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Stoma nach Unfall - wie geht es weiter? – Seite 1

Mit einem Stoma ist das Leben anders, aber nicht weniger lebenswert. Trotzdem stellt es uns vor so manche Herausforderung. Hier ist das Forum für eure Fragen und Erfahrungen zum Alltag mit einem Stoma.
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65 Beiträge • Seite 1 von 71, 2, 3, 4, 5 ... 7

Stoma nach Unfall - wie geht es weiter?

Beitrag von Arno » 13.03.2018, 22:53

Hallo Forum,

ein sehr enger und lieber Freund von meinem Lebensgefährten und mir, 31 Jahre alt, hat seit Samstag nach einem Unfall (hat sich was eingeführt und damit seinen Darm perforiert) einen künstlichen Darmausgang oberhalb seines Nabels.
Noch ist er auf Intensivstation und nicht bei Bewusstsein, aber mein LG und ich wollen uns schon mal informieren, wie das erfahrungsgemäß jetzt weitergeht (also Krankenhaus-Normalstation xxx Wochen, im Anschluss dann Reha yyy Wochen, oder wird man einfach so wieder nach Hause geschickt)?
Wir würden ihn auch bei uns aufnehmen, weil wir auch bisschen zurückgeben wilwollenl, was wir als Glück im Leben erfahren haben.
Würde mich über grobe Schätzungen freuen.
Wir wollen auch zusehen, dass er im KKH gleich psychologische Unterstützung erhält. Sollten wir auf noch etwas anderes achten/hinwirken?

Viele Grüße

Arno

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Arno

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Stoma nach Unfall - wie geht es weiter?

Beitrag von Biene80w » 14.03.2018, 00:47

Hallo

Ich habe einen künstlichen darmausgang bekommen , weil ich bei der Geburt einen dammriss 4 Grades hatte und das Krankenhaus das mehrfach genäht hat aber trotzdem immer wieder der kot vaginal raus kam.
Hatte also ca 4 wochen Vorgeschichte mit geburt und 3 Operationen.
Ich kam dann in die Uni klinik bekam am 9.9.2017 Das stoma und wurde am 21.9 entlassen

In der Klinik wird dir beigebracht wie man das versorgen muss
Zu Hause kommt dann ein stomaberater zu dir und hilft das man klar kommt.
Ich habe das ganz schnell hinbekommen..... so schwer ist das alles nicht
Gewöhnungsbedürftig aber wenn man einmal die richtige Versorgung für sich gefunden hat klappt es recht gut.

Ob man psychologische Unterstützung braucht muss ja jeder für sich dann entscheiden...
Denke das man das im kh ansprechen kann und die einem weiter helfen

Ist das vorübergehend?bis der darm geheilt ist?

Liebe Grüsse
BIENE

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Biene80w

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Stoma nach Unfall - wie geht es weiter?

Beitrag von Arno » 14.03.2018, 09:22

Hallo Biene,

ich werde versuchen, heute einen Termin mit einem der Chirurgen zu bekommen und zu erfahren, wie groß der Teil des Darms ist, der verletzt (und evtl. entnommen) wurde. Die Ärztin auf der Intensivstation war jedenfalls nicht all zu optimistisch, dass man das bei ihm wieder zurückverlegen kann. Es ist nämlich auch schon sein zweiter Darmriss (beide Male auf ähnliche Weise selbst zugefügt). Gestern war die Aussage, dass er das Rektum eingebüßt hat :( :(
Aber ich hatte auch den Eindruck (oder die Hoffnung), dass sie es selbst nicht so im Detail wusste...

Die Geschichte mit der psychologischen Unterstützung habe ich schon im KKH angesprochen, weil er sich letztes Mal auf Intensivstation noch selbst die Infusionen ziehen und abhauen wollte. Die ärztin meinte aber, das käme in der Aufwachphase schon mal vor. Und dass man deswegen Patienten auch mal fixieren muss...

Danke Dir schon mal für die Infos :roseSchenken:

Viele Grüße

Arno

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Arno

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Stoma nach Unfall - wie geht es weiter?

Beitrag von Renni » 14.03.2018, 11:10

Hallo Arno,

ich denke, dass euer Freund bisher sein Leben selbstständig gemeistert hat. Jetzt ist er zur Zeit auf Hilfe von euch angewiesen. Besteht eine Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht? Ich denke Ihr werdet sonst keine gesundheitlichen Ausfünfte vom Arzt bekommen. Der Sozialdienst im Krankenhaus kann weitere Schritte aufzeigen. :super:

Liebe Grüße Renate

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Renni

Ansprechpartnerin des Stoma-Treff Hamburg-Nord und Hamburg-West

Stoma nach Unfall - wie geht es weiter?

Beitrag von Arno » 14.03.2018, 11:48

Hallo Renate,

eine Vorsorgevollmacht nicht, aber das Krankenhaus darf mir Auskunft erteilen (ist mit seiner Familie so abgesprochen und in seinen Akten hinterlegt). Das läuft auch bereits (ich dürfte sonst auch nicht auf die Intensivstation zu ihm).
Beim Sozialdienst werde ich heute mittag mal vorsprechen, danke für den Tip.
Ja, er hat sein Leben bisher so halbwegs gemeistert, aber auch viel Quatsch gemacht.

lg Arno

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Arno

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Stoma nach Unfall - wie geht es weiter?

Beitrag von Börgi » 14.03.2018, 18:32

:aah: :aah: :aah: :schlecht: :schlecht: :schlecht:

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Börgi

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Stoma nach Unfall - wie geht es weiter?

Beitrag von Arno » 14.03.2018, 20:21

So... War beim Chirurgen. Der künstliche Ausgang kann in ca 1 Jahr zurückverlegt werden, in einer nochmals langwierigen und schwierigen Operation. Es ist die Länge des Darms somit erhalten geblieben. Es ist seine letzte Chance. Das nächste Mal ist er entweder tot oder hat den Ausgang für immer. Sexspielzeug ist ab jetzt absolut tabu. Die Stelle mit Durchmesser ca 30mm kann auch nicht gedehnt werden.
Aber mit einem vorsichtigen aktiven Partner kann er auch weiterhin der Empfangende beim Sex sein.
Ich war nachher noch auf Intensivstation bei ihm und man merkt deutlich, dass er schon langsam wach werden will und das es deutlich bergauf geht.
:jaehFreu:
Ich habe schon wieder Tränen in den Augen, aber es sind Freudentränen. Liebe Grüße Arno

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Arno

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Stoma nach Unfall - wie geht es weiter?

Beitrag von Merlina » 14.03.2018, 21:18

Hallo Arno,

Du berichtest hier offen über ein Thema, das üblicherweise nicht so leicht „auf den Tisch“ kommt. Ich äußere mich darum auch offen dazu.

Ich habe in einem Darmzentrum mal eine Ausstellung von Dingen gesehen, die Chirurgen Menschen aus ihren Därmen entfernt hatten. Da war z.B. eine Quietsche-Ente dabei, mehrere Glühbirnen, ein ziemlich langes Staubsaugerrohr....nur um einige Objekte zu nennen.
Jedem das Seine....das Meine wäre das nicht :DD ....aber die Welt ist bunt :gegenDieWandLaufen: :pfeifen:

Wenn Eurem Freund das nun schon zum zweiten Mal passiert ist, war die letzte Spassaktion zumindest mutig, oder doch auch autoagressiv? Eigentlich müsste Dein Beitrag unter diesen Umständen nicht „...nach Unfall“, sondern ehrlicherweise nach „....nach Dummheit“ heissen, oder?

Du fragtest, was Ihr tun könnt: ihn davon abhalten so eine Aktion mit dem Stoma zu veranstalten...könnte ja verführerisch sein, so ein Bauchpopo...?
:arbeiten:
Ich vermute, wenn er noch nicht wieder bei Bewusstsein ist, war sein Zustand sehr grenzwertig, z.B. durch eine Bauchfellentzündung, die einen lebensbedrohlichen Zustand auslösen kann.
So eine Operation und so eine innere Verkeimung können langfristige Schäden verursachen, die jede Folge-OP erschweren können.
Es ist Eurem Freund zu wünschen, dass er realisiert, wie sehr sein Leben in Gefahr war und wie kostbar es ist. Insofern kann die Begleitung durch einen Psychologen eine gute Idee sein. Vielleicht aber nicht gerade während einer Reha, dort findet eher low-level-Psychologie statt. Wenn man nicht bis dahin therapieerfahren ist, kann das die Lust dazu zunichte machen.

Eine Reha, eher eine AHB (direkt nach dem Krankenhaus anzutreten), ist sicher gut nach diesem Eingriff, gerade wenn er das Stoma eine zeitlang behalten wird. Bisschen Sport, Ernöhrungsinfo, Schwimmen, Ausruhen und zur Besinnung kommen?
Wenn er arbeitet, wird das sicher auch von Seiten KK/Rententräher unterstützt. Das regelt meist direkt der Sozialdienst im Krankenhaus.

Schön, dass Ihr so füreinander einsteht! Das ist sehr wertvoll :) :roseSchenken:

LG, Merlina

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Merlina

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Stoma nach Unfall/Dummheit - wie geht es weiter?

Beitrag von Arno » 14.03.2018, 23:00

Hallo Merlina,

autoaggressiv ist er glaube ich nicht. Der erste Darmriss war wirklich aufgrund eines Unfalls. Der zweite, naja, da kann man schon Dummheit dazu sagen (Drogen, verantwortungslose Partner, die ihn nicht gebremst haben, als er immer mehr wollte). Es stand sehr schlecht um ihn (seidener Faden), er ist auch immer noch nicht bei Bewusstsein. Aber man merkt, dass es bergauf geht, und darüber bin ich sehr glücklich. Momentan hoffen wir, dass er nicht noch mal operiert werden muss (wegen Eiterherd). Das stand nämlich auch mal im Raum.
Heute hab ich mit der Ärztin über den gemeinsamen Urlaub gesprochen, den er, mein Lebensgefährte und ich im Juni eigentlich machen wollen. Da hat er sich aufgerichtet, die Augen bischen geöffnet, dann aber wieder hingelegt. Aber man merkt schon, dass er bald wieder wach wird. Evtl. ist er morgen schon wach, wenn ich wieder bei ihm bin.
Das Spielzeug, das all das Leid verursacht hat, werde ich entweder wegwerfen oder beim Maifeuer verbrennen.
Ich melde mich wieder,
lg Arno

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Arno

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Stoma nach Unfall - wie geht es weiter?

Beitrag von Arno » 18.03.2018, 21:36

Hallo Forum,
unser Freund ist seit Freitag wieder bei Bewusstsein, ich glaube, es war auch ganz gut, dass ihn die Ärzte so lange im Koma gelassen haben, hat so noch genug Wundschmerzen. Aber es geht aufwärts.
Melde mich wieder,

lg Arno

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Arno

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