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Krankenhausaufenthalt Dickdarmentfernung, Nachsorge – Seite 1

Mit einem Stoma ist das Leben anders, aber nicht weniger lebenswert. Trotzdem stellt es uns vor so manche Herausforderung. Hier ist das Forum für eure Fragen und Erfahrungen zum Alltag mit einem Stoma.
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Krankenhausaufenthalt Dickdarmentfernung, Nachsorge

Beitrag von MHentschel » 01.12.2018, 11:12

Hallo zusammen,

Ich und mein Mann sind neu hier.
Mein Mann hat seit 1,5 Jahren Colitis ulcerosa im Dauerschub (wobei Labore es nicht nachweisen konnten, nur chronisch vermutlich war die Aussage. Untersuchungen und Symptome passen aber zu Colitis ulcerosa) und der Darm ist komplett kaputt. Zu Beginn der Krankheit war es sogar zwischenzeitlich lebensgefährlich. Medikamente wirken alle nicht bei ihm.
Nächste Woche Freitag soll nun der komplette Dickdarm entfernt werden und ein Pouch angelegt werden.
Zum Glück geht er aktuell in einem sehr guten Allgemeinzustand ins Krankenhaus. Der Gewichtsverlust vom Beginn der Krankheit ist zum Teil wieder behoben und aktuell auch nur 8 Stuhlgänge täglich. Anzahl wird durch den Pouch ja vermutlich auch nicht viel besser aber der Blutverlust ist dann endlich vorbei.

1. Es würde uns Mal interessieren wie lange ihr im Krankenhaus gewesen seid. OP findet laparoskopisch statt. Schließlich ist es ja nicht mehr lange bis Weihnachten. Kann man sich im Zweifelsfall auch selbst entlassen? Hat das jemand von euch gemacht?

2. Muss man zwischen der ersten und zweiten OP zu Untersuchungen?

3. Rückverlegung immer im gleichen Krankenhaus? Für die Entfernung wurden wir an einem Spezialisten überwiesen der 3 Stunden Autofahrt entfernt ist.

4. Wie lange ist man krankgeschrieben? Arzt sagte maximal 4 Wochen. Stimmt das?

5. Wie erklärt man es am besten den Kindern? 3 und 5 Jahre

6. Habt Ihr zwischen den OPs Physiotherapie gemacht? Arzt meint dass es nichts bringt.

7. Wie viel dürft Ihr heben?

Hoffe haben nicht zu viele Fragen gestellt.

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MHentschel

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Krankenhausaufenthalt Dickdarmentfernung, Nachsorge

Beitrag von Banditensocke » 01.12.2018, 14:50

Moin!

Wie lange ein Patient postoperativ im KH bleiben sollte, ist sehr individuell und abhängig davon, ob es Komplikationen gibt oder nicht. Es spielen viele Faktoren eine Rolle, einige lassen sich nicht vorab bestimmen oder beeinflussen.

Ich würde mich nach einem solchen Eingriff nicht selbst entlassen, Weihnachten hin oder her. Das KH bietet ein geschütztes Umfeld, insbesondere wenn man weiter entfernt lebt, also eine längere Anfahrt hätte. Entlassung sollte dann erfolgen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen, der Patient stabil ist - und, das ist ganz wichtig: SICH AUCH STABIL FÜHLT.

So ein Eingriff ist keine Kleinigkeit. Er kann mit Ängsten und Unsicherheiten verbunden sein und auch psychisch ans Eingemachte gehen. Das stellt man sich vorher so nicht vor - man wird davon manchmal recht kalt erwischt.

Es ist dann sinnvoll, lieber noch ein paar Tage zusätzlich auf Station zu bleiben, statt auf Biegen und Brechen in ein häusliches Umfeld zurück zu kehren, in dem durch die Anwesenheit kleiner Kinder an Ruhe und Schonung oft nicht zu denken ist, zumindest nicht so, wie man das vielleicht braucht.

2. Welche Untersuchungen wann anstehen, klärt Dein Mann bitte mit den behandelnden Ärzten, solche Fragen können wir hier nicht beantworten. Jede OP verläuft individuell, ergo sind Erfahrungswerte nur sehr grobe Anhaltspunkte.

3. Die RV sollte vor allem von sehr erfahrenen Spezialisten durchgeführt werden. DARAN würde ich mich orientieren. Das sind alles keine einfachen OPs, entsprechend gilt es, so gut wie möglich gerüstet zu sein, auch hinsichtlich des Chirurgen, dem man sich anvertraut.

4. Siehe oben. Wie lange Dein Mann ausfällt, hängt allein von seinem Zustand und subjektiven Befinden ab. Niemand kann das prognostizieren.

5. So wie es ist. Mit kindgerechten Worten, ohne Beschönigungen und Geheimniskrämerei. Am besten auch, indem man zeigt, dass da jetzt auf Papas Bauch etwas klebt und man an dieser Stelle keinesfalls treten, drücken oder sich draufschmeissen darf. Auch erklären, dass in Sachen gemeinsame Zeit manches jetzt erstmal nicht geht (Kinder tragen beispielsweise) und dass es normal ist, dass der Patient oft schlafen oder ruhen muss und man dann nicht quengeln darf.

6. Ob man Physio brauchen könnte, hängt vom Grad der Mobilisierung ab. Manche brauchen es - andere können darauf verzichten.

7. Erstmal so gut wie nichts! Die Bauchdecke ist frisch durchtrennt - also bitte weder Kinder noch Einkäufe stemmen, den Baum einstielen oder sonstiges. Gut ist gleichmässige Bewegung wie Spaziergänge und Wanderungen beispielsweise.

Auch wenn der Bauch gut verheilt ist: Mehr als 10 kg sollte man NICHT heben / tragen.

Mach Dir also klar, dass sich Euer Leben in den nächsten Monaten erst einmal ändern wird und bereite Dich darauf vor.

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Banditensocke

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