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LSG gibt grünes Licht, DAK darf Ausschreibung durchführen! – Seite 4

Das Forum zum Erfahrungsaustausch rund um sozialrechtliche Themen, z.B. zur Schwerbehinderung, zum Bezug der Hilfsmittel, zu Zuzahlungen und vielen anderen Themen.

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50 Beiträge • Seite 4 von 51, 2, 3, 4, 5

LSG gibt grünes Licht, DAK darf Ausschreibung durchführen!

Beitrag von Sonnenaufgang » 22.01.2019, 09:59

Hallo,
ich bin auch bei der DAK versichert. Meine Sachen bekomme ich von Publicare und war damit immer
zufrieden. Heute hatte ich Besuch von meiner Stomafachkraft.
Publicare hat wohl den Zuschlag für das Gebiet,wo ich wohne (nördliches Niedersachsen) erhalten.
Allerdings zu wesentlich schlechteren Konditionen .Meine Stomafachkraft sprach davon,dass der monatliche Pauschalbetrag ca. 110€ betragen soll.Künftig sei es wohl nicht mehr möglich,zum Beispiel Hautschutzringe,Paste,usw.noch zu erhalten,bzw. man müsste das dann selbst bezahlen.
Auch würde man nicht mehr von allen Firmen die Stomaartikel erhalten,sondern nur noch die,bei denen Publicare zu günstigen Konditionen einkaufen kann.Das muss man aus der Sicht des Versorgers wohl verstehen,denn mit einer Pauschale von monatlich 110,00€kann man kaum die Versorgung sicherstellen.
Aber das sind jetzt zunächst noch vorläufige Aussagen,die mich aber schon ziemlich beunruhigt haben.
Bleibt abzuwarten,ob wirklich vom Gesetzgeber die Auschreibung für Hilfsmittel untersagt werden und ggf.ab wann das dann gültig wäre.Könnte ja auch sein,dass das Gesetz erst ab 01.01.2020 maßgeblich sein wird und vom 01.04.2019 bis 31.12.2019 könnte die DAK so verfahren,wie sie es beabsichtigt.
Eine Kündigung der Mitgliedschaft habe ich auch schon in Erwägung gezogen,aber nun werde ich wohl
abwarten,wie sich die Dinge entwickeln und dann hoffentlich durch die Gesetzesänderung die Ausschreibung verboten wird.
Viele Grüße
Hans

PS Ich habe eben noch eine Mail an Dr. Karl Lauterbach geschrieben.Das ist der Gesundheitsexperte der SPD und auch maßgeblich in der geplanten Gesetzesänderung eingebunden.Ich möchte wissen,wann voraussichtlich das Gesetz in Kraft treten wird.
Bin mal gespannt,ob ich eine Antwort erhalte.

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Sonnenaufgang

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LSG gibt grünes Licht, DAK darf Ausschreibung durchführen!

Beitrag von home » 22.01.2019, 15:31

Hi,

in`s kalte Wasser geworfen, setze ich mit seit letztem Monat mit dem Thema, und hier jetzt speziell mit der DAK auseinander.

Verwöhnt bin ich nicht, unser Sozialstaat bringt mich aber gerade sehr in`s Grübeln!

Was ich von Seiten der DAK als Erstinfo zur Stomaversorgung erhielt, war schlichtweg eine Katastrophe. Ein Großteil der im Internet aufgeführten Firmen unter dem Suchbegriff "Stomaversorgung", verneinte dies. Wir haben keinen Vertrag mit der DAK, oder haben noch nie Stoma Artikel angeboten.

Fündig geworden sind wir auf Eigeninitiative und regionale Recherche. Stomaberater, ... das ist eine eigene Geschichte, hier fehl am Platz.

Die anderen Bereiche wie Pflegestatus (Pflegedienste regional mit Aufnahmestop), Zuzahlungen und Kostenerstattung sind in Arbeit.
Der Hinweis auf die kleine Rente und bereits geleistete Zahlungen in 2018 brachte den Kommentar: Das dauert, allein die Rechnung der Krankenhausbeteiligung (10€/Tag) kann bis zu einem Jahr dauern. Entsprechend dauert dann die Gesamtabrechnung, selbst bei chronisch Kranken!

1.4.2019, April, April ... ich hoffe ;-)

Die alte Frau hat sich jetzt langsam an die Situation und die immer gleichen Artikel gewöhnt. Eine Änderung, selbst von Kleinigkeiten, käme überhaupt nicht gut.

Kassenwechsel: Welche Kasse nimmt eine 90 jährige mit mehr als einem Krebs und div. Metastasen auf?

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Beitrag von Bienenfreund » 22.01.2019, 17:47

Mein Versorger aus aus dem Rheinland weigert sich plötzlich Hilfsmittel zu liefern, die er vorher als selbstverständlich notwendig lieferte. Er wollte sogar weniger liefern als der Nutzungsdauer entsprechend. Es ist ein elender Kampf geworden. Plötzlich entsprechen geringere Mengen auch der ausreichenden Versorgung.
Es ist doch ein Ding aus dem Tollhaus, dass ich mir meinen Versorger nicht selber aussuchen kann. Meine Apotheke und meinen eventuellen Pflegedienst kann ich auch selber bestimmen. Nur bei der Stoma-Versorgung herrschen wohl sozialistisch-dirigistische Verhältnisse seitens der DAK und der Wettbewerb unter den Homecarefirmen wird auf dem Rücken der Patienten ausgetragen.

Hat jemand eine Idee, welche Krankenkassen NICHT dem Ausschreibeprinzip folgen bzw schreiben keine spezille Homecare- Firma vor? Kann jemand helfen, ich würde dann wechseln.
Gruss
Bienenfreund

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Bienenfreund

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Beitrag von Webkänguru » 22.01.2019, 23:18

Hallo Bienenfreund,

bisher haben nur die KKH und die DAK die Stomaversorgung über eine Ausschreibung geregelt. Die übrigen Krankenkassen haben andere Regelungen, so genannte „Beitrittsverträge“, bei denen im Prinzip jeder Versorger mitmachen kann.

Wenn die Initiative von Herrn Spahn Gesetz wird, sollte auch keine weitere Krankenasse ausschreiben. D.h. du hast für eine Wechsel noch eine große Auswahl ;-)

Viele Grüße,
Christian

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Webkänguru

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LSG gibt grünes Licht, DAK darf Ausschreibung durchführen!

Beitrag von Webkänguru » 22.01.2019, 23:24

Hallo Hans,

ja, so in den Bereich sollen die Pauschalen liegen. Bin auch bei der DAK versichert und ebenfalls gespannt wie meine Versorgung in Zukunft aussieht.

Leider bringt ein neues Gesetz keine rückwirkende Änderung. Die DAK darf das jetzt erstmal so machen, auch wenn ein neues Gesetz allen anderen Krankenkassen Ausschreibungen verbietet.

Viele Grüße,
Christian

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Webkänguru

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Beitrag von Melanie38 » 23.01.2019, 12:08

… da bin ich aber total froh, dass ich nicht bei der DAK versichert bin….

Ich bin Bloggerin bei der GHD – aber hier melde ich mich als Betroffene.
Deshalb kenne ich mich ein bisschen aus und weiß ich, dass dein von der DAK ausgesuchter neuer Lieferant, wenn er eine Ausschreibung gewonnen hat, Dir alle Produkte von der Firma liefern muss, die Du vorher schon hattest und natürlich auch die nötige Menge.
Die haben doch selbst den Preis gemacht – also ihr Pech, wenn sie unmöglich kalkuliert haben und wenn das mit den 110 Euro stimmt, wäre das ja Wahnsinn. Das dürfen nicht wir Stomaträger ausbaden.
Hoffentlich macht meine Kasse nicht so ein Blödsinn – aber dann suche ich eben eine andere Kasse.

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Melanie38

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Beitrag von doro » 23.01.2019, 12:55

Hallo Melanie,

aber dann suche ich eben eine andere Kasse.

Wenn das die einfachste Lösung ist?!
Das beste Beispiel ist für mich die Techniker KK.
Wie toll und tolerant war die Kasse vor ca.10 Jahren,es gab dort alles und die Menschen haben massenhaft die Kasse gewechselt und sind zur TK.Und nun?
Man hat sich dort wunderbar an die allgemeine Raff-Methode angeschlossen.
Soviel von mir,zum Kassenwechsel. ;)
Ich bin über meine DAK auch nicht erbaut,was man sich dort gerade einfallen lässt.
Immerhin hat mich diese Kasse durch sehr viele schwere Operationen getragen und mich in 45 Jahren nicht in Stich gelassen,gut,andere KK hätten das wahrscheinlich auch gemacht.
Weil niemand so ganz genaues weiss warte ich einmal ab,was und wie es passiert und vor allen Dingen,was andere Kassen dann zu bieten haben.
Es wird nie so beiss gegessen wie es vekocht wird.U.u. wird Span ja unser Retter falls er einmal wieder gutes Wetter braucht. :DD

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LSG gibt grünes Licht, DAK darf Ausschreibung durchführen!

Beitrag von Bienenfreund » 23.01.2019, 13:44

Liebe Forumsmitglieder,
ich weiss nicht, was Abwarten bringen soll. Die DAK hat beschlossen und die Homecarefirmen wie Publicare usw wollen natürlich im Geschäft bleiben. Dieses "Im-Geschäft-Bleiben" funktioniert dank der Ausschreibung nur über den besten Preis und damit wird der Wettbewerb der Homecarefirmen auf dem Rücken der Patienten ausgetragen. Das ist die Situation. Warum schaffen wir es nicht, einen Massenaustritt aus der DAK zu organisieren?

Ich hatte stets 4 Sanabelle Bettbeutel pro Monat. Die Homecarefirma wollte mir plötzlich nur noch 2 Beutel pro Monat als "medizinisch notwendig" geben, also 24 Beutel/Jahr. Die "Liegezeit" der Beutel beträgt lt Sanabelle jedoch nur 2 Wochen max.. Das Jahr hat 52 Wochen = 26 Beutel und so käme der Patient entgegen der Haltbarkeit um 2 Beutel zu kurz. Ist das noch seriös?

Das alles ist nur Kleinkram, momentan noch.Aber es gibt unzählige Menschen, die sich nicht wehren können, ihre Möglichkeiten nicht kennen oder einfach zu krank sind oder das Geld für einen Zukauf nicht haben.

Bei den Beinbeuteln war es ähnlich. Die sollte ich zuerst insgesamt nur noch selber bezahlen. Erst nach heftigstem Dringen gab es eine Lösung.

Ich werde jetzt 2 oder 3 KK anrufen und mich erkundigen. das Ergebnis veröffentliche ich.
Gruss
Bienenfreund

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Bienenfreund

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Beitrag von doro » 23.01.2019, 14:03

Hallo Bienenfreund,

glaubst Du wirklich,die verbleibenden Kassen versuchen nicht,wie auch immer,zu ihrem Obolus zu kommen?

Warum schaffen wir es nicht, einen Massenaustritt aus der DAK zu organisieren?

Wie Du schreibst,wirst Du nun, also erst jetzt, bei 2 -3 Kassen anrufen um Dich nach deren Bedingungen erkundigen.
Aber vorher mit dem Gedanken spielen einen Massenausgritt zu organisieren? Wenn Du handfeste Fakten benennen kannst die mich inspirieren könnten aus meiner DAK aus zu treten,dann könnte ich gründlichst überlegen,ob ich mich an Massenaustritt beteiligen kann,aber ohne etwas verwertbares in der Hand zu halten,geht bei mir,gar nichts :)
( Ich werde nicht von irgendeiner KK gesponsert sondern,im Gegenteil, zahle als „selbstständige Kauffrau“ einen nicht unerheblichen Beitrag )

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doro

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LSG gibt grünes Licht, DAK darf Ausschreibung durchführen!

Beitrag von Smile » 23.01.2019, 15:35

Moin,

wirtschaftlich gedacht, wäre ich als DAK eher froh und überhaupt nicht traurig, wenn alle Mitglieder mit einem Stoma austreten, da diese meist mehr Kosten verursachen, als sie einbringen... Oft liegen ja auch noch andere Erkrankungen vor, deren Behandlung bezahlt werden muss.

Ich bin mir daher nicht sicher, ob ein Massenaustritt der Stomaträger für die DAK eine echte Drohung ist oder eher ein gewünschtes Ergebnis... :hmm:

Herzliche Grüße
Smile

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Smile

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