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Gibt es Vorteile beim Dickdarmausgang gegenüber dem Ileostom – Seite 1

Mit einem Stoma ist das Leben anders, aber nicht weniger lebenswert. Trotzdem stellt es uns vor so manche Herausforderung. Hier ist das Forum für eure Fragen und Erfahrungen zum Alltag mit einem Stoma.
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23 Beiträge • Seite 1 von 31, 2, 3

Gibt es Vorteile beim Dickdarmausgang gegenüber dem Ileostom

Beitrag von engelheart27 » 14.05.2007, 19:50

Hallo, bin neu bei euch und brauche bitte euren Rat. Habe seit Jahren MC und alles, was es gibt, schon durchgestanden.:(
Hab seit Juli 2006 nochmal eine Rückverlegung eines Ileostomas probiert und muss nun aufgeben, da seit dem schon wieder 5 Abzeße operiert wurden und 2 Fadendrainagen dauerhaft gelegt wurden. Letzter Weg - Stoma dür immer. Per 21.05. wird noch mal ne Kolo gemacht, da ich meinen Proffessor gefragt hab, ob ich nicht auch nen Dickdarmausgang haben könnte, da dieser wohl im Alltag erheblich leichter zu handhaben ist. Da ich nur noch wenig Dickdarm hab, wird dies nun geprüft, aber definitiv ist, dass ich per 22.05.2007 den ungewollten Eingriff über mich ergehen lassen muss. Geißel mich seit Jahren und soll so endlich Linderung erfahren. Weiß nur nicht, welcher Stoma ?:heul: Könnt ihr mir eventuell einen Rat geben?
:troest: Danke, vorab und liebe Grüße aus Bayern ! Pat

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engelheart27

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Gibt es Vorteile beim Dickdarmausgang gegenüber dem Ileostom

Beitrag von Monsti » 14.05.2007, 20:23

Hallo Pat,

bevor ich loslege, erst einmal:

EIN HERZLICHES WILLKOMMEN!


Der entscheidende Vorteil eines Colostomas gegenüber einem Ileostoma ist der, dass man mit einem Colostoma meistens irrigieren kann und dann mehr oder weniger lange Zeit (bis zu 48 Stunden) ausscheidungsfrei ist. Wie ein Ileostoma ist, muss ich Dir ja nicht erklären. ;)

Du schreibst, dass Du nur noch wenig Dickdarm hast. Damit stellt sich natürlich die Frage, ob Du mit einem Colostoma angesichts der Möglichkeit des Irrigierens wirklich so große Vorteile hättest. Ist der Dickdarm nur noch bis zu 1/2 m lang, vergiss die Umwandlung in ein Colostoma besser. Sowas bringt nur eine erneute OP, aber aller Voraussicht nach keine wesentliche Verbesserung Deiner Lebensqualität. Du könntest zwar irrigieren, hättest aber bei einem 24-Std.-Rhythmus trotzdem noch Ausscheidungen.

Wirklich lohnend ist die Umwandlung eines Ileostomas in ein Colostoma meiner Ansicht nach nur, wenn nur wenig Dickdarm fehlt. Ich kenne Leute, die nach dem Irrigieren wirklich 2 Tage lang vollkommen ausscheidungsfrei sind. Das ist natürlich ein riesiger Vorteil gegenüber dem dauerspuckenden Ileostoma. Aber dazu werden Dir sicher auch noch andere interessante Infos schreiben.

Liebe Grüße aus Tirol
Angie

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Monsti

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Beitrag von Sabine049 » 14.05.2007, 20:58

Hallo Pat,

vorab sei herzlich Willkommen


Je länger die Dickdarmpassage, desto fester die Stuhkonsistenz.

Da du scheinbar über nur noch wenig Dickdarm verfügst, dürfte der Unterschied zw. Kolo- oder Ileostomie sehr gering sein.

Wie kamst du denn mit dem Ileo zurecht!? bzw. über wieviel Dickdarm verfügst du noch?

Liebe Grüße Sabine

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Sabine049

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Beitrag von Waltraud Mayer » 14.05.2007, 21:13

Hallo Pat!

Auch von mir Herzlich Willkommen

Das mit dem Irrigieren und 48 Std ausscheidungsfrei ist eigentlich selten, hängt auch viel davon ab was Du ißt, wenn Du Dich "gesund"ernährst mit viel Balaststoffen dann kannst Du froh sein wenn Du 24 Std ohne Ausscheidung bist, die Regel ist 24 Std, manche schaffen 36 Std, die wenigsten aber 48 eben nur so Leute die mit einer Banane, einem Brötchen und einer Tafel Schokolade satt sind...
LG Waltraud

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Waltraud Mayer

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Beitrag von Sabine049 » 14.05.2007, 21:23

Monsti-Angie :kiss: ich stelle mir just die Frage, ob die Irrigation bei einem verhältnismässig kurzen Kolon überhaupt indiziert ist.

Meines Wissens ist die Irrigation = Darmspülung explizit bei einer ausreichenden Kolonpassage sinnvoll und effektiv.

Zwei Tage ausscheidungsfrei sind _nur_ Colostomieträger, die diszipliniert ihre Ernährung entsprechend ausrichten, d.h. mit konsequenter Enthaltsamkeit vieler nahrhaften und leckeren Nahrungsmittel. Mir war während meiner Ilco-Tätigkeit eine Dame bekannt, die tatsächlich 48 h ausscheidungsfrei war aufgrund einer völlig - aus meiner Sicht - unzureichenden und weniger abwechslungsreichen Nahrungsaufnahme.

LG Sabine :zzz:

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Sabine049

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Beitrag von Monsti » 14.05.2007, 21:28

Hi Sabbele,

ich stelle mir just die Frage, ob die Irrigation bei einem verhältnismässig kurzen Kolon überhaupt indiziert ist.


Eben deshalb die Ausführungen in meinem Posting (siehe dort). ;)

:kiss: und Grüßle von
Angie

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Monsti

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Beitrag von caputo » 15.05.2007, 15:53

Hallo Pat

zu den Stomas waren inzwischen bessere Vorredner tätig als ich das bin aber zum Thema MC bin ich vorne mit dabei...

eine andere Frage stellt sich nämlich noch...
selbst wenn der Dickdarm noch lang genug ist das es sich lohnen würde, bleibt zu bedenken, dass der MC im restlichen Dickdarm sich ja weiter entzünden kann, ebenfalls können weiterhin Stenosen, Fisteln und Abszesse zuschlagen...!

ich bekomme ebenfalls am 21.5. eine Colo und danach wird die OP für ein Ileostoma diskutiert - da bei mir hauptsächlich der Dickdarm aufmuckt, will ich alles auf einmal draussen haben, mach doch nicht alle paar Jahre ne neue OP und näher mich cm für cm an ein Ileo heran, wenn schon-denn schon...

wiwi
caputo

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caputo

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Beitrag von Rosinante » 15.05.2007, 16:20

Zum Thema Irrigation ist noch eines zu bedenken: "Chronisch-Entzündliche", also Morbus Crohn bzw. Colitis Ulcerosa-Patienten dürfen auch bei entsprechend langem Dickdarm nicht irrigieren.

Sabine

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Rosinante

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Beitrag von engelheart27 » 15.05.2007, 18:49

:shock:
gleich soviele Antworten, man ist das ein tolles Gefühl, sich mal mit Gleichgesinnten auszutauschen. Habe in den letzten 15 Jahren nämlich keine Reha, Selbsthilfegruppen oder ähnliches in Anspruch genommen. War immer froh, wenn ich aus den Kliniken raus kam und keine Leute getroffen habe, die sich gegenseitig an Krankheiten versucht haben sich zu überbieten. Jeder von uns hat sein sicherlich ein schweres Schicksal zu tragen, immer anders im Verlauf und dann ist es schön soviel lieben Zuspruch und Rat von euch zu erhalten.
V I E L E N ;) D A N K !
Ich weiß nicht, wie man am 21.5. entscheidet, was für ein endständigen:heul: Stoma ich erhalte. Wollte mich vorher ausreichend mit Gleichgesinnten austauschen, um dann meine persönlichen Entscheidungen zu treffen.

Was genau bedeutet, das irrigieren und wie stelle ich mir das vor? Beim Dünndarmausgang hab ich nie irgendwie spülen müssen - bin damit überfragt.
Gibt es Jemanden unter euch, der schon beides hatte und mir den Unterschied in der Handhabung kurz und verständlich darlegen kann ??????
Bitte meldet euch noch mal!:confused:

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engelheart27

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Beitrag von engelheart27 » 15.05.2007, 19:04

Sabine049 hat geschrieben:Hallo Pat,

vorab sei herzlich Willkommen


Je länger die Dickdarmpassage, desto fester die Stuhkonsistenz.

Da du scheinbar über nur noch wenig Dickdarm verfügst, dürfte der Unterschied zw. Kolo- oder Ileostomie sehr gering sein.

Wie kamst du denn mit dem Ileo zurecht!? bzw. über wieviel Dickdarm verfügst du noch?

Liebe Grüße Sabine


Hallo Sabine,
ich bin soweit, ganz gut mit dem Ileo zurecht gekommen, ausgenommen die Tatsache, dass man ständig Angst hat, dass die Hautplatte undicht wird, der Ileo juckt, ständig spuckt, platzt oder andere Leute etwas sehen könnten ging es so. Von dem Schamgefühl beim Kuschelfaktor, der Eitelkeit in Punkto Mode und Bikini, den ständigen Druck - ob alles hält mal abgesehen, war es ok. Jedoch hab ich mich der Sache nie richtig angenommen in den 2 Jahren, da immer die Rede von Rückverlegung war und ich mir eingebildet hab, alles zu schaffen. Nach drei verschiedenen Kliniken und 40 Vollnarkosen für die ganzen OP innerhalb der letzten 3 Jahren bin ich nun am Ende und man sieht keinen anderen Ausweg mehr. Jetzt muss ich den Stoma annehmen und weiß ehrlich nicht wie:heul:

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engelheart27

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