine Fistel von selbst heilt. ???

Du könntest für einen Selbsttest einmal Mohn in einen Joghurt rühren. Auf einer Vorlage könntest Du dann ggf. die Mohnkörnchen wiederfinden. Auf jeden Fall wäre das ein sicheres Zeichen, dass da eine Fistel vorhanden ist.

Sollte es dann so sein, würde ich auf jeden Fall eine Stomaanlage in Betracht ziehen. Das wäre die sicherere Variante, da die inneren Nähte in Ruhe ausheilen können. Eine baldige Rückverlegung sollte dann in Deinem Falle ohne größere Probleme vonstatten gehen.

Die Dinger sollten Fiestel heißen! :x

LG Rosi

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Hanna70

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Rektovaginale Fistel

Beitrag von Möni86 » 18.05.2017, 15:31

Vielen Dank schon mal! Mein Schließmuskel scheint soweit intakt zu sein, soweit ich das nun 2 Wochen nach der OP beurteilen kann.
Meine Gynäkologin riet mir nun erstmal abzuwarten, da ihrer Meinung nach durchaus die Option besteht, dass sich eine solch kleine Fistel durch den Aufbau von Darmschleimhaut wieder verschließt. Zumal momentan noch ein Hämatom abläuft und dieses läuft ausschließlich über die Scheide ab. Das ist nach Meinung des Arztes im der Uniklinik ebenfalls ein gutes Zeichen.
Ich werde mich bei Bedarf auf jeden Fall mal an Dr. Kroeser wenden, der wurde mir auch schon in einer PN empfohlen.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich bei einer erneuten OP Angst vor einer Verschlechterung und der Anlage eines Stomas hätte...

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Möni86

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Rektovaginale Fistel

Beitrag von IngridAnna1 » 23.05.2017, 17:57

Hallo Möni 86,

habe es gerade gelesen - es tut mir sehr leid, ich wünsche Dir, dass Deine kleine Fistel wieder von alleine verheilt !!! :roseSchenken:

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IngridAnna1

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Rektovaginale Fistel

Beitrag von Assili67 » 11.06.2017, 08:26

Ihr Lieben. Ich melde mich nach langer Zeit mal wieder zu Wort.
Nach mehreren Op s ( mastdarmop mit Anus Praeter, 2015 Rektopexie wegen starker Druckgefühle im tiefen Becken, Sigmaresektion wegen anhaltender Beschwerden). Die ganzen Jahre über immer wieder kehrende persistierende Beschwerden einer Blasendarmfistel, die auch einmal im Jahr 2015 von einer Radiologin diagnostiziert wurde. Seitdem unzählige Blasenspiegelungen,MRT s des Beckens usw. Viele Ärzte glauben mir und sagen ich muss mit den Symptomen wie Luftabgänge durch die Harnröhre, hört. Brennen bzw. Schnerzen in der Harnröhre leben. Das Komische ist dass ich keine Harnwegsinfekte habe, meine Nierenwerte gut sind und die Blasenspiegelung im März auch nicht auffällig war.
Die Distel existiert aber der Verkauf kann nicht dargestellt werden. Die letzten Monate war ich bis vorgestern bis auf die Luftabgänge aus der Harnröhre beschwerdefrei. Man
Nochmal ging der Urin etwas erschwert ab
Der Chirurg der mich zuletzt operiert hat, meinte da sei definitiv keine Distel. Welch Überheblichkeit..der mohntest war mehrfach positiv. Was soll ich tun? Alle Behandler sagen den Ball flach halten und damit leben, solange die Symptomatik so gering ist.
Man kann ja eh nichts machen wenn man den Verlauf nicht kennt.
Die Fistel muss sehr zart und klein sein.
Hatte wie gesagt mehrer Monate kaum Beschwerden.
Hab den Urin gestern zur Kontrolle gebracht und lasse Nieren und entzündungswerte im Blut kontrollieren. ULTRASCHALL wird auch gemacht.
Was soll ich tun? Bin verzweifelt wenn man liest was die Dinger für Komplikationen auslösen können.
Lebt vielleicht auch jemand mit so einem Fünf?
Viele Grüsse von Astrid9

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Assili67

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Rektovaginale Fistel

Beitrag von Möni86 » 21.08.2017, 23:39

Hallo zusammen,

ich wollte nur schnell ein kurzes Update geben. Nach eingehender Untersuchung durch den Gynäkologen der Uniklinik und den proktologischen Spezialisten Prof. Kroesen in Köln-Porz haben beide Ärzte dazu geraten die Fistel so zu belassen wie sie ist. Sie ist so winzig, dass sie von einer Operation abraten. Nur wenn es längerfristig zu Problemen kommen sollte, soll ich nochmal vorstellig werden. Ansonsten gelte ich als "gesund". Ich bin gespannt, wie sich die Fistel jetzt unter normaler Belastung machen wird.
Ich muss gestehen, dass erste mal Sex nach einem halben Jahr Abstinenz war komisch :-) aber der Fistel scheint es nichts gemacht zu haben....
Sport klappt auch, also einfach mal abwarten.

Viele Grüße

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Möni86

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