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Verzicht auf Hausbesuch – Seite 3

Das Forum zum Erfahrungsaustausch rund um sozialrechtliche Themen, z.B. zur Schwerbehinderung, zum Bezug der Hilfsmittel, zu Zuzahlungen und vielen anderen Themen.

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27 Beiträge • Seite 3 von 31, 2, 3

Verzicht auf Hausbesuch

Beitrag von Banditensocke » 22.02.2018, 07:42

doro hat geschrieben:[
Als Beispiel nehme ich einmal den Besuch der Hebamme nach einer Geburt.
Wahrscheinlich ist das Versorgen eines Babys in diesem Jahrhundert schwieriger geworden,denn der Besuch einer Hebamme gehört heute ja zu den Pflichtübungen einer jungen Mutter :hmm:
Ist das soo notwendig.Bei einer normalen Geburt?
Wenn man da auf den Besuch der Obigen verzichtet,ist man wahrscheinlich gleich eine Mutter die ihr Kind mißhandelt.? Wehe wer verzichtet :-P


.


Auch wenn das OT ist - das geht so weit am Thema vorbei, dass es fast schon schmerzt. Wir haben aktuell in D einen Hebammenmangel - viele werdende Mütter FINDEN gar keine Hebamme mehr, die sie betreuen könnte. Hebammen können mit Ausnahme der Sonographie die komplette Schwangerenversorgung übernehmen. Sie sind eigentlich qua Gesetz bei jeder Geburt dabei und betreuen die Frauen nach der Geburt in der ersten Zeit. "Wehe wer verzichtet"? ist heute eher ein: Was, wenn ich keine Hebamme bekomme? DAS ist zunehmend Alltag für viele Frauen und stellt für sie ein echtes Problem dar.

Es sollte niemand, der der Hilfe bedarf, darauf verzichten müssen.

Es sollte niemand, der keine Hilfe braucht, dazu gezwungen werden, sie in Anspruch zu nehmen.

Wer eine Leistung abrechnet, muss sie auch erbracht haben. Mehr gibt es dazu nicht zu schreiben.

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Banditensocke

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Verzicht auf Hausbesuch

Beitrag von doro » 22.02.2018, 08:23

Liebe Banditensocke,

gerade haben bei uns in der Lüneburger Heide die Hebammen per Protest auf ihre desolate Situation
aufmerksam gemacht und auch deshalb war ja mein Anliegen ob jede junge Mutti ob vor- oder nach der Geburt, unbedingt eine Hebamme benötigt.

Ich hatte kürzlich diese Frage in meiner Familie,Urgroßmutter geworden und meine liebste Enkeltochter bekam den Besuch einer Hebamme.Nur sehr begrenzt weil alles gut war.Aber sie wurde eben doch bestellt.Notwendig?
Und so sehe ich den Besuch einer Stoma Schwester auch.
Generell würde ich nicht darauf verzichten,aber muss sie kommen weil ich meine Prinzipien habe?

Habt alle einen schönen Tag :winke:

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doro

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Verzicht auf Hausbesuch

Beitrag von Renni » 22.02.2018, 14:04

Hallo Ihr Lieben,
das Problem ist, dass die Stomaberatung kein anerkannter Heilberuf ist, sondern nur Anhängsel bei der Stomaversorgung. Natürlich müssen bei den Homecareunternehmen ausgebildete " Wund und Stomatherpeuten" arbeiten um Verträge mit Krankenkassen schliessen zu können. Nach den heutigen Qualitätsstands zählen die Kundenkontakte als ein Qualitätsmerkmal.
Genauso muss eine Klinik, um sich Darmzentrum nennen zu dürfen, eine gewisse Anzahl an Darmoperationen, nachweisen. Hebamme ist ein anerkannter Heilberuf.

Liebe Grüße Renate

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Renni

Ansprechpartnerin des Stoma-Treff Hamburg-Nord und Hamburg-West

Verzicht auf Hausbesuch

Beitrag von Brother_Tak » 08.03.2018, 23:44

Hi,

auch wenn schon viele geschrieben haben und mich kritisiert. Bitte noch mal nachlesen. Ich schrieb, wenn die Krankenkasse eine Leistung bezahlt, dann muss sie auch geleistet werden. Von allen die mich kritisiert haben! Wisst ihr konkret was die Kasse bezahlt, bekommt ihr Rechnungen zu sehen? Ich habe gerade welche bekommen. Da steht nix drin außer meine 10 Euro Anteil. Deutschland leistet sich ein äußerst teures Krankensystem, nur kommt beim Patienten viel weniger an als in anderen Ländern! Und ja, wenn die Krankenkasse Hausbesuche bezahlt, dann muss der auch gemacht werden und wenn das nicht passiert, muss die Rechnung kleiner ausfallen! Mehr wollte ich nicht sagen! Was ich anmahne ist die Abschaffung von Pauschalen und die Bezahlung nach wirklicher Leistung! Das reduziert sinnlos OPs und so weriter. Dann kann ich gemeinsam mit dem Doktor entscheiden, was ich brauche und die Krankenkasse kontrolliert das. Mehr habe ich nicht gefordert. Zweritens, ich habe in den 6 Wochen über 200€ zusätzlich für Beutel und anderes Zeug ausgegeben. Ich hätte das auch über die Kasse bekommen, wusste aber das es mehr war, als die Pauschale hergibt. Ich finde deshalb Pauschalen für gefährlich, denn sie machen ein schlechtes Gewissen, wenn man mehr braucht und verführen zu Selbstfinanzieren, wenn man das kann! Wenn Krankenkassen bezahlen was jeder Einzelne braucht, dann wird sich die Tendenz große Gewinne über verdeckte undurchsichtige Preise erzielen zu wollen verringern. Beispiel 20 einteilige Beutel kosten im freien Handel 100€. Die gleichen Beutel kosten in Spanien oder Polen 50€. Wie viel bezahlt der Stomadienstleister wirklich. Wenn er pauschal abrechnet kann er sich den Gewinn mit dem Hersteller teilen! Muss er Rechnungen stellen, bleibt die Möglichkeit weg! Zumindest kann man das dann besser ermitteln und ahnden!

liebe Grüße BT

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Brother_Tak

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Verzicht auf Hausbesuch

Beitrag von doro » 09.03.2018, 00:28

Hmmm,
da ich die besagte monatliche Pauschale von € 10,00 für meine Hilfsmittel zahle,bin ich sehr fröhlich,dass ich dafür nicht auch noch die anteiligen kosten zahlen muss,wie es z.B. bei den Medikamenten der Fall ist ( ich bin GsD nicht befreit )
Müsste ich die anteiligen Kosten zahlen,würde ich sicherlich weit über diese Pauschale liegen.

Würde ich mir freiwillig Stoma Versorgung / die zur Versorgung nötigen Hilfsmittel kaufen?
Sicher nicht.
Dafür stöhne ich allerdings jeden Monat über meinen Beitrag,den ich als „Selbstständige“ ( ein Schelm wer böses dabei denkt :DD ) zahlen muss,bin mir aber über eines sehr bewusst,das ich im Laufe der letzten 15 Jahre durch immer wieder kehrende Operationen, meiner DAK sehr viel Geld gekostet habe.
Nun kann man natürlich weiter gehen und fragen warum die Kosten im Gesundheitswesen so hoch angesetzt sind :oops:
Wäre ich zickig würde ich ja nun sagen :weil die Mehrheit der Bundesbürger alles mit nimmt was ihnen zusteht.
Sage ich aber nicht :stimmtNicht:
Wer Preise in Polen von 50€ für die dortige Stomaversorgung als normal befindet, muss sich doch einmal die Gehälter der polnischen Bürger anschauen,nicht umsonst nehmen sie fast jede Arbeit ( Landwirtschaft,Erntehelfer, Seniorenbetreuung usw in D oder GB an um etwas mehr Wohlstand zu haben.Das ist sehr ehrenwert nur, da sind 50€ für Stoma Versorgungen aber eine Menge Geld und nicht als preiswert zu benennen.
Der Vergleich von Dir hinkt ein wenig.

Wie auch immer,so hat jder seine eigene Sicht auf „Hausbesuche mitnehmen“weil es mir ja zusteht.
Es wäre ja auch schrecklich wenn wir alle Einheitsdenker wären. :DD :winke:

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Verzicht auf Hausbesuch

Beitrag von Brother_Tak » 09.03.2018, 10:53

Liebe Doro,

ich gebe Dir natürlich recht, wenn man den gegenwärtigen Zustand sieht. Ich schreibe mit meiner Stomaschwester Mails und schicke Fotos. Sie muss natürlich nicht zum Kaffeetrinken kommen, dafür hat sie auch keine Zeit. Was ich meinte war: "Wenn die Stomaversorger den Hausbesuch als solchen abrechnen, dann muss er gemacht werden!". Da sie aber eben pauschal abrechnen, gibt es eine undurchsichtige Querfinanzierung, die dazu führen kann, dass der Versorger versucht die Preise zu drücken, koste es was es wollen, denn es wird ja nichts nachgeprüft. Leidtragende sind dann die Schwachen, die sich nicht wehren können. Sprich, dann ist der Versorger mit der schlechtesten Leistung der Gewinner! Wir kennen alle die Beispiele aus der Pflege! Und hier ist dann eben mein Problem. Wenn das bei mir eingesparte Geld im Gemeinschaftstopf bliebe, Versorger also nicht gewinnorientiert arbeiten dürften, sondern Geld was übrig bleibt wieder in den Topf kommt, bin ich der erste der spart! Wenn ich allerdings Gesundheitskonzernen dicke Renditen verschaffe, weil ich spare, hört bei mir der Spass auf. Solidargemeinschaft klingt toll! In Deutschland funktioniert die nicht, weil sich die Gesundheitskonzerne an der Solidargemeinschaft gesund stoßen.
Ehrlich ich möchte nicht wissen wie viel Stomas gelegt werden, nur weil die Klinik noch ein paar Operationen mehr braucht um die Rendite zu sichern? Ein absurder Gedanke? Nun nach Oberschenkelhals- und TotalOP Skandalen wohl doch nicht so weit hergeholt!
Deshalb noch mal. Ein System welches konkret, wie bei einem normalen Selbstständigen abrechnet ist mir lieber und es ist nach dem was ich weiß und lese effizienter. Und wenn dann noch in das System alle einzahlen, braucht es auch keine Zuzahlung mehr! Wieso kamen denn Zuzahlungen auf? Weil erstens nicht alle einzahlen und zweitens aus dem Gesundheitssektor eine Privatveranstaltung wurde.

Liebe Grüße Brother_Tak

PS: und damit das mit "alle einzahlen" nicht falsch verstanden wird. Ich bin aktiv in der Flüchtligshilfe und bei den Johannitern tätig .....

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Brother_Tak

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Verzicht auf Hausbesuch

Beitrag von doro » 10.03.2018, 10:31

Lieber Brother_Tak

da nähern wir uns dem Kern doch sehr kräftig.Ich bin auch nicht dafür,dass berechnete Leistungen nicht in Anspruch genommen werden.
Ich zahle auch kein Schnitzel wenn ich Bockwurst bekomme ( nix gegen eine gute Bockwurst :DD )
so gesehen teile ich Deine Einstellung.

Habt alle ein gutes Wochenende
bei uns in der Elbmarsch sind die ersten Störche zurück :)

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doro

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