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Rektovaginale Fistel – Seite 1

Viele Wege führen zu einem Stoma. Hier ist Platz für eure Fragen zu Erkrankungen, Behinderungen und Therapien, die ein Stoma notwendig werden lassen.
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62 Beiträge • Seite 1 von 71, 2, 3, 4, 5 ... 7

Rektovaginale Fistel

Beitrag von Manu13 » 09.12.2010, 06:15

Hallo an Alle, bin neu und möchte von meinen leider negativen aber jetzt positiv verlaufenden OPs zur Fistel berichten. Vielleicht erspart das ja manch Anderem ein Stoma ect.
ich wurde im Klinikum Coburg operiert (Abszeß mit Fistel am Darm). Dabei wurde eine Drainage gelegt, die nach Wochen dann entfernt werden konnte. Bei dieser OP wurde dann die Fistel mittels Verschiebeplastik verschlossen. Nach ein paar Tagen Zuhause kam Stuhl aus der Scheide. Schreck. Also, wieder Einlieferung ins Klinikum Coburg, I. Chirurgie(Chefarztbehandlung !) neue Verlegung einer Drainage, diesmal auch durch die Scheide. Diagnose: Rektovaginale Fistel. Die Fistel hatte einen Gang vom Darm in die Scheide gelegt. Zukunftsprognose vom Chefarzt: Vertrauen Sie uns, wir werden in einigen Wochen ein Plug setzen, darauf eine neue Verschiebeplastik legen und dann wird alles gut. Ich habe, Gott sei Dank, dieser Prognose nicht vertraut und endlich durch den Tipp einer lieben Bekannten eine Kapazität auf diesem Gebiet in Bamberg (in der Schellerer Klinik) gefunden (Prof. Dr. Hager, der aber nur noch dieses Jahr 2010 praktiziert). Prof. Hager eröffnete mir, nachdem ich ihm das Vorhaben von Coburg geschildert habe, dass diese Plug-Methode rückläufig sei und dafür, dass so eine OP 800 Euro koste, sein Geld nicht Wert sei, da die Chancen auf Gelingen unter 20 % liegen würde. Er riet mir zur operativen Entfernung der Fistel. Hier hätte im blödesten Fall ein Stoma für 4 Wochen folgen können, da das Gewebe von den vielen Vor-OPs so sehr geschädigt sei. Nun, jetzt ist die OP 1 Woche vorüber, ohne Stoma, und ich fühle mich wieder als Mensch. Vielleicht juble ich zu früh, aber ich habe das gute Gefühl, dass diese OP geklappt hat. Da Prof. Hager nicht mehr lange verfügbar ist, hat er aber einen kompetenten Nachfolger. Ich kann nur empfehlen sich an OA Dr. Scheib im KLinikum Bamberg, Abt. Prof. Pistorius, zu wenden. Was mich so wütend macht ist, dass an mir noch rumoperiert und rumoperiert und rumoperiert worden wäre, ohne dass man über die anatomischen Kenntnisse eines Körpers verfügt. Würde man das nämlich, dann wäre die operative Entfernung der Fistel schon in Coburg kein Problem gewesen. Mir wäre ein langer langer Leidensweg erspart geblieben. Wer so eine Fistel hat, der weiß was da alles mit dranhängt und dass man sich nicht mehr als Frau und Mensch fühlt. ICh bin so geschockt, dass man in Coburg nicht den Mut hat zu sagen: Gehen sie nach ....., dort sitzt ein Spezialist, der macht solche OPs seit Jahren mit großem Erfolg. Traurig aber wahr. Doch jetzt nach Vorne denken und positiv denken. Vielleicht konnte ich ja mit diesem Beitrag helfen? P.S. Lasst Euch nicht von gewissen Leuten kaputt operieren !!!!!!

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Manu13

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Rektovaginale Fistel

Beitrag von Schiddi » 09.12.2010, 21:00

Hallo Manu,
diesen Leidensweg kenne ich von meinen Mann, der wurde von 2 Professoren fast zu Tode operiert, jedesmal gab es solche Komplikationen, er hatte sich schon aufgegeben. Zum Glück hat der Schutzengel ihm beigestanden, dafür Danke ich täglich. Heute macht mir keiner mehr was vor, ich gehe bis aufs Letzte.
Ich wünsche Dir weiterhin Kraft und Stärke
Liebe Grüße
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Schiddi

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Rektovaginale Fistel

Beitrag von Blondie55 » 21.12.2010, 00:39

Hallo Manu,
auch ich wurde bis jetzt 3x wegen meiner rektovaginalen Fistel operiert.

Das erste Mal Juni 2008.
Therapie:Fistelektomie, Fistelverschluß mit Plug und Muskel-/Mukosa-Flap.

Das zweite Mal Juni 2009
Therapie: Spülen der Fistel, Sphinkternaht, Defektverschluss Flap-Plastik.
Hatte kein Abszess, aber ein Ulkus.

Das dritte Mal Oktober 2009
Exzision des Rectumulcus, Verschluss der Vaginalfistel mit Flap-Plastik.
10.11.2009 laparoskopische Anlage eines endständigen Sigmoideostomas.

Diagnose: Rezidiv rekto-vaginale Fistel mit entzündetem Ulcus recti mit Analkarzinom.

Bis heute streiten sich die Geister was zuerst da war.
War das Analkarzinom Auslöser für die Fistel oder die Fistel Auslöser für das Analkarzinom :confused:

Hier im Forum sind ja einige Frauen, die eine rekto-vaginale Fistel haben bzw. hatten. :winke: Ich würde mich freuen wenn ihr hier einmal über Eure Operationen berichten würdet. Welche Methode erfolgreich war oder nicht.
Das könnte für manch eine von uns oder künftig Betroffene sehr hilfreich sein. :lesen:

Inzwischen habe ich alles was die Krankheit betrifft durchgezogen, bin nun
ohne Beutel. Mit Beutel hatte ich mich, was die Fistel betrifft, sicher gefühlt.
Nun habe ich Angst vor einem rezidiv der Fistel und das alles wieder von vorn beginnt.
LG
Blondie55:gutenacht:

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Blondie55

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Rektovaginale Fistel

Beitrag von jacki240 » 21.12.2010, 12:55

Hallo miteinander,

na dann will ich mich mal anschließen und im Schnelldurchlauf erzählen:

2007- Geburt meiner 2. Tocher, danach Rectovaginale Fistel
2007- OP Fistel (weg schneiden und vernähen) ohne Erfolg
2008- OP Fistel (Fibrin Kleber) ohne Erfolg
2008- OP Fistel (nochmals raus schneiden und alles ver-
schließen) ohne Erfolg
2008- Fadendrainage gelegt bekommen
2009- Anal Fistel Plug bekommen ohnen Erfolg
2010- vorläufiges Colostoma bekommen
2010- Fistel OP ( Fistel weg, Schweinemucosa rein) ohne Erfolg

So und nun soll ich 2011 zur OP. Mit Hilfe meines Muskels aus dem Oberschenkel wollen sie die Fistel zum stoppen bringen. Aber ob ich das machen möchte, weiß ich noch nicht. Möchte erst noch andere Ärzte dazu hören.
Kennt ihr gute Ärzte in Sachsen Anhalt und Umgebung? Bin für jeden Tip dankbar. Bis Berlin bin ich auch schon gereist für die OP´s.

LG
jacki240

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jacki240

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Rektovaginale Fistel

Beitrag von Sabine049 » 21.12.2010, 18:30

Hallo Jacki,

schau mal hier vorbei: http://www.kontinenz-gesellschaft.de/

Die können Dir sowohl Kompetenzzentren als auch Kapazitäten benennen.

Liebe Grüße Sabine

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Sabine049

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Rektovaginale Fistel

Beitrag von Skyfire » 21.12.2010, 18:31

Hi,

wenn ich alle Operationen auffuehren soll die ich waehrend meiner Crohnzeit erlebt habe die einhergingen durch Fisteln, dann schreibe ich morgen noch.

Bei mir war der ausloeser das nichts mehr kam, das ich mich Rektumamputieren hab lassen, alle Fisteln quasi zusaetzlich noch rausgeschnippelt wurde und man darauf gehofft hat das dadurch das der Dickdarm nicht mehr mit meiner Vagina durch eine Fistel verbunden war das Loechlein einfach selber zuwachsen wuerde in der Vagina.
Ist geschehen und somit sehe ich auch keinen Handlungsbedarf mehr bei mir.
Ich bin froh das ich diesen Weg gegangen bin. War zwar hart und ist es zum Teil immer noch mit ein paar Kullertraenchen, aber das ist das kleinere Uebel fuer mich.
Denn eins weiss ich ganz genau, ich moechte nie mehr so unwuerdig leben muessen das aus der Vagina meine Ausscheidungen ausfliessen koennen. Das war viel schlimmer fuer mich als mit einem Stoma zu leben ;) .

Aber wem es hilft, bitte schoen. Haette man mir in Aussicht gestellt ohne Stoma und die Fisteln wuerden weggehen dadurch das wir sie einfach nur wegschnippeln .. eine Plastik rein und das Loch in der Vagina waechst zu, oder man haette mir dazu Medikamente verabreichen koennen, klar haette ich das auch versucht. Bei mir war es aber leider aussichtslos, und da ich eh durch den Crohn Inkontinent geworden bin, da mein Schliessmuskel nimmer funktioniert hat, lag es bei mir halt nahe das ich dem ganzen ein Ende setzen wollte.
Ich habs bis heute nicht bereut und werde es auch niemals bereuen.

Ich als ehemalige Fistelgeplagte (hoffentlich bleibt das auch so, man weiss allerdings nie wie der menschliche Koerper tickt) wuensche Dir jedenfalls viel Erfolg in deinem Vorhaben. Auf das es gelingt was Onkel Doktor vor hat.

Viele liebe Gruesse

Claudia

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Skyfire

gesperrtes Mitglied

Rektovaginale Fistel

Beitrag von Kikimotz » 06.09.2012, 13:49

Hallo,
ich bin neu im Forum, obwohl ich schon eine ganze Weile hier herumstöbere. Kurz zu meiner Situation: 2006 bemerkte ich das erste Mal, dass ich Luftabgänge durch die Scheide hatte. Ab diesem Zeitpunkt versuchte man in verschiedenen Krankenhäusern und bei mehreren Proktologen die Fistel zu finden, was leider immer ohne Erfolg verlief. Im Januar empfahl mir ein Proktologe aus Köln das Prosper Hospital in Recklinghausen. Dort wurde dann eine rektovaginale Fistel festgestellt die am 03.04.2012 operiert wurde (Fistelspaltung). Nach 10-tägiger Nulldiät wurde ich dann endlich entlassen. Der 1. Stuhlgang kam und alle Nähte gingen auf!!! Also bin ich am nächsten Tag wieder 100 km nach Recklinghausen gefahren. Das Ergebnis lautete: sofort Not-OP, erneute Fistelsanierung und Anlegung eines doppelläufigen Colostomas. Nach 1. Woche kam ich dann nach Hause. Mit meinem Stoma habe ich mich inzwischen ganz gut arrangiert. Nach 12 Wochen erfolgte dann die 3. OP, da die Dammnaht nicht zuheilen wollte. Nach der OP sagte man mir, dass ein Haar in der Wunde zu einer erneuten Fistel (diesmal am Schließmuskel) geführt habe! Das ist jetzt 10 Wochen her. Der Spalt am Schließmuskel ist immer noch vorhanden, obwohl die Ärztin mir versicherte, dass die Fistel zu sei?!? Heute war meine Stomatherapeutin bei mir, da ich ab jetzt versuchen möchte zu irrigieren(ich möchte nämlich bald wieder arbeiten gehen). Das ging im wahrsten Sinne des Wortes in die Hose. Mir kam das Wasser nicht nur oben aus dem Stoma wieder heraus, sondern auch unten! Ist das normal? Ich weiß jetzt auf jeden Fall, dass ich Winde und flüssigen Stuhl nicht mehr halten kann. Kann sich das noch geben mit der Zeit? Ich bin jetzt doch etwas verunsichert und denke mit Bangen an die Rückverlegung im Januar. Vielleicht hat ja jemand die gleiche Erfahrung gemacht.
Liebe Grüße

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Kikimotz

Mitglied

Rektovaginale Fistel

Beitrag von Blondie55 » 06.09.2012, 16:30

Hallo Kikimotz,
vom Irrigieren habe ich keine Ahnung, kann leider nicht sagen ob das normal ist oder nicht.
Ich habe immer Ausstreifbeutel genutzt. Bin damit sehr gut zurecht gekommen :daumenHoch:
und auch damit arbeiten gegangen.
Nach meiner Rückverlegung konnte ich auch nichts halten.
Bei mir hat es im Gegensatz zu Anderen doch ein ganzes Jahr gedauert bis ich
mich wieder einigermaßen sicher fühlte. ;)
Es ist nicht mehr wie früher, wird aber immer besser und ich bin froh, das die
RV geklappt hat.

LG
Blondie :winke: :winke:

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Blondie55

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Rektovaginale Fistel

Beitrag von Häslein » 06.09.2012, 20:18

Hallo Kikimotz,

Zunächst habe ich eine Frage: Du berichtest, dass während der Irrigation das Wasser "unten" wieder raus kam. Mir ist noch nicht klar, welche Stelle Du meinst:

Lief es aus dem Po ( der normalen Öffnung ) oder lief es auch aus dem Vaginalbereich heraus, oder beides?

Hast Du ein endständiges ( mit 1 Öffnung ) oder ein doppelläufiges Stoma ( mit 2 Darmöffnungen am Bauch )

:ratlos:

Wenn es möglich ist, könnest Du etwas zu den Fragen schreiben. Dann ist es für das Forum leichter, Dir eine Antwort zu geben, die Dir vielleicht etwas helfen könnte.

Danke schon mal für Deine Bemühung.

LG, Häslein

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Häslein

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Rektovaginale Fistel

Beitrag von Kikimotz » 07.09.2012, 09:48

Hallo,

erstmal danke für eure Antworten. Frage an Blondie, ist denn nach der RV deine Inkontinenz jetzt völlig verschwunden, oder besteht noch eine Inkontinenz 1. Grades? Wie schon in meinem Beitrag erwähnt, habe ich ein doppelläufiges Stoma. Meine Stoma-Therapeutin hat beim Irrigieren fälschlicherweise beide Öffnungen benutzt, deshalb lief mir das Wasser auch aus der normalen Öffnung, sprich dem Po. Ich wage den Schritt zur RV noch nicht. Wird denn die Inkontinenz durch spezielles Muskeltraining besser? Mein Schließmuskel ist sehr beschädigt durch die letzte OP und das Loch immer noch nicht verschlossen. Ich wage zu bezweifeln, ob sich da überhaupt noch etwas tut.

LG
Kikimotz

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Kikimotz

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