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Gesundheitsreform: Wegfall des Patientenwahlrechts und mögli – Seite 1

Das Forum zum Erfahrungsaustausch rund um sozialrechtliche Themen, z.B. zur Schwerbehinderung, zum Bezug der Hilfsmittel, zu Zuzahlungen und vielen anderen Themen.

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25 Beiträge • Seite 1 von 31, 2, 3

Gesundheitsreform: Wegfall des Patientenwahlrechts und mögli

Beitrag von Webkänguru » 02.04.2007, 08:06

Seit gestern ist die lange diskutierte Gesundheitsreform der Großen Koalition in Kraft. In einem kurzen Artikel geben wir euch auf Stoma-Welt.de einen Überblick über die für Stomaträger einschneidenste Änderung: der Wegfall des Patientenwahlrechts.

An dieser Stelle möchte ich euch die Möglichkeit geben, die Änderung und ihre möglichen Folgen für Stomaträger in Deutschland zu diskutieren.

www.Stoma-Welt.de: Wegfall des Patientenwahlrechts und die möglichen Folgen für Stomaträger

Viele Grüße,
euer Webkänguru

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Webkänguru

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Gesundheitsreform: Wegfall des Patientenwahlrechts und mögli

Beitrag von doro » 02.04.2007, 08:28

Hallo@all.

nun kann jeder einzelne von uns natürlich spekulieren,ob seine spezielle Versorgung im "grünen Bereich" bleibt.Nur jedes Wenn und Aber,bringt uns zur Zeit nicht weiter.

Erst wenn konkrete Ergebnisse vorliegen kann , meine Meinung, protestiert werden. Dann aber bitte heftigst.Dann, sollten wir uns überlegen ob der gute Spruch: "Gemeinsam sind wir stark" zum Tragen kommt ! Es liegt doch an uns auf unsere Probleme aufmerksam zu machen.

Übrigens war ich vor ca 1 Jahr schon recht verwundert, als ich meine KK nach einem Unternehmen (Sani-Geschäft oder sonstwas) befragte,welches meine Colo Plast Produkte besonders günstig weiter gibt und dort niemand über dieser Materie Auskunft geben konnte.:haarezuberge:.Denn auch wenn ich ein Markengerät kaufe, vergleiche ich die Preise.Warum dann eine ständig jammernde Krankenkasse nicht ?? So ein Unternehmen wäre in der freien Wirtschaft auch unhaltbar.
Nun müssen wahrscheinlich einige von uns für einen Missstand den Beutel herhalten.

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doro

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Gesundheitsreform: Wegfall des Patientenwahlrechts und mögli

Beitrag von Gabi » 02.04.2007, 08:53

Hallo,
seit ich mein Stoma habe, bestelle ich grundsätzlich bei einem Sanitätshaus, das auch ausgebildete Stomatherapeuten beschäftigt.
So habe ich die Möglichkeit, wenn ich mal ein Problem habe,
kostenlos Hilfe zu bekommen.
Ich werde darum kämpfen,wenn es soweit kommen sollte, bei meinem Sanitätshaus zu bleiben.
Hier waren wieder mal Bürokraten am Werk, die sich nicht vorstellen können, was so eine Änderung für uns Betroffene mit sich bringt.
Welcher Hausarzt kennt sich schon so genau mit einem Stoma aus? Ich kenne keinen.
Aber jetzt warte ich erst mal ab, wie meine Krankenkasse reagiert.
Trotzdem, ist das sehr ärgerlich.
Liebe Grüße
Gabi

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Gabi

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Gesundheitsreform: Wegfall des Patientenwahlrechts und mögli

Beitrag von wolli111 » 02.04.2007, 09:12

Hallo,

also ich kann nur sagen, ich werde mich ganz extrem dagegen zur Wehr setzen.

Die Kasse hat es schon mal bei mir versucht, ich solle von Cosamed zu einer Briefkastenfirma wechseln.

Man könne bestellen , es wäre billiger ja für die Kasse.

Aber ich hab keinen Ansprechpartner mehr bei Problemen , wenn ich mal etwas benötige, denn auch ich kann etwas vergessen zu bestellen stehe ich da, so schnell kann die Briefkastenfirma nicht liefern.
Ich finde ohne Cosamed ging es mir schlecht. Man schränkt sich schon ein und versucht, so wenig wie möglich zu verbrauchen von dem Versorgungsmaterial.

Also mal warten was kommt, heute kommt meine Stomatherapeutin da werde ich auch mal fragen was auf uns zu kommt.

LG Petra

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wolli111

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Gesundheitsreform: Wegfall des Patientenwahlrechts und mögli

Beitrag von Monsti » 02.04.2007, 09:58

Hallo zusammen,

bei uns in Österreich läuft's schon immer folgendermaßen:

Einmal im Quartal hole ich mir die Rezepte für meine Stomaversorgung vom Hausarzt, die ich im 25 km entfernten Sanitätshaus abgebe. Etwa 7-10 Tage später kann ich meine Versorgung von dort abholen. Private Homecare-Unternehmen gibt es (zumindest in unserer Region) nicht, lediglich den offiziellen "Gesundheitssprengel", der immobile Patienten i.S. einer Krankenhausersatzmaßnahme betreut, was nur eine gewisse Zeit lang und auch nur teilweise von der KK getragen wird. Auch haben Sanitätshäuser keine angestellten Stomatherapeut(inn)en/-berater(innen). Apotheken führen bei uns grundsätzlich keine Stomaartikel. Habe ich Probleme mit meinem Stoma, kann ich im Bezirksspital einen Termin in der Stomaambulanz vereinbaren (Sprechzeit: 1x in der Woche). Ist es eilig, muss ich mich an die chirurgische Ambulanz wenden.

Ist dies in etwa die Regelung, wie sie nun in Deutschland zu erwarten ist?

Liebe Grüße
Angie

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Monsti

Mitglied

Gesundheitsreform: Wegfall des Patientenwahlrechts und mögli

Beitrag von Webkänguru » 02.04.2007, 10:56

Hallo Monsti und alle,

heute dürfen wir in Deutschland überall unsere Versorgung kaufen, egal ob in der Apotheke, im Sanitätshaus oder im Versandhandel. Unter all' diesen Anbietern kann eine gesetzliche Krankenkasse jetzt eine Ausschreibung starten nach dem Motto: "Ich habe 400 Stomaträger, den Festpreis für die Stomaartikel sind bekannt, wer versorgt meine 400 Stomaträger zu einem günstigeren Preis."

Wenn die Krankenkasse einen Anbieter mit einem günstigeren Preis findet, kann sie mit ihm einen "exklusiven" Vertrag für ihre 400 Stomaträger vereinbaren. Voraussetzung ist lediglich, dass der Anbieter eine Versorgung zu gewissen Qualitätskriterien garantiert.

Die Krankenkasse wird anschließend ihre 400 Stomaträger auffordern, nur noch bei diesem einen Anbieter die Stomaprodukte zu bestellen. Entscheiden sich einzelne Versicherte der Kasse dagegen, kann ihnen die Krankenkasse den Differenzbetrag der Kosten für die Stomaversorgung im Vergleich zu ihrem "exklusiven Vertragspartner" als Eigenanteil in Rechnung stellen.

Es ist anzunehmen, dass bei Ausschreibungen nur größere regional tätige Sanitätshäuser oder Homecare-Unternehmen das Rennen machen, da sie über die abgesetzte Menge den Preis senken können. Für kleinere Anbieter wie Apotheken wird das Geschäft mit Stomaartikeln uninteressant.

Eine weitere theoretische Möglichkeit den Preis zu senken, ist die Einschränkung der Betreuung der Stomaträger z.B. durch ausgebildete Therapeuten. In den in Deutschland geltenden Festbeträgen für Stomaartikel ist ein Anteil für die Stoma-Dienstleistung enthalten, also für die Anleitung zur Versorgung oder Hilfe bei Problemen. Somit könnten z.B. Versandapotheken die Preise bei Ausschreibungen drücken, da sie ja selbst keine therapeutische Betreuung vor Ort anbieten. In wieweit solch ein Vorgehen allerdings den geforderten Qualitätsstandards widersprechen würde, kann ich mangels Veröffentlichungen dazu noch nicht sagen.

Viele Grüße,
euer Webkänguru

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Webkänguru

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Gesundheitsreform: Wegfall des Patientenwahlrechts und mögli

Beitrag von Sabine049 » 02.04.2007, 11:01

Erst wenn konkrete Ergebnisse vorliegen kann , meine Meinung, protestiert werden. Dann aber bitte heftigst.Dann, sollten wir uns überlegen ob der gute Spruch: "Gemeinsam sind wir stark" zum Tragen kommt ! Es liegt doch an uns auf unsere Probleme aufmerksam zu machen.
Zitat Doro

... Zustimmung :ballon:.

Meines Erachtens ist "das Kind bereits in den Brunnen gefallen". Unsereins hätte an sich schon vor dem GMG aufbegehren müssen, d.h. vor dem 01.01.04.

Nun, werde ich vorerst abwarten, falls meine Kasse der Auffassung sein sollte, dass mein jetziger Lieferant meine Hilfsmittel etc. der GKV überteuert abrechnet, dann werde ich wohl oder übel mit einen günstigeren Anbieter vorlieb nehmen müssen, ce la vie.

Momentan sehe ich persönlich keinen Interventionsbedarf, weil gegenwärtig alles rein allein auf Spekulationen und Mutmaßungen basiert. Ich sehe/höre vorerst einmal, wie Lieferant, H.-A. und KK reagieren werden.

Liebe Grüße Sabine

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Sabine049

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Gesundheitsreform: Wegfall des Patientenwahlrechts und mögli

Beitrag von Webkänguru » 02.04.2007, 11:17

Hallo Sabine und Doro,

mir ist vor allem wichtig euch auf die Problematik aufmerksam zu machen, da es bisher zu diesem Thema kaum Veröffentlichungen gibt. Panik muss im Moment sicherlich niemand bekommen. Ich denke auch die Deutsche ILCO e.V. wird hier ebenfalls noch umfassend informieren.

Je nachdem wie die gesetzlichen Krankenversicherungen den neuen Spielraum nutzen haben wir Betroffenen sicherlich immer noch Möglichkeiten, uns zur Wehr zu setzen. Ich rechne auch fest damit, das dieses Thema uns hier im Forum stark beschäftigen wird. Vielleicht noch nicht in den nächsten Monaten, aber in absehbarer Zeit.

Ich werde euch auf jeden Fall über weitere Veröffentlichungen zu dem Thema von den Selbsthilfe-, Krankenkassen- und Industrieverbänden auf dem laufenden halten.

Viele Grüße,
euer Webkänguru

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Webkänguru

Moderator

Gesundheitsreform: Wegfall des Patientenwahlrechts und mögli

Beitrag von Mücke » 02.04.2007, 14:16

Hallo

Verstehe ich das richtig,die AOK sagt mir in Zukunft,wo ich meine Stomaversorgung bestellen muß.Aber sagt sie mir auch welche ich nehmen muß?Ich benutze zum Beispiel Convatec.Kann ich die dann weiter benutzen oder schreibt die AOK mir dann vor was ich benutzen soll?Ob ich es vertrage oder nicht?
Dann stelle ich mich aber auf die hintersten Beine,die können ja auch nicht alles mit uns machen.Bei der ganzen Gesundheitsreform kommt man sich so ausgeliefert vor.Dann sind wir schon eingeschränkt und sollen noch mehr eingeschränkt werden.Das ist nicht ok.

Viele Grüße Mücke

Ileostoma 2004 nach mC und zahlreichen Fisteln

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Mücke

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Gesundheitsreform: Wegfall des Patientenwahlrechts und mögli

Beitrag von wolli111 » 02.04.2007, 14:31

Ich hatte gerade Besuch meiner Stomatherapeutin von Cosamed,
habe sie gefragt, sie sagt es bliebe alles beim alten.

Wenn drückt die Krankenkasse die Preise bei den Firmen, aber nicht bei uns Betroffenen

Ich werde beliefert von der Fa. Cosamed, und bin in der BEK , es bleibt so wie es ist. Sollte mir keine Sorgen machen , bin sehr beruhigt, warten wir es ab.



Liebe Grüße Petra

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wolli111

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