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Schwiegermutter ihr Stoma und ich – Seite 1

Stellt hier eure Fragen zum Stoma und zur Stomaversorgung, zur Stoma-OP und zur Behandlung von Komplikationen.
In den drei Unterforen dreht sich alles um die drei Stomaarten Colo-, Ileo- und Urostoma und deren kontinente Varianten wie der Ileo- oder der Uro-Pouch.
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35 Beiträge • Seite 1 von 41, 2, 3, 4

Schwiegermutter ihr Stoma und ich

Beitrag von Isabell » 23.10.2013, 20:34

Hallo,
bei meiner Schwiegermutter 73j.wurde am 06.10.2013 bei einer Not OP Darmkrebs festgestellt.Sie bekam einen Stoma, der Anfang 2014 wieder zurückverlegt werden soll.
Der Krebs wurde erfolgreich entfernt und das zu gar so, das sie keine Chemotherapie brauch.
Eigentlich ist das ja ein guter Grund um positiv in die Zukunft zu schauen, aber das ist nicht
der Fall. Sie bewegt sich nur wenn sie ins Bad muss, ins Bett möchte, zum Kühlschrank (der gleich neben ihrem Stuhl steht) oder wenn sie ein Kaffee möchte. Ob wohl meine Schwiegermutter genügend Bewegung haben könnte, wenn sie sich nur um ihren Hund kümmern würde, das ist aber nicht der Fall. Sie möchte auch nicht so richtig essen. Sie meint, das sie nach einer kleinen Scheibe Brot schafft und das sagt sie aber schon vorm essen. Und was die Stomaversorgung an geht, weigert sie sich, das zu lernen. Sie liegt wie ein Maikäfer auf dem Rücken und starrt die Decke beim erneuern an. Mein Mann, ich und die Stomaschwester reden Täglich auf sie ein, das mit der Versorgung zu lernen muss,da ich nicht immer da sein kann und das es sehr wichtig ist, zu essen, sich zu bewegen und wieder zu Kräfte zu kommen, da sonnst die Rückverlegung gefährdet ist.Aber nein dies alles Interessiert sie nicht, sie denkt nur an sich und nicht an mich. Gestern meinte, das die Versorgung dann eben erst erneuert wird, wenn ich mich wieder fühle.Ich leide seit 205 an COPD, Herzinfarkt und seit etwa 4 Jahre an Wirbelgleiten und das schon sehr stark. Mein Wirbel ist schon 6 mm in den Bauchraum verschoben. Und ich kann euch sagen, das sind Tägliche Schmerzen ich kann so manchmal kaum stehen, geschweige lange Strecken laufen. Ich hoffe, das mir hier jemand Rat geben kann, was ich noch machen kann. Kann was passieren, wenn die Versorgung nicht nach 3 oder 4 Tagen gewechselt wird ??? Ich möchte sie nur zwingen, das sie es auch mal lernen möchte und am Leben wieder teil nimmt. Ich habe es schon mit dem Pflegeheim versucht, das hat auch nichts genützt. Bitte schreibt mir mal, wie das so mit dem Essen ist und ob das so wenig bleibt !

LG Isabell

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Isabell

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Schwiegermutter ihr Stoma und ich

Beitrag von doro » 23.10.2013, 20:58

Hallo Isabell,

hmm, ich habe es nicht so mit der Mitleidstour :verlegen1: deshalb wenn gute Worte nicht helfen, laßt es doch einmal auf den Ernstfall ankommen.
Es ist nicht sehr angenehm, in seiner eigenen Schiete zu liegen, aber es ist auch nicht fair, die Verantwortung in der von Dir geschilderten Form an die kinder zu geben.Wenn Deine Schwiegermutter nur, ich nenne es einmal, bockig, ist unm sich selber zu versorgen, da würde ich einmal warten, was passiert, wenn ihr Eure Hilfe verweigert.

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doro

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Schwiegermutter ihr Stoma und ich

Beitrag von Isabell » 23.10.2013, 22:01

Hallo Doro,
Danke für deinen Rat, meine Mutti hat mir das selbe gesagt.
Wir haben ihr schon mit einem Pflegeheim gedroht, aber das hat sie kalt gelassen. Sie meint immer ich kann das mit der Versorgung nicht. Mich hat das Krankenhaus ins kalte Wasser geschmissen.
Ich verstehe nicht, wie die Ärzte so handeln konnten.
Heute musste ich ihr zwei mal eine neu Versorgung machen, die wollen immer nicht halten und ich mache es wie die Stomaschwester mit dieser Paste. Ich weiß mir keinen Rat mehr. Sag mal, wie trägst man diesen Beutel, in der Hose oder über ihr. Meine Schwiegermutter trägt den in der Hose und die zieht sich bis über den Beutel bis an die Brust. Wie ist das mit dem Essen, normalisiert sich das wieder, oder bleibt es so wenig ? Leider kann ich mich nicht in Eure Lage versetzen, aber wenn ich so meine Schwiegermutter sehe, könnte man denken, das Leben so nicht lebenswert ist.
Ist das so ? Ich sage mir immer, das sich nur jemand in meine Lage versetzen kann, der mit so einer Situation oder Krankheit leben muss. So ist es auch bei mir. Wer nicht an Wirbelgleiten erkrankt ist, weiß auch nicht wie der Alltag mit dieser Krankheit ist.

LG und gute Nacht
Isabell

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Isabell

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Schwiegermutter ihr Stoma und ich

Beitrag von Hanna70 » 23.10.2013, 22:04

Hallo Isabell,

wie war denn Deine Schwiegermutter vor der OP drauf? Hat sie sich da auch sehr viel auf Euch verlassen?

Nun sind seit der OP erst 2 Wochen vergangen und bei älteren Menschen dauert die Erholungsphase nach so einem Eingriff eben doch länger als bei jüngeren. Versucht, ob Ihr einschätzen könnt, ob sie nicht will oder ob sie wirklich nicht kann. :ratlos: Je nachdem würde ich mein Verhalten ihr gegenüber einrichten.

Auf jeden Fall könntet Ihr den Hund als "Verbündeten" nutzen. Dass sie mit ihm noch nicht Gassi gehen kann, ist sicher verständlich, aber im Haus sollte sie sich um ihn kümmern, zu Fressen geben z.B.

LG Rosi

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Hanna70

Mitglied

Schwiegermutter ihr Stoma und ich

Beitrag von Häslein » 23.10.2013, 23:07

Hallo Isabell,

nun habe ich Deinen Beitrag gelesen, mehrfach sogar. Mich macht da etwas wütend: Warum drohst Du der Frau mit Pflegeheim?

Das kommt nicht gut und Du erreichst damit gar nichts - nur noch mehr Ablehnung ihrerseits.

Außerdem kann sie niemand ins Pflegeheim geben, wenn sie voll geschäftsfähig ist. So einfach ist das nicht und das ist gut so.

Mir scheint, als ob die SchwiegerMUTTER gegen Dich und Deinen Mann alleine da steht. Wisst Ihr beide, wie es ist, wenn man eine Erkrankung hat, die das Leben akut bedroht? Diese Art von Krebs tut genau dies und das merkt die Frau. Sie hat Angst.

Die OP war am 6. Oktober, also vor zwei Wochen. Ihr könnt stolz sein, dass sie schon Zuhause ist. Lasst ihr mehr Zeit.

Wenn Du das Stoma nicht versorgen kannst, organisiere einen Pflegedienst, der es Zuhause übernimmt, für einige Zeit.

Ich kenne Eure Schwiegermutter nicht, dennoch kann ich Dir versichern, dass sie sich so verhält, weil sie gerade nicht anders kann. Sonst würde sie es nämlich machen. Sie will Dich nicht ärgern. Du erwartest gewiss auch ein Mindestmaß an Verständnis für Deine Erkrankung in der Familie.

Man kann hier u. U. eine Depression vermuten ( bei Schwiegermutter ), das Verhalten wäre typisch. Eine Depression bessert sich nicht, wenn man man dem Betroffenen sagt, was er doch alles machen kann und soll.

Er kann nicht - er kann nicht wollen.

Zusätzlich gibt es ja die Diagnose Schizophrenie...hier gibt es mehrere Untergruppen der Erkrankung. Nimmst sie hierzu Medikamente? Wenn ja, welche? Je nach Medikament kann man sich nicht anders verhalten.

Falls sie Neuroleptika erhalten sollte, muss die Dosis überprüft werden. Senioren brauchen viel weniger Wirkstoff als Menschen, die jünger sind.

Es entstehen also neue Fragen. So leicht ist das alles nicht.

Drohen, Predigen und. Lamentieren bringt nicht weiter, das versichere ich Dir. Der Rest ergibt sich.

Essen: Sie soll und darf so viel und wenig essen, wie sie Hunger hat. Sie wird nicht verhungern. Es ist normal, dass man mit der Diagnose und nach einer Darmop nicht viel Appetit hat!

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Häslein

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Schwiegermutter ihr Stoma und ich

Beitrag von Biggi0001 » 23.10.2013, 23:55

Suche Dir einen Pflegedienst, das dürfte für alle besser sein.

Da du mehrfach auf deine eigenen Leiden anspielst, bist du nicht in der Lage, auch noch die eines anderen Menschen aufzufangen, offenbar schürt das nur noch den Ärger an, was auch verständlich ist, Du hast genug mit dir zu tun.

Ich denke, deine SchwieMu wird sich dann auch besser fühlen, denn abhängig von jemandem zu sein, der ständig sein eigenes Leid beklagt, ist pure Qual.

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Biggi0001

Mitglied

Schwiegermutter ihr Stoma und ich

Beitrag von Lizzy » 24.10.2013, 06:41

Hallo,

irgendwie erinnert mich das Verhalten deiner Schiegermutter
an meinen Vater. Der hat auch immer schon vor dem Essen gejammert und sich gehen lassen.

Aber hier so kurz nach einer OP sollte man (zunächst) verständnisvoller sein.

Ich schließe mich dem Vorschlag an, eine Pflegekraft zu organisieren, zu deiner eigenen Entlastung.

Aber auch mir drängen noch sich Fragen auf: was macht dein Mann (ist ja seine Mutter), gibts noch Geschwister, wie war sie vor der OP?

Lizzy

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Lizzy

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Schwiegermutter ihr Stoma und ich

Beitrag von doro » 24.10.2013, 07:44

:gut: Interessant, wie vielschichtig die Meinungen auseinanderdriften.
@Isabell, nun hast Du die freie Wahl.
Ich bleibe allerdings bei meiner Meinung, denn auch mit 73 Jahren und 14 Tage nach einer OP , sollte gerade weil mündiger alter Mensch, ein wenig an die Eigenverantwortung gekitzelt werden. :winke:

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doro

ehemaliges Mitglied

Schwiegermutter ihr Stoma und ich

Beitrag von Melli » 24.10.2013, 11:22

Willkommen Isabell! :)

Ich schließe mich der Meinung an jemanden zu organisieren, der die Versorgung macht. Dann kann sie sich ja noch überlegen, ob sie sich einlernen lässt oder was auch immer.
Die Situation hört sich so für beide Seiten suboptimal an. Ihr seid genervt, wollt aber gleichzeitig helfen, kann man sicherlich auch nachvollziehen. Deine SchwieMu hatte gerade eine große OP und muss erst herausfinden, was noch lebenswert ist (VIEL!) und wie sie mit der Situation umgeht.
Das mit dem Heim sehe ich wie Häslein, vollkommen daneben.
Aber natürlich könnt ihr sie ja durchaus mal fragen, wie sie sich das vorstellt und ob sie lieber von einer Pflegekraft versorgt werden möchte...weil es ihr von euch gemacht ja auch nicht wirklich gefällt.
Drohungen helfen gar nichts, weder mit 7, noch mit 73.

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Melli

Moderatorin

Schwiegermutter ihr Stoma und ich

Beitrag von doro » 24.10.2013, 12:23

Hallo Isabell,
wenn Du für Deine Schwiegermutter dann eine Hilfe zur Pflege bestellen solltest, bitte nicht versäumen, sollte die Pflegeversicherung greifen, durch den medizinischen Dienst der Krankenkasse , eine Pflegestufe feststellen lassen.Oder ist dieses bereits geschehen? Dann habe ich etwas überlesen.Ansonsten sprich mit Eurer Krankenkasse, ob sie häusliche Pflege bezahlt bekommt.
Sollte ein Pflegedienst bezahlt werden, versuche seine häuslichen Besuche so zu legen, daß die Zeit der Beutel Entleerung/ Stomaversorgung so fällt, daß die Versorgung mit übernommen werden kann.
Im Notfall d.h. wenn es plötzliche Pannen mit der Versorgung gibt oder der Beutel in der Nacht unterläuft, müsst ihr leider als Familie immer noch einspringen.
Es sei denn, ihr seid in der Lage eine 24 Std. Betreuung zu zahlen ( wird nicht von der Pflegekasse übernommen) da ist die Versorgung Deiner Schw. Mutter natürlich kein Problem .Sie ist gut versorgt und ihr habt Eure Ruhe.Wie auch immer, Euch alles Gute :winke:

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doro

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