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Stomaplattenwechsel wie oft? – Seite 4

Stellt hier eure Fragen zum Stoma und zur Stomaversorgung, zur Stoma-OP und zur Behandlung von Komplikationen.
In den drei Unterforen dreht sich alles um die drei Stomaarten Colo-, Ileo- und Urostoma und deren kontinente Varianten wie der Ileo- oder der Uro-Pouch.
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59 Beiträge • Seite 4 von 61, 2, 3, 4, 5, 6

Stomaplattenwechsel wie oft?

Beitrag von Webkänguru » 08.06.2008, 10:50

Hallo syfi,

nach 5 Tagen darf sich eine Platte schonmal verabschieden. Gibt leider noch keine Basisplatten die dafür gemacht sind, länger zu halten.

Viele Grüße,
euer Webkänguru

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Webkänguru

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Stomaplattenwechsel wie oft?

Beitrag von Bella003 » 26.11.2018, 05:37

Im Besitz eines URO-(!)-Stomas seit 8 Monaten war für mich wegen Lightweight-Rucksack-Reisen in Drittländer die Anzahl der einzupackenden Urostomie-Beutel nicht unbedeutend.
Zunächst noch als postoperativer Patient in der Uni-Klinik auf täglichen Wechsel des Einmal-Urostomie-Beutels konditioniert, suchte ich Begründungen für den TÄGLICHEN Beutel-Wechsel (der sich natürlich auch in sämtlichen Beutelhersteller-Anleitungen findet). Substantiell fand ich als einziges Argument stereotyp die Vermeidung einer bakteriellen Infektion. Indes lernte ich im Fach Mikrobiologie und Bakteriologie schon als Student, daß Infektionen in einem Bereich, in dem ausschließlich etwas heraus-, aber nichts hineinfließt (wie in dem Urostomie-Beutel-System) Infektionen sehr sehr selten auftreten.

Meine Urostomie-Beutel-Tragezeit habe ich dann stufenweise verlängert, inzwischen locker (und regelmäßig) auf mehr als zehn Tage. Ohne irgendwelche Komplikationen. Dabei kommt mir sicherlich zugute, daß ich mit einem BMI (Body-Maß-Index) von unter 19 eher schlank und bauchlos bin.

Zur Zeit ich benutze BRAUN-Beutel vor allem wegen des guten Öffnen-Schließen-Verbinden (Nachtbeutel)-Systems und trage jeden Beutel jetzt ausnahmslos und regelmäßig (teilweise deutlich) länger als zehn Tage. Nicht unwesentlich erscheint mir dabei der ständige Gebrauch des Urostomie-Gürtels, auch von BRAUN.
Ich bin mir indes sicher, daß auch mit Beuteln anderer Hersteller ohne weiteres Tragezeiten von zehn und mehr Tagen machbar sind.

Als Nach-Wort: Das tägliche Leben mit einem Urostomie-Beutel hat meine Lebensqualität (was ist das eigentlich?) nach anfänglichen Schwierigketien mitnichten beeinträchtigt; dank des Nacht-Sammel-Beutels schlafe ich jetzt nächtlich durch - ohne Toiletten-Gang. Und ein Beutel-Wechsel maximal dreimal im Monat ist zumutbar, täglicher Beutel-Wechsel indes wäre für mich der totale Horror.

Nach-Nach-Wort: Meine Anteilnahme und mein Mitgefühl gilt den ILEOSTOMA-Trägern, diese müssen wohl meistens täglich mindestens einmal wechseln.

Nach-Nach-Nach-Wort: In meinem früheren Leben war ich Fach-Arzt, u.a. auch für Bakteriologie.
Und natürlich können Beutelhersteller mit diesem Statement schlecht leben. Erwarten wir deren mögliche Zerreisungen in aller Gelassenheit!

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Bella003

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Stomaplattenwechsel wie oft?

Beitrag von Monsti » 26.11.2018, 22:02

Mh, also ich mit Ileostoma trage meine Basisplatte, sofern sie nicht vorzeitig unterwandert ist, bis zu 7 Tagen und kommt damit wunderbar klar. Gewechselt wird bei Unterwanderung oder dann, wenn es am Stomarand zu brennen und jucken beginnt. Mir ist vollkommen wurscht, was seitens der Hersteller empfohlen wird. Ich wechsle dann, wenn es mir selbst sinnvoll erscheint.

LG Angie

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Monsti

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Stomaplattenwechsel wie oft?

Beitrag von Webkänguru » 27.11.2018, 08:49

Hallo Bella,

willkommen im Stoma-Forum :) Keine Angst, hier wird kein Beitrag zerrissen, wir sind hier "unter uns".

Wenn es wir bei dir funktioniert und die Haut keine Probleme macht, ist eine Tragezeit von 10 Tagen kein Problem. Wir hatten hier schon weitere Beispiele mit nur 3-5 Wechsel im Monat, unabhängig von der Stomaart. Aber es ist trotzdem die Ausnahme. Denn in aller Regel fällt die Platte schon vorher ganz alleine vom Bauch ;-)

Bei mir hält eine zweiteilige Versorgung aufgrund einer Hautfalte nicht länger als zwei Tage, deshalb nutze ich Einteiler und wechsle auch täglich. Dauert aber nur fünf Minuten.

Viele Grüße,
Christian

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Webkänguru

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Stomaplattenwechsel wie oft?

Beitrag von Geduld » 23.07.2019, 09:31

Ich hatte früher mit meinem Ileostoma auch ein zweiteiliges System von Dansac, wo der Beutel wie bei einem Ziplokbeutel auf einem Ring an der Platte angebracht wird. Abgesehen davon, dass dieses System bei mir ungeeignet wurde, weil mein Stoma jetzt auf einem "Berg" sitzt und die recht steife Platte sich nicht faltenfrei auf diesen Hügel kleben ließ, hat mich daran gestört, dass sich unter dem Ring der Platte immer etwas Stuhl befand, den ich auch bei sehr gründlichem Putzen nicht rausbekam. Mir kam das dann - vor allem als diese Hitzewelle war - sehr unhygienisch vor. Ich sollte lt. Stomaberaterin die Platte alle drei Tage wechseln. Nun lese ich hier, manche lassen sie 5 Tage drauf! Sind das dann andere Systeme, wo beim Beutelwechsel JEGLICHER Kotrest weggeputzt werden kann? Denn so alte Stuhlreste mehrere Tage in der Hitze, ich weis ja nicht...??

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Geduld

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Stomaplattenwechsel wie oft?

Beitrag von Bernie29 » 23.07.2019, 11:54

Auch ich habe ein 2-teiliges System (Ileostoma) und wechsle die Basisplatte im Schnitt alle 4 Tage.
Den Ausstreifbeutel wechsle ich aber täglich.

Kleiner Tipp aus eigener Erfahrung:
Falls sich bei euch - so wie bei mir aktuell - die Basiplatten "anhäufen", so achtet darauf,
dass beim Wechsel zuerst die älteren Platten verendet werden.
Mir ist es schon passiert, dass ich wohl eine Zeitlang immer die neuesten Platten verwendet habe
und dann hatte ich irgendwann (unbewusst) eine ältere Packung erwischt.
Das habe ich dann daran gemerkt, dass hier das Material deutlich schlechter haftete und ich
bei diesem Satz Basisplatten fast im 2-Tages-Rhythmus wechseln musste.
Also lasst eure Platten nicht zu alt werden; am besten auf der Packung das "Erhaltsdatum" drauf schreiben.
Oder halt - wenn genug Reserve da ist; die alten Platten besser nicht mehr benutzen.

LG Bernie :winke:

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Bernie29

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Stomaplattenwechsel wie oft?

Beitrag von Konstantinwerfer19 » 26.07.2019, 18:53

Hallo,
Genau das ist mir letzte Woche passiert, das eine Platte gar nicht geklebt hat.
Die Stoma Beraterin (Ersatz weil meine ist im Urlaub zur Zeit) schrieb "nächsten Karton aufmachen" (so in etwa).
Am Tag vorher bemerkte ich, daß Stuhl unterhalb des Beutels auslief aber nicht unter der Platte hervor, wie schon gehabt, sondern dort wo der Beutel geklebt war.
Ich Habs dann untersucht, es war die Platte defekt bzw eingerissen.
Schließlich blutet mein Stoma zur Zeit stärker als sonst und ich habe Bedenken wegen evtl erhöhten Blutverlust.
In meine Wasserflasche aus Plastik, mit der ich zu Hause den Beutel nach dem entleeren ausspüle, gebe ich deswegen Kamillosan Tropfen.
Nächste Woche ist meine Stoma Beraterin zurück und ich kontaktiere sie umgehend.
Grüße Markus

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Konstantinwerfer19

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Stomaplattenwechsel wie oft?

Beitrag von Butterfly » 04.08.2019, 14:59

Hallo allerseits

Ich versuche seit Tagen diese Aussage zu verstehen, ohne sie zu bewerten:

Bernie29 hat geschrieben:Also lasst eure Platten nicht zu alt werden; am besten auf der Packung das "Erhaltsdatum" drauf schreiben. Oder halt - wenn genug Reserve da ist; die alten Platten besser nicht mehr benutzen.


Wieso hortet man so viel Material? Und findet man das fair? Damit ist es nicht überraschend, dass die Versorger so geizig sind. Es ist alles eine Kostenfrage und wenn man wirklich knapp dran ist, dann kämpft man um jede Platte. Man könnte auch einfach mal anrufen und sagen: Ich habe genug von xy, das brauche ich einen Monat nicht. So zumindest habe ich es gemacht.
Ich versuche mal nicht zu werten, wie ich persönlich das finde. Eine Reserve von 2-3 Wochen ist sicherlich sinnvoll. Auch sollst du dich, Bernie, jetzt nicht verpflichtet fühlen, hierauf zu antworten und zu sagen, wieviel du hast. Das geht mich nichts an und liegt mehr fern wissen zu wollen.

Es könnte jedoch der Eindruck einer "Mitnahmementalität" entstehen und so etwas gibt es hier im Forum (wie sonst werden manchmal kistenweise Materialien nach einer RV o.ä. weitergegeben oder auf ebay verkauft). Dieses Problem besteht nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern. So etwas erstaunt mich manchmal zu lesen und ich frage mich (ja, mich, nicht euch) dann: Muss das sein? Brauche ich so viel? Ist es fair den Beitragszahlern gegenüber, die mich dankenswerterweise auffangen, dass ich dann das Material wegwerfe? Und mit der heutigen Diskussion: Ist es "grün" oder kann ich meine Produkte auch aufbrauchen (wenn es schon keine ökologisch abbaubaren Beutel sind, dann sollten sie wenigstens benutzt sein)...

Einfach ein paar Gedanken zum Sonntag.

Liebe Grüsse
Butterfly

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Butterfly

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Stomaplattenwechsel wie oft?

Beitrag von Konstantinwerfer19 » 04.08.2019, 15:30

Sorry,
Ich bin ziemlich neu mit Stoma aber langsam liest sich das, als würde seitens der Milliarden schweren Krankenkassen gespart, bzw den Kranken die Last zur Krankheit aufgebürdet.
Bisher funktioniert es bei mir mit der Versorgung.
Ob jemand hier mit Material spart oder nicht, das ist Angesichts der Verhältnisse von Kasse zum Patienten irrelevant.
Mit dem Kopf unterm Arm muss man kommen.
Das Medikament Dronabinol, um meine begonnene Chemotherapie fort zu führen, ist IMMER NOCH NICHT genehmigt, obwohl 2 Ärztliche Atteste vorliegen.
Ich habe jetzt einen Fachanwalt aktiviert.
Cannabis ist ein Unkraut und wird fadenscheinigst verweigert von der Barmer GEK, wobei mir Neuroleptika, Benzodiazepham, Tavor und Mirtazepin ohne mit der Wimper zu zucken Kiloweise verschrieben wird.
Soll ich mich auch noch vergiften?
Ich bin Angst Patient (Angst und Panik Attacken, gerne mal googeln), das ist Horror pur.
Trotzdem, gerade weil ich mit dem Rücken zur Wand stehe, bin ich äußerst aktiv, um meine Rechte als Mensch und schwer kranker Mensch in diesem Land durchzusetzen.
In Nbg gibt es einen "Behinderten Rat" der ehrenamtlich geführt wird.
Ich war bei KASA, ÖAZ, TEILHABE und dem ganzen nichts bringenden Organisationen, wo ich nur weitergeschoben werde.
Inklusion und Strukturen, Teilhabe und Behinderten Hilfe....... mir wird schlecht, wenn ich daran denke, wie viele Schwerstbehinderte auf ihren Sorgen und Ängsten alleine sitzenbleiben!!!!
Grüße Markus

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Konstantinwerfer19

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Stomaplattenwechsel wie oft?

Beitrag von Butterfly » 04.08.2019, 16:13

Hallo Markus

Das ist schwierig, ja. Auch ich habe einiges an Medikamenten durch, obwohl es bessere Alternativen gegeben hätte. Wenn mein kleines Päckchen mit den Ampullen kam, hatte ich einen Kleinwagen in der Küche liegen. Auch mit meiner PE kommt einiges zusammen. Das ist nicht der Punkt, den ich anspreche. Jeder soll das bekommen, was für ihn erforderlich ist.
Ich habe z.B. die Anhängesets für Infusionen und aufgezogene Kochsalzspritzen verweigert und alles einzeln bezogen, weil es dann viel günstiger war als in den vorgefertigten Sets.

Beim Wegwerfen unbenutzter Beutel waren diese nicht erforderlich. Wenn jeder Stomaträger zuhause solche Bestände hortet, dann muss man sich wundern, wenn manche Stomatherapeuten/Versorger auf dem Material sitzen. Nicht jeder kann für sich kämpfen, wie du es machst, und kaufen selbst zu oder lassen länger kleben oder oder oder... wohingegen andere Kisten stapeln müssen. Darum ging es mir.

Viele Grüsse
Butterfly

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