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Hernie-Operation

Mit einem Stoma ist das Leben anders, aber nicht weniger lebenswert. Trotzdem stellt es uns vor so manche Herausforderung. Hier ist das Forum für eure Fragen und Erfahrungen zum Alltag mit einem Stoma.
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36 Beiträge • Seite 4 von 41, 2, 3, 4

Hernie-Operation

Beitrag von NatzRatz » 25.02.2020, 21:38

Oh je Gelika,

Kann dir leider gar nix tröstendes dazu zu sagen ..
Ich wünsch dir Kraft..

Zu den Mustern, dir bestellst du dir schneller und einfacher selber..direkt über die HP von coloplast kann man Muster anfordern..geht ganz einfach und schnell..

Viel Erfolg
Natalie

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NatzRatz

Mitglied

Hernie-Operation

Beitrag von zwergmutter » 27.02.2020, 09:25

https://produkte.coloplast.de/produkte/stomaversorgung/#%26currentPage%3D1%26facetStrings%3D

Da kannst Du schnell kostenfreie Muster bestellen oder einen Kundenberater arufen.
Die sind sehr nett und hilfsbereit.

Nochmal zu den Hernien. Hast Du ein CT gemacht bekommen ? Wenn ja, dann bestehe darauf das es Dir genau erklärt wird. Das Problem beim Netzeinsatz ist wohl das erst Verklebungen etc gelöst werden müssen und dabei viel schief gehen kann.
HAlt die Ohren steif. Gibt es bei dir vor Ort eine Selbsthilfegruppe ?

:winke:
Christa

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zwergmutter

Mitglied

Hernie-Operation

Beitrag von Mercy » 18.07.2020, 12:05

Leider nichts mehr von irgend jemanden über Hernien OP oder Probleme gehört.
Freut mich natürlich, daß keiner Probleme damit hat.
Falls aber jemand unter der Hernie leidet und evtl. Erfahrungen hat, auch evtl. OP
würde ich mich freuen, wenn wir uns austauschen können mit den Erfahrungen.
:? :? :? :? :?

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Mercy

Mitglied

Hernie-Operation

Beitrag von Merlina » 29.07.2020, 22:35

Hallo Mercy,

ich hatte eine Hernien-OP. Nach ca. vier Monaten ist sie in schwächerer Form wieder gekommen. Allerdings kommen jetzt wohl Verwachsungen dazu.

Zu Hernien gibt es viel zu sagen:

Angeblich bekommen 50% der Stomaträger eine Hernie.
Es gibt Chirurgen, die gleich bei der Stomaanlage vorsorglich ein Netz mit einbauen.
Ob das gut ist.....? Man hat dann einen Fremdkörper im Bauch niemand weiß genau, wie der Körper damit umgeht.
Das Netz soll ja bindegewebig durchwachsen und integriert werden, ob und wie der Körper das dann macht, steht aber in den Sternen.
Es gibt auch Infektionen des Netzes oder, es verknäult sich.

Meine Erfahrung nach zwei umfangreichen Bauchoperationen ist, dass mein Körper mindestens ein halbes Jahr, eher acht bis 12 Monate gebraucht hat, bis alle inneren Wunden geheilt waren und wieder eine stabilere Bauchdecke vorhanden war.
Ich habe mich nach der Netzeinlage an die Anweisungen so gut wie möglich gehalten, aber Hernie ist wieder in kleinerer Form nach drei Monaten wieder da gewesen.
Scheinbar in der Größe nun stabil, nur in letzter Zeit habe ich täglich Schmerzen.

Die Aussage, dass das eine Standard-OP sei, kenne ich auch....von Ahnungslosen.
Es ist ein großer Unterschied, ob man eine Faszie oder/und einen Muskel übernäht und eine Lücke vollständig schließt, oder ob man um eine Austrittstelle herum nähen soll, die stabil und elastisch zugleich erhalten bleiben soll, und ständig durch einen sich bewegenden Darm mit Transport-Aktivitäten in Anspruch genommen wird!
Das traut sich auch manch ein Hernien-Spezialist nicht zu!

Risiken für die Entstehung einer Hernie sind:
- sehr lockeres Bindegewebes
- schlecht trainierte Bauchmuskulatur
- unzureichende/nachlässige Naht bzw. Vernähung der Schichten bei der Stomaanlage
- Gewichtszunahme
- zu frühe Belastung, Husten, Niesen, Erbrechen ohne Gegendruck...leider informiert uns darüber auch selten jemand.

Eine parastomale Hernie ist eine eher schwierige und komplexe Angelegenheit.
Man sollte alles tun um sie zu vermeiden.
Man sollte sie vermutlich nur operieren lassen, wenn man Problem hat. D.h. Schmerzen, störende Bewegungseinschränkungen, Verdauungsprobleme die das Risiko eines Darmverschlusses erhöhen/vermuten lassen. Starke Verwachsungen oder ein sich weiter vergrößernder Bruchsack.

Falls eine OP nicht zu vermeiden ist:
!!! Man sollte NUR ausgewiesene und erfahrene Spezialisten operieren lassen!!!

Ein Rezidiv kann man wohl trotzdem nicht ausschließen.

Es gibt verschiedene Techniken.
1. Ein Netz (Op nach Sugarbaker)
2. Zwei Netze (Sandwich)
3. Zwei Netze und eines davon hat eine Art Schornstein, eine kleine kurze Röhre, die direkt unter dem Stoma liegt und den Darm führt.

Alle sehr komplexe Operationen.
Es scheint Chirurgen zu geben, die dann das Stoma auf die andere Seite oder an eine andere Stelle verlegen, und andere, die das nur offen (Bauchschnitt) operieren. Die Verlegung an eine andere Stelle beinhaltet ebenso wie die offene OP natürlich zusätzliche Risiken, erschwerte Heilung oder später Probleme mit der Versorgung.

Bevor man denkt, jemand trifft so eine Entscheidung nur aus optischen Gründen, sollte man sich klar machen, dass die Hernie auch ohne gravierende Beschwerden ein unangenehmes Ungleichgewicht im Körpergefühl verursacht. Und wenn man eigentlich schlank ist, dann aber eine unförmiges Profil hat, ja...man kann sich daran gewöhnen und versuchen das zu akzeptieren.
Dazu kommt - auch bei beschwerdefreien Hernien - dass die Kleidung sehr einengend sein kann, manche Kleidungsstücke gar nicht mehr getragen werden können und auch eine Bandage sehr unangenehm sein kann, wenn der Gurt den Darm einklemmt und den Brucksack zusammen drückt.

Man sollte eine Bandage übrigens immer im Liegen anlegen, und ggfs warten ob der Darm zurück in den Bauchraum fällt, bevor man die Bandage schließt. Dann nur erfüllt sie ihren Zweck und drückt nichts ab.

Wenn man allerdings tatsächlich Beschwerden hat, können die eine sehr große Lebenseinschränkung bedeuten, von der Sorge, dass es Komplikationen wie Verschlingungen, Stenosen, Einstülpungen, Lähmungen gibt mal abgesehen.
Das Gefühl, dass sich die komplette Verdauung an der Oberfläche abspielt und den ganzen Tag über spürbar ist, jede Mahlzeit zu harten schmerzenden Beulen führt, oder spätestens abends das Bücken oder Schuhebinden unmöglich wird und ständig Schmerzen entstehen, das kann schon extrem belastend sein.

Entscheidend für eine OP für mich ist aus heutiger Sicht für mich die Frage, ob man ernstere Beschwerden hat, oder ob der Brucksack sich weiter vergrößert.
Dann sollte abklären lassen, ob das OP-Risiko oder das Hernie-Weiterschleppen das größere Risiko ist.

Mir hilft es, kleine Mengen zu essen, möglichst nur zwei Mahlzeiten am Tag, sehr gut zu kauen, viel gekochtes, wenig rohe Speisen, kaum Zucker, viel heißen Tee zu trinken und mich viel zu bewegen, ohne große Erschütterungen allerdings.

Ich hoffe das hilft Dir ein bisschen weiter?
LG, Merlina

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Merlina

Mitglied

Hernie-Operation

Beitrag von Mercy » 30.07.2020, 06:37

:troesten: Hallo Merlina :troesten:
Meinen allerbesten Dank für die ausführliche Antwort und Beschreibung der Problemathik.
Leider war bei mir schon bei der OP ein Sandwich - Netz vorgesehen. Aber durch die lange OP ( 7, 5 Std. ) hatten die Chirugen wohl keine Ambitionen mehr oder schlichtweg vergessen. Ein Schelm der da böses vermutet. ( Patient kommt erneuert zur OP, da bekommt man ja noch einmal Geld und es ist eine Bettenbelegegung. ) Ich weiss nicht, ob ich mit dieser Vermutung recht habe. Eine Bandage habe ich bekommen, aber ohne grosse Erklärung. Man hatte mich nicht darauf hingewiesen, diese möglichst oft zu tragen. Leider wurde es dann zu meinem Fehler, da ich die Bandage nach einiger Zeit zu beengt empfand und deshalb kaum noch getragen habe. Mir wurde auch nicht gesagt, das ich diese im Liegen anziehen soll. Da ich oft mit einer Bronchitis zu tun habe und mir auch niemand gesagt hatte, meine Bauchdecke beim Hustenanfall festzuhalten, bekam ich nach ca. 1 Jahr eine Hernie die immer grösser wurde. Z. ZT. eine gute Orange. Am Anfang war die Hernie noch nicht so ausgeprägt. Jetzt hängt das Gewicht nach unten, sodaß ich oft Schmerzen habe weil ich einen Gürtel
in der Hose habe. Die Hernie liegt auf. Speziell im Sitzen. Ich habe schon die kleinste Gürtelschnalle.
Versorgung hat bis vor ca. 3 Monaten gut geklappt. Ich verklebe die Platte ringsherum mit 3M Klebeband. Leider wurde ich in letzter Zeit unter dem Klebeband und der Platte Wund. Ein Wechsel zieht sich deshalb über den halben Tag hin, da ich versuche das Wundsein zu minimieren.
Da ich Krankenhäuser hasse, auch wegen andere OP`s die nötig waren oder noch meinerseits für mich noch zu vermeiden sind. Deshalb versuche ich die Hernien OP, sowie eine andere OP soweit wie möglich nach hinten zu schieben, obwohl die Ärtze gerne operieren möchten. Habe mit der Darmverlegung schon viele Probleme mit Schmerzen gehabt. Deshalb möchte UNBEDINGT jede OP vermeiden, bzw. so weit wie möglich rausschieben. Ich weiss nicht wie lange das geht. Man wird auch nicht jünger.
Können Sie mir, wenn Sie auch möchten, gerne auf meiner Seite, mitteilen wie Ihr Verlauf insgesamt war, wenn ich nicht zu diskret bin. Und vor allem, wo Sie die OP´s gemacht haben lassen.
Für eine Antwort wäre ich Ihnen sehr Dankbar.
Viele liebe Grüsse und vor allem GESUNDHEIT wünscht Ihnen
Mercy :roseSchenken: :roseSchenken: :roseSchenken:

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Mercy

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Hernie-Operation

Beitrag von Mercy » 30.07.2020, 06:38

:troesten: Hallo Merlina :troesten:
Meinen allerbesten Dank für die ausführliche Antwort und Beschreibung der Problemathik.
Leider war bei mir schon bei der OP ein Sandwich - Netz vorgesehen. Aber durch die lange OP ( 7, 5 Std. ) hatten die Chirugen wohl keine Ambitionen mehr oder schlichtweg vergessen. Ein Schelm der da böses vermutet. ( Patient kommt erneuert zur OP, da bekommt man ja noch einmal Geld und es ist eine Bettenbelegegung. ) Ich weiss nicht, ob ich mit dieser Vermutung recht habe. Eine Bandage habe ich bekommen, aber ohne grosse Erklärung. Man hatte mich nicht darauf hingewiesen, diese möglichst oft zu tragen. Leider wurde es dann zu meinem Fehler, da ich die Bandage nach einiger Zeit zu beengt empfand und deshalb kaum noch getragen habe. Mir wurde auch nicht gesagt, das ich diese im Liegen anziehen soll. Da ich oft mit einer Bronchitis zu tun habe und mir auch niemand gesagt hatte, meine Bauchdecke beim Hustenanfall festzuhalten, bekam ich nach ca. 1 Jahr eine Hernie die immer grösser wurde. Z. ZT. eine gute Orange. Am Anfang war die Hernie noch nicht so ausgeprägt. Jetzt hängt das Gewicht nach unten, sodaß ich oft Schmerzen habe weil ich einen Gürtel
in der Hose habe. Die Hernie liegt auf. Speziell im Sitzen. Ich habe schon die kleinste Gürtelschnalle.
Versorgung hat bis vor ca. 3 Monaten gut geklappt. Ich verklebe die Platte ringsherum mit 3M Klebeband. Leider wurde ich in letzter Zeit unter dem Klebeband und der Platte Wund. Ein Wechsel zieht sich deshalb über den halben Tag hin, da ich versuche das Wundsein zu minimieren.
Da ich Krankenhäuser hasse, auch wegen andere OP`s die nötig waren oder noch meinerseits für mich noch zu vermeiden sind. Deshalb versuche ich die Hernien OP, sowie eine andere OP soweit wie möglich nach hinten zu schieben, obwohl die Ärtze gerne operieren möchten. Habe mit der Darmverlegung schon viele Probleme mit Schmerzen gehabt. Deshalb möchte UNBEDINGT jede OP vermeiden, bzw. so weit wie möglich rausschieben. Ich weiss nicht wie lange das geht. Man wird auch nicht jünger.
Können Sie mir, wenn Sie auch möchten, gerne auf meiner Seite, mitteilen wie Ihr Verlauf insgesamt war, wenn ich nicht zu diskret bin. Und vor allem, wo Sie die OP´s gemacht haben lassen.
Für eine Antwort wäre ich Ihnen sehr Dankbar.
Viele liebe Grüsse und vor allem GESUNDHEIT wünscht Ihnen
Mercy :roseSchenken: :roseSchenken: :roseSchenken:

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